Krefeld: Rund 6500 Zuschauer wollten das traditionelle Eismärchen sehen

Eisrevue : Eismärchen in Krefeld: Knalliger Auftritt für zauberhaften Peter Pan

Rund 6500 Zuschauer wollten das traditionelle Eismärchen am dritten Adventssonntag sehen. Mehr als 180 Teilnehmer boten ihnen eine tolle Show.

Die Uhr auf der neuen Videoleinwand zählt die Sekunden bis zum Start herunter. Zwei Flammensäulen lodern hoch. Die Pyrotechnik schießt glitzernde Sterne in die kalte Luft. Mit einem lauten Knall erscheint Peter Pan (Emma Schülke) auf der glitzernden Fläche der Rheinlandhalle und läuft eine rasante Solopartie. Das Weihnachtsmärchen auf dem Eis des Eissport-Vereins Krefeld (EVK), das eher einer Revue gleicht, sehen rund 6500 begeisterte Zuschauer.

Das dritte Adventswochenende gehört jedes zweite Jahr dem Eismärchen. Tradition, die jeder im Publikum erwartet, ist ebenso der Lichtertanz. 55 Schlittschuhläufer – in neon-farbige, leuchtende Anzüge gehüllt, die Skelette symbolisieren – rasen durch die Dunkelheit. Am Ende der Mühle genannten Figur sind die Akteure an den Außenseiten mit 56 Kilometern in der Stunde unterwegs, Vollgas und Klasse auf dem Eis.

Selbst die Profis von Holiday on Ice können da nicht mithalten

Unsere Mühle ist so groß, das schafft selbst Holiday on Ice nicht“, ist Cordula Meisgen, Erste Vorsitzende des EVK, sicher. „Ihre Eisfläche ist keine 30 Meter breit. Unsere Schlittschuhläufer fiebern immer darauf, 1,40 Meter groß zu werden, um diese Partie mitlaufen zu dürfen. Der Zug auf die Arme ist enorm.“ Der Beifall auch.

Überhaupt ist immer und überall etwas los, im Märchen auf der Eisfläche. In Zahlen ausgedrückt: Mehr als 180 kleine und große Eiskunstläufer, vom Anfänger bis zum Profi, davon 175 Mädchen, zelebrieren die Geschichte in einem knapp zweistündigen Showspektakel auf dem Eis. Logisch: Die kleinen Schneeflöckchen und Engelchen ernten viel Beifall. Das Publikum würdigt das Können der älteren Kader- und Leistungssportler mit spontanem Szenenapplaus.

Es wurden für die Peter-Pan-Aufführung mehr als 500 Kostüme genäht, darauf unglaubliche 30 000 Glitzerpailletten befestigt. Für Kostümentwurf und -design zeichnen sich Karin Carlhoff und Gaby Braas verantwortlich. Ein ganzes Heer ehrenamtlicher Helfer ist für die Produktion im Hintergrund aktiv. Die Proben haben bereits im April begonnen. Die Akteure verbrachten dabei etwa 300 Stunden auf dem Eis.

Das Ergebnis: Viele farbenprächtige, handgearbeitete Kulissen und Bühnenbilder sowie stimmungsvolle Lichteffekte verwandeln das Eis der Rheinlandhalle in eine weihnachtliche Schatzkiste. Mehr als 75 liebevoll ausgesuchte Musikstücke aller Stilrichtungen sorgen für die passende Untermalung. Sie reichen vom Soundtrack der Karl-May-Filme, zu dem die Indianer tanzen, über Frosty the Snowman für die Riesen-Schneemänner bis zu Michael Jackson`s Thriller.

Die Reise der Familie Darling geht nach Nimmerland

Ausgangspunkt der Geschichte von Peter Pan ist London im Jahr 1902. Von dort reisen die Kinder der Familie Darling, die an Wunder glauben, gemeinsam mit Peter Pan und der Fee Glöckchen zu einer abenteuerlichen Reise ins Nimmerland. Sie treffen unter anderem auf Sternschnuppen, Schneeflocken, Schmetterlinge, Glitzerfische und Engelchen.

Der Funken der Akteure, die bei dieser Aufführung viel Spaß haben, springt ab der ersten Minute auf die Zuschauer über. Die Leistungs-Eisläuferinnen – fernab von den strengen Augen der Preisrichter – nehmen die kleinen Anfängerkinder mit einem Lächeln mit. Das zeigt sich auch auf den Gesichtern der kleinen und großen Besucher im Zuschauerraum.

Ohne diese Eismärchen-Revue wäre Krefeld ärmer. Schön, dass es 2021 wieder eine Aufführung gibt.