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Krefeld: Polnisches Restaurant Maximum hat eröffnet

Gastronomie : Polnisches Restaurant „Maximum“ hat eröffnet

An der Drießendorfer Straße bietet Köchin Magdalena Sitek mit ihrem Mann Essen aus ihrem Heimatland an.

Mit weißem und roten Tuch sind die Tische und Stühle im Restaurant „Maximum“ überzogen. In den Landesfarben der Heimat von Magdalena Sitek, die vor sieben Jahren aus dem polnischen Jelenia Góra in die Stadt kam. Doch die 36-jährige Köchin muss schmunzeln bei der Beobachtung des Gastes. „Nein, das habe ich nicht bewusst so gewählt.“ Die Stoff-Garnitur sei zufällig in den Farben geliefert worden und werde bald ausgetauscht.

Der Gastronomie aus dem östlichen Nachbarland haben sich Magdalena Sitek und ihr Mann Kamil dennoch in dem Lokal an der Drießendorfer Straße 35 verschrieben. „Wir bieten ganz traditionelle polnische Küche bei uns an“, sagt die Krefelderin, die das Restaurant im Juli des vergangenen Jahres eröffnet hat. „Hier in Krefeld gab es zu diesem Zeitpunkt kein polnisches Restaurant“, sagt die Köchin. „Aber hier leben viele Menschen mit polnischen Wurzeln.“ Das zeigen tatsächlich die Statistik (siehe Kasten) – und das soziale Geflecht in der Seidenstadt. Heilige Messen in polnischer Sprache werden beispielsweise in der Herz-Jesu-Kirche an der Friedrich-Ebert-Straße angeboten, eine polnische Gemeinde gibt es in der Pfarrei Heilig Geist/St. Elisabeth am Viktoriaplatz. Hinzu kommt ein polnisches Geflecht aus Handwerkern, Supermärkten und Ärzten.

Viel der polnischen
Esskultur würde übertragen

Doch Magdalena Sitek setzt nicht nur darauf, dass ihre Landsleute in das „Maximum“ kommen. „Auch die Deutschen lieben unsere Küche.“ Beispielsweise Piroggen (Maultaschen mit Füllung), Kohlrouladen (Golabki) und natürlich Bigos – Krautgulasch. Alles wird nach Angabe der 36-Jährigen frisch eingekauft und selbst gemacht aus polnischen Zutaten. „Unser Bigos dauert drei Tage, bis es fertig ist“, sagt die Köchin. Die polnische Küche gilt als deftig, zünftig und opulent – bestätigt sie und erklärt einen gravierenden Unterschied zum kulinarischen Verhalten in Deutschland. „Wenn in unserer Familie Gäste kommen, steht das Essen schon auf dem Tisch.“ Das Essen ist demnach ein fester Bestandteil der Unterhaltungskultur. Und das Bedürfnis nach Speis und Trank werde sofort geweckt, wenn sich bei der heimischen Ankunft die Tür schließt: „Wenn wir nach Hause kommen, dann machen wir Etwas zu essen.“ Sofort verstehen werden Gourmets natürlich diesen Satz: „Wenn es schmeckt, dann macht es glücklich.“

Ungewöhnlich für deutsche Verhältnisse ist das Bezahlsystem in dem Restaurant mit 70 Plätzen, davon im Sommer 20 vor dem Haus. „Wer beim Buffet war, kommt mit dem Teller zu mir, um das Essen abzuwiegen“, sagt Sitek und ergänzt. „Das ist in Polen so üblich.“ 100 Gramm kosten im „Maximum“ 1,99 Euro. Die meisten Kunden, die noch nicht so genau wüssten, wie viel das Essen auf dem Teller kostet, würden sich langsam herantasten. „Sie nehmen erst mal ein bisschen und kommen dann noch mal wieder.“

Abgewogen wird natürlich nicht alles. Die Hühnersuppe hat einen Festpreis von 3,50 Euro – und natürlich die Getränke wie das polnische Bier. Bei Familienfeierlichkeiten werde ein Festpreis in Höhe von 40 Euro pro Person genommen, eine Flasche Wodka für die Gesellschaft inklusive.

Das Essen kann auch mit nach Hause genommen werden, einen Lieferservice möchte Magdalena Sitek bald ebenfalls aufbauen.