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Krefeld sagt dem Müll-Tourismus den Kampf an

Müllberge : Stadt plant Einsatz von Müllsheriffs

Im kommenden Jahr sollen drei Detektive den Verursachern von illegalen Müllbergen das Handwerk legen.

Wahre Müllberge liegen an der Seyffardtstraße. Dort, wo die Container der Stadt für Altglas und Altpapier stehen, stapeln sich Kartons, Müllsäcke und weiterer Unrat. Eine von vielen wilden Müllkippen in der Stadt. Im Rathaus will man jetzt gegen die Verursacher dieser Müllberge vorgehen. Geplant ist es, ab dem kommenden Jahr drei Stellen für sogenannte Müllsheriffs zu schaffen, die zur Überwachung der Einhaltung der Abfallsatzung eingestellt werden.

100 bis 600 Euro Bußgeld wird für illegal abgeladenen Müll fällig

Vorbild für diese Art der Detektive ist beispielsweise Mönchengladbach. Die „Ermittler“ gehen in der Krefelder Nachbarstadt regelmäßig auf Streife. Die Verursacher von wilden Müllkippen würden von den Detektiven vor Ort auf ihr Fehlverhalten hingewiesen und aufgefordert, den Müll wieder mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Doch oft seien die Verursacher längst verschwunden. Dann ist der Spürsinn der Mülldetektive gefragt. Im Müll wird nach Daten auf persönlichen Schriftsätzen gesucht. Werden die Mülldetektive fündig, drohen Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten. Die Preise in Mönchengladbach haben es in sich: So kostet bereits eine Tüte Restmüll ab 100 Euro aufwärts, bei einer Kofferraumladung Sperrmüll sind bereits mindestens 600 Euro fällig.

Ob man in Krefeld auch auf die Suche nach Personendaten gehen wird, ist noch nicht klar. Der Kommunalbetrieb Krefeld, der für die Müllsheriffs zukünftig zuständig sein wird, will sich erst nach der Sitzung des Verwaltungsrates am 11. Dezember, in der die Gebührensatzung für die öffentliche Abfallentsorgung beraten wird, zu den Aufgaben der „Ermittler“ dezidiert äußern.

Die Stadt will 100 000 Euro für Detektive zur Verfügung stellen

100 000 Euro soll die Installation der drei Müllsheriffs für 2019 kosten. Im Folgejahr sind Kosten in Höhe von 200 000 Euro vorgesehen. Geld, das bestmöglich durch die Detektive wieder rein geholt werden könnte. Zum Vergleich: In Mönchengladbach wurden 2017 von den Müll-Detektiven rund 160 000 Euro an Bußgeldern eingetrieben. 800 Verfahren wurden eingeleitet, 1500 wilde Müllhalden kontrolliert. In Herne, wo die Entsorgung Herne AöR, ebenfalls „Abfallfahnder“ täglich im Einsat. Rund 1900 Verunreinigungen wurden im Jahr 2018 durch die Mülldetektive aufgedeckt.

In Krefeld steigen die Zahlen der illegalen Müllhalden. Waren es 2016 noch 7400 Müllhaufen auf öffentlichem Gebiet, zählte die Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft Krefeld (GSAK) 2017 schon über 8000. Zum Vergleich: 2012 lag die Zahl noch bei 2671. Die Verursacher sind oftmals nicht auszumachen.

CDU-Ratsherr Walter Fasbender sieht sich bestätigt

Die Krefelder CDU hatte bereits zu Beginn des Jahres angeregt, sich wie beispielsweise in Mönchengladbach die Dienste von Mülldetektiven zu nutzen. Jetzt sagt Ratsherr Walter Fasbender: „Wir freuen uns, dass die Stadtverwaltung unsere Idee der Mülldetektive im kommenden Jahr umsetzt. Die Erfahrungen aus Mönchengladbach haben gezeigt, dass die Arbeit der Mülldetektive nicht nur hohe Bußgelder einbringt, sondern auch illegale Müllkippen verhindert. Wer in Krefeld seinen Müll auf die Straße kippt, muss künftig damit rechnen, dass er dafür ein teures Bußgeld bezahlen muss.“