Krefeld: SPD regt Kampagne zu mehr Sauberkeit an. Bürger machen mit.

Sauberkeit in Krefeld : Krefeld sagt Müll den Kampf an

SPD regt Kampagne zu mehr Sauberkeit an, die Stadt-Konzept ergänzen soll. Müll-Melder im Internet läuft gut.

Verpackungsmüll wird achtlos vor Container geworfen. Papierkörbe sind voll, Hundekotbeutel-Stationen leer. Streugut aus dem Winter liegt im Mai noch auf den Gehwegen. Solche Dinge bringen die Verantwortlichen der Krefelder SPD auf die Palme. Die Partei setzt sich dafür ein, dass die Stadt sauberer wird und hat damit begonnen, dafür in verschiedenen Stadtteilen Initiativen zu starten. So jetzt auch in der Bezirksvertretung Hüls, wo ein von ihr vorgelegtes Antragspaket nach zunächst kontroverser Diskussion einstimmig angenommen worden ist.

„Mit den durch Oberbürgermeister Frank Meyer initiierten Maßnahmen zur Verbesserung der Sauberkeit wird sich aus Sicht der SPD-Fraktion auch die Situation in unserem Stadtteil verbessern“, heißt es in dem Hülser Antrag. Die Vorteile der Neustrukturierung liegen aus ihrer Sicht insbesondere darin, dass Hinweise über Straßenschäden, Müllablagerungen, defekte Ampeln oder verschmutzte Spielplätze direkt und über unkomplizierte Wege gemeldet werden können. Die Abarbeitung könne dann ohne großen bürokratischen Aufwand in die Wege geleitet werden.

Doch welche Maßnahmen sind konkret gemeint? Die SPD erinnert daran, dass am Ostwall 175 im April ein neues Kundencenter des Kommunalbetriebs eingerichtet worden ist, das auch außerhalb der Kernarbeitszeiten besetzt wird. Dort bestehe nun die Möglichkeit, Meldungen über Missstände persönlich und telefonisch kundzutun.

Schon mehr als 2000 Fälle
auf „Maak et“ gemeldet

Möglich ist das aber auch über das Internet-Portal „maak-et.de“ (also „Mach es“), das die Stadt ebenfalls Anfang April freigeschaltet hat. Bürger können dort rund um die Uhr Mängel unbürokratisch melden – vom verschmutzen Spielplatz über Schlaglöcher auf der Straße bis zum überquellenden Papierkorb. Schon jetzt sind mehr als 2000 Meldungen auf diesem Weg eingegangen. Laut Statistik auf der Seite fallen davon allein 979 unter die Kategorie „Abfall“ (siehe Kasten).

„Die Möglichkeit wird von den Bürgern gut angenommen“, sagt Helmut Döpcke, Vorstand des Kommunalbetriebs. Man sei derzeit dabei, die ersten Erfahrungen im Detail auszuwerten, zum Beispiel mit Blick darauf, wie schnell die gemeldeten Mängel beseitigt werden. Das Ergebnis soll im Juli dem Verwaltungsrat vorgelegt werden.

Umstrukturierungen beim
Bürger bekannt machen

Aus Sicht der SPD-Fraktion in Hüls ist es aber wichtig, die vorgenommenen Umstrukturierungen bei den Bürgern bekannt zu machen, „um unseren Stadtteil sauber und frei von Unrat und Müll zu bekommen“. Es gelte, alle Kräfte zu bündeln und zu überlegen, wie die Verursachergruppen identifiziert und erreicht werden können.

Die Bezirksvertretung hat deshalb beschlossen, die Verwaltung damit zu beauftragen, die genannten Maßnahmen in einer Sitzung der Bezirksvertretung unter Beteiligung des Bürgervereins vorzustellen. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit Kindergarten- und Schulleitungen, Vorständen von Sport- und Bürgervereinen und Nachbarschaften angestoßen werden, um von klein auf für das Thema zu sensibilisieren. „Ein solcher Gesprächskreis ist besonders wichtig“, betont Bezirksvorsteher Hans Butzen (SPD).

Besagte Sensibilisierung könne zum Beispiel erreicht werden, indem Grundschulkinder eine Unterrichtseinheit zum Thema „Der Dreck muss weg...!“ entwickeln, Jugendliche mit den Besuchern der Freizeiteinrichtungen Maßnahmen zum Umweltbewusstsein entwickeln und erwachsene Hülser über einen Flyer in einer einfachen und verständlichen Sprache über den Umgang mit Entsorgung, Terminen, Meldung von Sperrmüll usw. informiert werden. Ein solcher Flyer müsse auch für Menschen verständlich sein, die der deutschen Sprache nicht vollumfänglich mächtig sind, betont die SPD.

Müll-Erziehung soll schon
im Kindergarten beginnen

„Man muss bei den Kleinen anfangen. Bereits in den Kitas muss deshalb die Müll-Erziehung beginnen“, sagt Gisela Brendle-Vierke, Bezirksvorsteherin Süd, zu dem Konzept, das sie nach eigenem Bekunden in der SPD-Fraktion angestoßen habe. Die Anfänge dazu seien in ihrem Stadtbezirk gemeinsam mit dem Kompetenzteam der Schulen und Kindergärten entwickelt worden. Auch die Interessengemeinschaft Krefeld-Süd werde eingebunden. Auch die Entwicklung des leicht verständlichen Flyers gehörte zu den vorgeschlagenen Maßnahmen. Denn bei manchen Menschen sei das Wissen über den Umgang mit Müllregeln aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht gegeben.

Anders als jetzt in Hüls, wo auch die CDU trotz anfänglicher Kritik zustimmte, gab es jüngst in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd allerdings kein einstimmiges Votum für den fast gleichlautenden SPD-Antrag. Er wurde stattdessen an den Fachausschuss weitergereicht.

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