Krefeld: Sanierung für den alten Bahnhof in Hüls ist Dauerthema

Verfallenes Gebäude : Sanierung ist Dauerthema: Am alten Bahnhof in Hüls steht die Zeit still

Die Sanierung des Platzes ist ein Dauerthema im Stadtteil. Zwar sind sich alle einig, dass etwas getan werden muss, zuletzt passierte aber nur wenig.

Immer wieder wurde er als „Schandfleck“ von Hüls bezeichnet. Der alte Bahnhof im Ortskern ist ein Stück Hülser Geschichte und sorgt für Gesprächsstoff. Im Zentrum gelegen, entwickelte sich das Gelände rund um die Kempener Straße zuletzt zu einer Art Einkaufszentrum, gleich mehrere Supermärkte haben sich angesiedelt. Der Platz ist belebt, doch am alten Bahnhof tut sich seit Jahren nichts.

Dabei sind sich die Parteien auch heute einig: Es muss etwas passieren, und zwar dringend. Bereits im Jahr 2011 schien ein Durchbruch nahe. Bei der damaligen „kleinen Ringlösung“ wurden bereits Konzepte ausgearbeitet, gar über die Optik sprach man. Das Ziel war, die Straßenbahnlinie 044 bis zum alten Bahnhof weiterzuführen, um so für eine bessere Anbindung an den Ortskern zu sorgen. Doch CDU und SPD sägten das Vorhaben damals ab – seitdem wird zwar viel geredet, aber wenig getan.

Eine Lösung rückte in den vergangenen Jahren in weite Ferne, doch laut Klaus-Dieter Ohlig von der FDP Hüls ist ein wenig Licht am Ende des Tunnels zu sehen: „Wir haben im letzten Sommer ein Gespräch mit den Stadtwerken Krefeld (SWK) geführt, die uns signalisiert hat, dass sie interessiert daran ist, den Platz herzurichten.“ Das Gelände gehört nämlich nicht der Stadt Krefeld, sondern den SWK. Weil die Schienentrasse aber Eigentum der Deutschen Bahn ist, kann eine völlige Umgestaltung nicht so einfach geschehen, bestätigt Ohlig: „Uns wurde im Sommer gesagt, dass man mit der Deutschen Bahn Gespräche führt, die noch ungefähr ein Jahr dauern werden. Unser Wunsch ist es, dass dort städtebaulich etwas passiert.“ Nach Ohlig und der FDP kann eine Neu-Bebauung zum Thema werden.

Auch Timo Kühn, Stadtbezirksvorsitzender der CDU Hüls, sieht zurzeit eine „unbefriedigende Lösung“. Das Potenzial sei allerdings vorhanden. „Es ist eine interessante Fläche für viele gute Ansätze. Eine Wohnbebauung könnte ebenso möglich sein, wie ein zusätzlicher Platz für die Gastronomie“, sagt Kühn. Innerhalb der CDU-Fraktion habe man das Thema bereits diskutiert und sprach sich eindeutig dafür aus, „dass der Platz belebt werden soll“.

Auch Bezirksvorsteher Hans Butzen (SPD) ist sich der Tatsache bewusst, dass etwas passieren muss. Butzen sprach vor einiger Zeit ebenfalls mit dem Vorstand der SWK. Auch ihm wurde signalisiert, dass es Interessenten gibt, die aus dem Gelände einen neuen Anlaufpunkt machen wollen.

Einer von ihnen ist Florian Effertz, der in Hüls Jahre lang gastronomisch tätig war. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt er: „Im Prinzip schreibe ich seit zehn Jahren Briefe und versuche da etwas zu bewegen, aber es tut sich einfach nichts. Ich weiß nicht, warum oder wieso, es ist einfach sehr schade.“ Für Effertz gehöre der alte Bahnhof ein Stück weit zur Hülser Geschichte, sein Plan besteht darin, einen neuen Platz für Gastronomie-Angebote samt Biergarten zu schaffen.

Krefelder Nordbahnhof könnte
als eine Art Vorbild dienen

Timo Kühn sieht dabei auch eine Parallele zum Krefelder Nordbahnhof, der als eine Art Vorbild dienen könnte. Die damalige kleine Ringlösung scheint derweil vom Tisch. Nachdem das Vorhaben gescheitert war, nahm die SWK den alten Bahnhof aus dem Nahverkehrsplan heraus, in Hüls entwickelte sich die Haltestelle am Hülser Markt zu einem Umstiegspunkt, zudem hat sich das System der beiden Ringbuslinien mittlerweile eingespielt.

Klaus-Dieter Ohlig, der damals selber dafür war, sagt: „Der Bahnhof ist so verfallen, als Bahnhof kann man dort nichts mehr machen. Es ist auch keine Notwendigkeit mehr vorhanden, da sich die Situation in den letzten Jahren eingespielt hat.“ Doch zwischen der Endhaltestelle der 044 am Betriebshof sind es noch immer einige Meter bis in den Hülser Ortskern.

Für Günter Föller von den Grünen ist es weiterhin „ein Desaster“. Gerade deswegen wehrt er sich gegen eine Lösung, die den alten Bahnhof für immer aus dem Nahverkehrsplan nehmen würde. Föller: „Wir wollen nicht, dass eine Weiterführung der Linie kategorisch ausgeschlossen wird.“ Dass sich ein Investor für eine mögliche Gastronomie findet, sieht er aufgrund der derzeitigen Bedingungen des Einzelhandels ohnehin als nicht realistisch an. Da das Gelände den SWK gehört, können die Parteien ohnehin nur einen politischen Rahmen schaffen. Doch das Thema wird in Hüls weiter diskutiert werden. Erst Recht mit dem Blick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr.