Zwei Personalentscheidungen getroffen Krefeld Pinguine tauschen erneut ihren Cheftrainer aus

Krefeld · Der ehemalige Bundestrainer Greg Poss übernimmt für Herbert Hohenberger – aber nur bis zum Saisonende. Auch ein neuer Stürmer kommt an den Niederrhein.

Trainer Greg Poss war zuletzt bei den Iserlohn Roosters als Trainer verantwortlich. Im Oktober war er dort freigestellt worden.

Trainer Greg Poss war zuletzt bei den Iserlohn Roosters als Trainer verantwortlich. Im Oktober war er dort freigestellt worden.

Foto: picture alliance/dpa/Eibner-Pressefoto/Jonas Brockmann

Die Krefeld Pinguine haben am Dienstagnachmittag überraschend einen neuen Cheftrainer vorgestellt. Der ehemalige Bundestrainer Greg Poss übernimmt ab sofort für Herbert Hohenberger, der eigentlich bis Saisonende als Interimstrainer tätig sein sollte. Hohenberger hatte das Traineramt beim Club aus der DEL 2 erst Ende Oktober von Boris Blank übernommen, konnte mit seinem Team an den vergangenen Spieltagen aber nicht die erhoffte Leistung auf das Eis bringen. Zuletzt hatten die Pinguine um Hauptgesellschafter Peer Schopp nach einem Co-Trainer für Hohenberger gesucht. Diese Lösung sei mangels Kandidaten jedoch gescheitert, erklärte Schopp, der das Engagement Hohenbergers ausdrücklich lobte. „Herbert hat sieben Tage die Woche 14 Stunden am Stück gearbeitet und einen tollen Job gemacht.“ Man habe eine vernünftige Lösung für ihn und den Club finden müssen. Die sieht zunächst so aus, dass der 54-jährige Österreicher ab sofort zurück ins zweite Glied rückt und Assistenz-Trainer wird.

Greg Poss war zuletzt bei den Iserlohn Roosters als Trainer verantwortlich. Der DEL-Club hatte den Amerikaner am 21. Oktober als Headcoach freigestellt – zwei Tage später musste Boris Blank seinen Hut bei den Pinguinen nehmen. „Greg Poss wird uns bis zum Saisonende als Cheftrainer zur Verfügung stehen. Wir sind froh und dankbar, ihn in Krefeld zu sehen“, teilte Pinguine-Sportdirektor Peter Draisaitl in einer knappen Pressemitteilung mit. Damit steht bereits jetzt fest, dass Poss nicht der Trainer ist, den die Pinguine bereits für die nächste Saison verpflichtet haben. Hier wird in Expertenkreisen weiterhin der Name Thomas Popiesch gehandelt, der bislang noch bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven unter Vertrag steht. Ein klares Bekenntnis zu seinem derzeitigen Verein hat Popiesch in den vergangenen Tagen vermieden, mögliche Wechselabsichten aber auch unkommentiert gelassen.

Pinguine verpflichten
auch einen neuen Stürmer

Greg Poss bringt mit 58 Jahren viel Erfahrung als Trainer deutscher Clubs mit. Nach einem Engagement beim schwedischen Club Olofström IK kam er nach Deutschland, wo er ERC Sonthofen und den EC Timmendorfer Strand trainierte. Es folgte ein langes Engagement bei den Iserlohn Roosters. Er wurde 1996, 1997, 1999, 2000 und 2001 zum Trainer des Jahres gewählt. Zur Saison 2003/2004 wechselte er zu den Nürnberg Ice Tigers, ehe er im Dezember 2005 Trainer bei den Adlern Mannheim wurde. Von 2004 bis 2005 war Poss zudem für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verantwortlich.

In Mannheim feierte Poss 2006/2007 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Nach Stationen in den USA und in Österreich kehrte Poss im Oktober 2022 zurück nach Iserlohn, wo nach nur zwölf Monaten die Entlassung folgte. Was die Pinguine sich von dem kurzzeitigen Engagement des neuen Trainers versprechen, will Peter Draisaitl am Donnerstag bei der obligatorischen Spieltagskonferenz sagen.

Dann wird der Sportdirektor auch Matt Marcinew willkommen heißen. Der 30-jährige Stürmer soll die Lücke schließen, die nach der Verletzung von Josh MacDonald entstanden ist. Peter Draisaitl: „Nach dem Ausfall von Josh MacDonald war uns klar, dass wir uns um einen Ersatz kümmern müssen. Nach Sichtung des derzeit dünnen Spielermarktes  hat sich Matt Marcinew als vernünftigste und beste Option herauskristallisiert. Er checkt viele unserer Boxen ab, ist in der Mitte und außen einsetzbar, ein starker Bully-Spieler und wird unsere Special Teams, insbesondere das Powerplay verstärken können.“

Der Kanadier stand zuletzt bei den Allen Americans (Texas) in der ECHL unter Vertrag und war dort bis zuletzt Topscorer der laufenden Saison mit acht Toren und 13 Vorlagen in 18 Spielen. Europa-Erfahrung hat der in Calgary, Alberta geborene Rechtsschütze bereits. In der Saison 2021/22 hat Marcinew für HPK in der finnischen Liga und für Södertälje SK in der schwedischen Hockey Allsvenskan gespielt. Bis Donnerstag soll Marcinew in Krefeld angekommen sein. „Ich möchte der Mannschaft und den Fans dabei helfen, wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Ich denke, dass die Mannschaft alles dafür mitbringt“, wird Marcinew in der Mitteilung des Vereins zitiert. „Ich freue mich darauf in Krefeld Fuß zu fassen, aufs Eis zu kommen und die Ziele, die wir uns für dieses Jahr setzen, zu erreichen.“ Sport am Niederrhein, S. 21

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