Krefeld: SPD will Wasserbuslinie für Pendler auf dem Rhein prüfen

Neue Formen der Mobilität : SPD will Wasserbuslinie für Pendler auf dem Rhein prüfen

Die SPD-Fraktion will eine gemeinsame Linie auf dem Fluss mit Köln und Düsseldorf zur Entlastung der Straßen prüfen lassen.

Die Straßen und Autobahnen platzen aus allen Nähten. Und die Städte müssen die Grenzwerte der Schadstoffemissionen einhalten – notfalls mit Fahrverboten. Auch wenn in Krefeld dazu in den vergangenen Jahren Entwarnung gegeben werden konnte: Die Suche nach Alternativen zum Individualverkehr ist im buchstäblichen Sinne uferlos, wie jetzt ein Antrag der SPD-Fraktion an den Ausschuss für Stadtplanung zeigt.

Der Fraktionsvize Jürgen Hengst bittet die Stadt um einen Sachstandsbericht, wie Krefeld in die Überlegungen der Städte flussaufwärts zur Entwicklung einer Wasserbuslinie entlang des Rheins einbezogen werden könne. Die SPD interessierte auch, wann ein entsprechendes Modellprojekt verwirklicht werden und wie die Stadt sich daran beteiligen könne.


Hintergrund Köln Bereits im Mai 2015 hatte die Stadt Köln im Rat beschlossen, ein „regionales Wasserbusliniensystem“ zu entwickeln. Es sollen elektrotechnisch betriebene Verbindungen innerhalb Kölns sowie auch Verbindungen mit Leverkusen entstehen. Im vergangenen Jahr wurde dort eine Machbarkeitsstudie angeregt, mittlerweile gibt es eine Finanzspritze für die Verwirklichung der Studie in Höhe von 100 000 Euro vom Land aus dem Programm progres.nrw (Programm für Rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen, Programmbereich Markteinführung). In der Untersuchung sollen fachliche Entscheidungsgrundlagen für eine vereinfachte Kosten-Nutzen-Berechnung und die weitere Vorgehensweise bis zu einer möglichen Inbetriebnahme aufgezeigt werden. Was die geplanten Kölner Wasserbusse leisten sollen und wie sie ausschauen könnten, ist somit noch unklar.

Hintergrund Düsseldorf Auch Düsseldorf hat in diesem Jahr nachgelegt: Eine große Koalition aus CDU, SPD, Grünen und FDP hat auf Initiative der Christdemokraten das Verkehrsdezernat beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für ein regionales Wasserbussystem auf dem Rhein wie von der Stadt Köln erstellen zu lassen und hierfür Fördermittel beim Land zu beantragen. In der Studie soll zudem das Nachfragepotenzial von Wasserbussen für Verbindungen innerhalb des Stadtgebietes sowie für Strecken zwischen Duisburg und Leverkusen geprüft werden. Auch der Kreis Mettmann (mit Monheim) hat Interesse angemeldet.


Antrag Krefeld Zumindest eine „tiefergehende Auseinandersetzung mit den potenziellen positiven Effekten einer Wasserbuslinie entlang des Rheins“ halte die SPD für sinnvoll und hat dabei schon eine Örtlichkeit zum Übergang von Land zu Wasser und umgekehrt im Blick: den Uerdinger Steiger. Als Zielgruppe sieht die Fraktion die Pendler: Laut einer IHK-Studie vor allem aus Duisburg (5935), Tönisvorst (3357) und Düsseldorf (2947) pendeln die Menschen nach Krefeld ein. Die Krefelder wiederum fahren vor allem nach Düsseldorf (8362), Duisburg (3127) und Willich (2235).

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