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Krefeld: Neuer Geschäftsführer fürs Gemeinschaftstheater

Theater in Krefeld : Der neue Mann am Theater

Frank Baumann ist neuer Geschäftsführer des Gemeinschaftstheaters Krefeld-Mönchengladbach. Bisher hat er an der Deutschen Oper in Düsseldorf gearbeitet.

Der neue Geschäftsführer des Theaters Krefeld und Mönchengladbach ist Frank Baumann. Der 57-jährige Diplomkaufmann, der aus dem Rechnungswesen kommt, wie er selbst sagt, war die vergangenen 21 Jahre unweit, ebenfalls an einem Zweistädte-Theater, tätig. Baumann, der dem langjährigen Geschäftsführer Michael Magyar folgt, der als einer der Väter des Theater Krefeld und Mönchengladbach in Form der gemeinnützigen GmbH gilt, war Leiter Finanz- und Rechnungswesen an der Deutschen Oper am Rhein. Von ebenfalls einem Haus mit zwei Trägerstädten kommend, dort Duisburg und Düsseldorf, hier bekannterweise Krefeld und Mönchengladbach, bringt Baumann ideale Voraussetzungen mit, um mit eventuellen Fallstricken derartiger Konstellationen umgehen zu können. Magyar und Baumann kannten sich schon zuvor und natürlich die jeweiligen Häuser – der Neue wusste wohl genau, worauf er sich einlässt und das Theater vice versa, wen es sich in das Haus holen.

Der Neue wurde schon
zwei Monate eingearbeitet

Nach der offiziellen Ausschreibung blieben letztendlich eine Handvoll Bewerber übrig, aus denen in Koordination mit den Trägern schließlich Baumann ausgewählt wurde. Wohl auch wegen seinen Erfahrungen an der Deutschen Oper am Rhein, wo es ähnliche Probleme zu lösen galt und gilt wie eventuell demnächst auch in Krefeld. Der Neue und der Scheidende haben inzwischen schon zwei Monate zusammengearbeitet. Baumann wurde durch Magyar eingearbeitet, konnte das Team, das Haus, wohl auch die „Baustellen“ kennenlernen.

Und nicht nur wegen Corona, was vielleicht hoffentlich irgendwann doch der Vergangenheit angehören wird, erwarten das hiesige Theater durchaus beachtenswerte Aufgaben, denen sich der Neue neben Generalintendant Michael Grosse vermehrt widmen möchte, wie er betonte. Die Konstruktion einer Doppelspitze – dies war auch schon unter Magyar so – bleibt bestehen. Mit Schwerpunkt auf den kaufmännischen Bereich möchte Baumann sich, wie er bei seiner offiziellen Amtsübernahme im Haus erläuterte, auf drei Herausforderungen konzentrieren.

Schwerpunkte: Marketing, Controlling und Renovierung

Er wolle das Marketing zusammen mit dem Marketingleiter Philipp Peters am Haus erweitern und optimieren, erklärt er. Dabei gehe es nicht nur darum, die bestehenden Besucher an das Haus weiter zu binden, sondern auch neue Besucher zu gewinnen – zunächst eine Selbstverständlichkeit. Doch auch perspektivisch nach der nicht leichten Corona-Situation müsse man sich die Frage stellen, wie man die Häuser füllen wolle. Hierbei wolle man auch vermehrt mit der Presse zusammenzuarbeiten, um der Öffentlichkeit deutlich zu machen, welche „Perlen“ die beiden Städte mit ihren Theatern hätten.

Der zweite Schwerpunkt sei die Optimierung des Controllings, sagt Baumann. Dabei gehe es darum, die Finanzen gemeinsam mit den Bereichsleitern so zu steuern, dass die zur Verfügung stehenden Mittel möglichst optimal eingesetzt werden und das gewünschte Ergebnis dabei herauskommt.

Intendant: Jede Entscheidung
ist eine künstlerische

Der dritte Schwerpunkt – und hierbei handelt es sich um ein Thema, womit auch schon die Deutsche Oper am Rhein auch immer wieder und jüngst in besonderem Maße zu tun hatte – ist der Zustand der Häuser. „Jener bedingt, dass wir hier in den nächsten Jahren massive Tätigkeiten ausüben müssen, um technische Probleme in den Griff zu bekommen, in Griff zu halten“ und, so führt Baumann wörtlich fort, „die Bespielbarkeit zu erhalten“. 2025 schließlich in Krefeld und später in Mönchengladbach seien größere Sanierungen zu erwarten. Dies alles in enger Abstimmung mit den Städten und den Stadtverwaltungen.

Wobei Intendant Michael Grosse zeitgleich betonte, dass der Spielbetrieb aktuell nicht gefährdet sei. Trotzdem haben die technischen Anlagen am Theater Krefeld etliche Jahrzehnte auf dem Buckel und man darf die Augen davor nicht verschließen, dass es früher oder später ein brennendes Thema werden könne, diese zu sanieren.

So sehr Magyar auf gute und bedeutende Jahr zurückblicken kann, so erwarten Frank Baumann gewiss nicht weniger gewichtigere. Eines stehe aber über allem, wie Grosse betonte: „Jede Entscheidung, die man an einem Theater trifft, ist eine künstlerische“ – weil man nun mal an einem Theater ist.