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Krefeld: SPD fordert mehr Teamleiter in Bezirksverwaltungsstellen

Ärger um Stellen : Forderung: Mehr Teamleiter in Bezirksverwaltungen

Ratsherr Hans Butzen kritisiert den Personalengpass: „Das ist nicht akzeptabel.“ Laut Stadtverwaltung ist aber bereits Abhilfe geschaffen worden.

Es ist ein „Brandruf“, den der Sozialdemokrat Hans Butzen an die Stadt richtete. Der verwaltungspolitische Sprecher der Krefelder SPD und Bezirksvorsteher in Hüls und seine Partei sehen dringenden Handlungsbedarf. Der Grund: In den neun Bezirksverwaltungstellen seien nicht ausreichend Teamleiter beschäftigt. Derzeit gebe es nur zwei. Zusätzlich helfe eine Person, die eigentlich das Einwohnermeldeamt leitet, in diesen Tagen noch aus. „Es besteht Handlungsbedarf“, sagt Butzen, der als Antragssteller mit seiner SPD im Verwaltungsausschuss und der Unterstützung anderer Fraktionen den Antrag durchbrachte, bis zur nächsten Sitzung des Gremiums einen Bericht seitens der Verwaltung zu erstellen. Geplant ist die nächste Sitzung für den 2. April.

Butzen: Situation war
seit Jahren abzusehen

„Die Situation hat sich seit Jahren abgezeichnet“, sagt Hans Butzen. Zwei Versetzungen in den Ruhestand, zudem seien in jüngster Zeit noch zwei Langzeiterkrankte hinzugekommen. Zu viel Arbeit falle nun an für nur noch drei Leiter, meint der SPD-Politiker. Und: Dieser Stress habe in Zukunft womöglich noch weitere Krankmeldungen und Ausfälle zur Folge. „Das ist nicht akzeptabel. Das ist eine Menge Arbeit.“

Seine Kritik richtet sich an die Adresse von Stadtdirektorin Beate Zielke: „Es ist keine vorausschauende Personalplanung zu erkennen. Man schafft es nicht, die Vakanzen auszugleichen“, sagt der jahrzehntelange Gewerkschafter: „Man weiß nicht, ob und wann die Langzeiterkrankten zurück kommen. Da muss man präventiv tätig werden. Das Maß, was man einer Person an Arbeit zumuten kann, ist überschritten“, so der 69-Jährige, eine der lauten Stimmen in der Krefelder Sozialdemokratie. Man habe schließlich auch eine Fürsorge für die Angestellten der Verwaltung, neben der Kundenorientiertheit. Die Bürger seien am Ende auch Leidtragende. „Der Fachbereich hat seit Jahren nicht ausreichend Personal eingestellt. Die Politik hat aber schon die Voraussetzungen dafür geschaffen“, sagt Hans Butzen. Seine Forderung lautet auch: Bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen.

Auf Nachfrage räumt die Verwaltung einen Engpass ein: „Aufgrund eines akuten Krankheitsfalles stehen dem Fachbereich Bürgerservice derzeit nur drei Teamkoordinatoren für die Betreuung der Bezirksvertretungen im Rahmen der Geschäfts- und Schriftführung zur Verfügung.“ Kurzfristige Abhilfe sei jedoch geschaffen worden: Zur Unterstützung und zur Überbrückung der personellen Lage sei innerhalb des Fachbereichs Bürgerservice eine Mitarbeiterin mit der Wahrnehmung der Gremienbetreuung betraut und zeitnah in die Materie eingearbeitet worden, teilte eine Stadtsprecherin mit.

Sie widersprach auch dem Verdacht, dass durch den Mangel an Teamleitern die Bürgerbüros nicht ausreichend ihrer Arbeit nachkommen würden: „Die Aufrechterhaltung des eigentlichen Dienstbetriebes in den zehn Bürgerbüros, also die Sicherstellung der Sprechzeiten für die Bürgerinnen und Bürger, ist davon grundsätzlich nicht betroffen.“ Eine klare Unterscheidung von dem Dienstbetrieb in den Bürgerbüros und der Aufgabe der Bezirksstellen-Leiter sei notwendig.