Krefeld: So steht es um die Spielplätze in der Stadt

Übersicht : So steht es um die Spielplätze in Krefeld

Während im Stadtwald mehr als 900 000 Euro investiert werden, wurde andernorts seit Jahren nicht saniert.

Mehr als 900 000 Euro kostet der neue Stadtwald-Spielplatz, den die Stadt Krefeld im nächsten Jahr als „Leuchtturm“ in der Region errichten will. Ein Hingucker ist schon das neue Spielareal auf dem Südwall, das von der Stadt im vergangenen Winter herausgeputzt worden war. Doch nur wenige Schritte weiter gibt es auch ganz andere Beispiele: Der Spielplatz am Anne-Frank-Platz lädt Kinder wahrlich nicht dazu ein, die uralten Geräte zu benutzen. Und Timo Kühn, Ratsherr der CDU, klagt darüber, dass an der Roßmühle in Hüls der Spielplatz so aussehe, als sei dort 20 Jahre nichts passiert. Die Stadt investiere in Vorzeigeprojekte, die Masse der Plätze verkomme, so sein Vorwurf.

Ist da etwas dran? Tatsächlich sehen nicht gerade alle der rund 160 Spielplätze im Stadtgebiet so aus, als seien sie auf dem neuesten Stand – siehe Anne-Frank-Platz. Einmal im Jahr treffen sich die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen mit Vertretern der Verwaltung, um in einem Freiflächenkonzept festzulegen, an welchen Spielplätzen Erneuerungen durchgeführt werden sollen. Vorschläge für Komplettsanierungen müssen durch den Jugendhilfeausschuss beschlossen werden.

Von dem Spielplatz an der Roßmühle in Hüls, sagt Timo Kühn (CDU), er wäre seit Jahrzehnten nicht erneuert worden. Foto: Andreas Bischof

18 Spielplätze bekommen
neue Spielgeräte

„Durch den Nothaushalt 2013/2014 gab es Verzögerungen bei den Spielplatzsanierungsmaßnahmen, die bis jetzt abgearbeitet werden“, berichtet Irene Ehlers vom Presseteam der Stadt. In einem „Rundumschlag“ würden zurzeit 18 Spielplätze mit neuen Großspielgeräten versehen – so unter anderem am Burgpark Hüls, der Kempener Allee und der Spinnereistraße.

Grundsätzlich stehen jedes Jahr im Haushalt der Stadt 450 000 Euro für die Erneuerung der Spielplätze zur Verfügung. Für 2019 und 2020 wurde der Haushaltsansatz auf jeweils 950 000 Euro erhöht. „Zusätzlich werden mögliche Fördermittel, zum Beispiel aus Stadtumbau West und Handlungskonzept Uerdingen, abgerufen“, berichtet Ehlers.

In diesem Jahr sind bereits die Spielplätze Geldernsche Straße und Südwall erneuert und der Spielplatz Roggekamp von der Wohnstätte zur Verfügung gestellt worden. Die Spielplätze an der Engerstraße und an der Fungendonk werden aktuell saniert. Im kommenden Jahr folgt dann der erwähnte Stadtwald-Spielplatz. Verwaltung und Politik seien aber bemüht, die vorhandenen Mittel auf das gesamte Stadtgebiet zu verteilen, versichert die Stadtsprecherin. Im diesem Jahr seien zum Beispiel die Spielplätze Von-Bruck-Platz, Melanchthonstraße, Biebricher Straße und Fritz-Huhnen-Straße mit neuen Großspielgeräten versorgt worden.

Gibt es denn überhaupt Areale, die seit Jahrzehnten nicht saniert wurden? Ratsherr Timo Kühn hatte das ja vermutet. Irene Ehlers sagt dazu: „Bislang konnten nicht alle bereits beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden, so dass tatsächlich noch nicht alle Spielplätze eine Sanierung erfahren haben.“

Es finden allerdings regelmäßige Kontrollen statt: Wöchentlich bzw. alle zwei Wochen würden die Geräte aller Spielplätze auf ihre Verkehrssicherheit hin kontrolliert und gegebenenfalls in Stand gesetzt oder auch abgebaut. „Bezirksingenieure übernehmen die Grünpflege regelmäßig und geben auch Hinweise auf eventuell erforderliche Kleinspielgeräte“, berichtet Ehlers.

Schon in diesem Herbst abgeschlossen sein sollte eigentlich die Sanierung des Platzes in Uerdingen an der Rheinuferpromenade („Am Zollhof“). Er war 2018 wegen Altlastenbelastung gesperrt worden. Daran hat sich bis heute nichts geändert. „Die Fördermittel sind bewilligt, die Ausschreibung wird vorbereitet“, informiert Irene Ehlers.

Gute Nachricht für Anwohner mit Kindern rund um den Anne-Frank-Platz: Der in die Jahre gekommene Spielplatz dort erhält in Kürze zwei neue Großspielgeräte für unterschiedliche Altersklassen. In diesem Zusammenhang ist laut der Stadt auch eine Grundreinigung vorgesehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung