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Krefeld: Priester wirbt für Hausgottesdienste

Kirche : Priester wirbt für Hausgottesdienste

Frank Schürkens ist neuer Leiter der Gemeinde St. Christophorus in Bockum.

Das Haus oder die Wohnung können Kirche sein, wenn sich Priester und Gläubige – wie jetzt in Corona-Zeiten – nicht im Gotteshaus versammeln dürfen. „Es ist ein total komisches Gefühl, keinen Gottesdienst feiern zu können“, erklärt Frank Schürkens. Der 42-Jährige ist der Nachfolger von Karlheinz Alders in der Gemeinde St. Christophorus und muss gleich in seiner ersten Zeit in Krefeld neue Wege gehen. Beispielsweise mit Hausgottesdiensten. „Gemeinsam mit Pfarrvikar Klemens Gößmann habe ich beschlossen, keine Internet-Gottesdienste zu feiern. Wir sind zur Osterzeit zu einigen wenigen Freunden und Bekannten nach Hause gegangen, wo der Kontakt möglich war und haben Hausgottesdienste zelebriert.“

Dieses Angebot besteht weiter. Allerdings wird Pfarrer Schürkens nicht mehr zu den Menschen ins Haus gehen, sondern bietet Anleitungen im Internet und in den fünf Gotteshäusern von St. Christophorus an. „Unsere Kirchen sind geöffnet“, erklärt er. „Die Unterlagen stehen dort zur Verfügung. Da haben die Besucher dann auch die Möglichkeit, eine Kerze anzuzünden.“

Dazu zitiert er Jesus Christus: „,Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.’ Wir können auch mit wenigen Menschen das Brot teilen, die Bibel lesen, miteinander beten und Gottes Gegenwart fühlen.“ Derweil wartet der Geistliche mit Spannung, wie es mit den Besuchen der Messe weitergeht. „Die Durchführungsbestimmungen kommen aus Aachen. Sollen die Gottesdienste nun wirklich exklusiv werden, für 15 Menschen?“, fragt er. „Und wie sollen sie praktisch durchgeführt werden? Kommen dann die Gläubigen eine Stunde vorher, um Einlass zu bekommen unter dem Motto: Wer als erster kommt? Das ist auch Corona-Kontraproduktiv.“ Er wartet auf die Ideen des Aachener Krisenstabes.

Größere Probleme oder mehr Gesprächsbedarf zur Corona-Krise scheinen die Gläubigen nicht zu haben. „Wir haben unsere Telefonangebote. Sie werden aber derzeit nicht stärker nachgefragt.“ Frank Schürkens sieht zu Beginn seiner Amtszeit durchaus Arbeit – auch neben Corona. Dass die Anzahl der Messdiener in seiner Gemeinde St. Christophorus „richtig groß“ ist, freut ihn sehr, zumal er als Junge selber gerne Ministrant und außerdem bei den Pfadfindern aktiv war. Da will er ein funktionierendes Miteinander schaffen.

Er sieht es auch als seine Aufgabe an, die Gemeindeteile, St. Gertrudis, Herz-Jesu und St. Josef, Christus König und St. Hubertus weiter zusammen zu führen. „Ich möchte das Wir-Gefühl stärken und bewusst machen, dass die fünf Gemeinden mit 12 000 Gläubigen zusammengehören und -rücken. Wir können neugierig aufeinander werden und gegenseitig von unseren Schwerpunkten und Stärken profitieren.“