Gesellschaft Eine neue Unterkunft für obdachlose Frauen am Start

Krefeld · Getrennt von Männern planen Stadt und der Sozialdienst Katholischer Frauen ein Hilfeangebot mit Tagestreff, Notschlafstelle und einer langfristigen Wohngemeinschaft. Eröffnung ist für den Sommer geplant

Sie stellten gemeinsam das Projekt „Obdach für Frauen“ vor (v. l.): Sozialdezernentin Sabine Lauxen, Oberbürgermeister Frank Meyer, Martina Eckers (SkF) sowie Martina Bergmann (Gleichstellungsstelle der Stadt Krefeld).

Sie stellten gemeinsam das Projekt „Obdach für Frauen“ vor (v. l.): Sozialdezernentin Sabine Lauxen, Oberbürgermeister Frank Meyer, Martina Eckers (SkF) sowie Martina Bergmann (Gleichstellungsstelle der Stadt Krefeld).

Foto: Stadt Krefeld

Der Internationale Frauentag als Datum war nicht zufällig als Termin gewählt. „Zumindest die Situation der obdachlosen Frauen in Krefeld wollen wir nicht nur an diesem Tag, sondern an allen 365 Tagen des Jahres verbessern“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Gemeinsam mit Dezernentin Sabine Lauxen und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) stellte er im Rathaus die geplante neue Obdachlosenunterkunft ausschließlich für Frauen vor. Die führen auf der Straße oftmals ein wenig bis gar nicht sichtbares Leben, seien vielmehr Übergriffen und Gewalt ausgesetzt als Männer und litten noch viel häufiger unter Psychosen als die. „20 bis 30 Frauen haben ein Interesse an dieser neuen Einrichtung“, sagt Sabine Lauxen und zitiert damit die Einschätzung der Streetworker in Krefeld.

Wie viele Frauen tatsächlich auf der Straße leben, ist nicht bekannt. Laut Verwaltung leben aktuell zwischen 300 und 400 wohnungslose Menschen in Krefeld, von denen ein Großteil obdachlos ist. Davon sind ein Drittel Frauen. Die hätten oftmals noch andere Möglichkeiten als Männer, nachts irgendwo unterzukommen. Doch zu welchem Preis? In der städtischen Notschlafstelle an der Feldstraße gibt es einen baulich abgetrennten Bereich nur für Frauen. „Der wird regelmäßig nur von drei bis fünf Frauen genutzt“, berichtet Lauxen. Die anderen würden wegen der Männer dort „lieber“ auf der Straße nächtigen. „Alleine das morgens rauskommen, vorbei an Männern, und abends wieder reingehen, halte sie von der Einrichtung fern.“ Zu viel Belastendes in ihrem Leben hätten sie schon erlebt.