Krefeld: Oppumer Schüler helfen beim Bau einer Solaranlage

Strom aus Sonnenlicht : Oppumer Schüler helfen beim Bau einer Solaranlage

Pädagogen sehen Montage auf Dach der Bodelschwingh-Schule als „wichtiges Projekt in Zeiten des Klimawandels“.

„Stark in die Welt“, lautet das Motto der Bodelschwingh-Schule am Standort Alte Flur, das beim Besuch des Hauses auf einem großen Schild sofort ins Auge fällt. „Wir können es nun eigentlich um den Zusatz ‚mit Sonnenenergie‘ ergänzen“, sagt Elisabeth Völlings von der Energiegenossenschaft Krefeld.

Auf dem Dach der Schule ist seit Dienstag eine Photovoltaikanlage in Betrieb, die mehr als die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs der Schule durch Solarenergie ersetzt – und 23 Tonnen Kohlendioxid einsparen kann. Einziges Manko: „Leider kann der gewonnene Strom hier nicht direkt im Gebäude verbraucht werden, da er komplett ins Netz eingespeist wird“, erläutert Elisabeth Völlings. Die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes habe sich gegen das aus Sicht der Genossenschaft günstigere Modell entschieden.

Schulleiter Alexander Ebert freut sich, dass mit der Anlage auf „seinem Haus“ nicht nur „ein wichtiges Projekt in Zeiten des Klimawandels“ realisiert werden kann, sondern auch den Schülern signalisiert werde, wie der Strom in die Schule kommt. „Wir können die Einsparung von Energie bei uns nun greifbar, fassbar und sichtbar machen.“ Über einen Fernsehbildschirm oder ein anderes Medium sollen die Schüler künftig in Zahlen sehen, wie viel Energie gerade auf dem Schuldach produziert wird.

Schon bei dem Aufbau der Anlage wurden die Schüler in das Projekt eingebunden. Sieben junge Männer aus dem Bereich Gartenbau halfen mit, die Bestandteile der Anlage zu transportieren und mit Hilfe eines Dachdeckers nach oben zu befördern. Für die Montage und die elektrotechnische Installation sorgte eine Fachfirma.

Ebert bemängelte, dass noch viel zu wenig Schüler und Bildungsinstitute in entsprechende Projekte eingebunden würden. „Wenn man die Energiewende möchte, dann muss man auf die jungen Menschen setzen. Langfristig muss ein Bewusstsein her, die Schüler müssen damit aufwachsen.“

Krefelds Bürgermeisterin Gisela Klaer, die gestern bei der Präsentation auf dem Schulgebäude als Vertreterin der Stadt anwesend war, ergänzte einen weiteren Aspekt, der ebenfalls dabei eine Rolle spielt, wenn Schüler oder gar schon Kita-Kinder von dem Thema gefangen würden. „Sie tragen die Diskussion um die Energieproblematik womöglich in die Familie und sprechen beim gemeinsamen Abendessen darüber.“

Es handelt sich um das zweite Projekt der Energiegenossenschaft Krefeld. Die erste Solaranlage war Ende 2018 auf dem Dach der alten Samtweberei präsentiert worden. „Das aktuelle Projekt liegt mir aber besonders am Herzen“, sagt Elisabeth Völlings, die fast vier Jahrzehnte selbst Pädagogin an der Bodelschwingh-Schule war – davon zuletzt vier Jahre bis zum Sommer 2019 als Leiterin.

1300 Anlagen gibt es in Krefeld,
30 000 könnten es sein

Trotz aller Freude über die bereits zweite für 30 000 Euro realisierte Solaranlage wird Kritik von der Energiegenossenschaft laut, dass in der Stadt noch nicht genug Anlagen existierten. Denn derzeit gibt es laut Mitglied Kurt Biederbick 1300, die für zwei Prozent des Stromverbrauchs sorgen könnten. 30 000 für bis zu 20 Prozent könnten es aber sein.

„Unsere Schule an der Stettiner Straße soll in diesem Jahr auch ein neues Dach bekommen. Es wäre schön, wenn wir dort mit diesem Projekt anknüpfen können“, sagt auch Schulleiter Alexander Ebert.