Krefeld: Nach Pleite muss Hälfte der Neumann-Mitarbeiter gehen

Nach Pleite : Neumann: Hälfte des Personals muss gehen

Für das insolvente Systemhaus in Fichtenhain ist ein Investor gefunden.

Die JM Neumann Elektronik GmbH im Europark Fichtenhain A wird von einer Oberhausener Unternehmensgruppe um den Investor Marco Alvino übernommen. Damit ist eine Schließung zum Ende des Jahres abgewendet.

Ab 1. März 2020 wird das Krefelder Systemhaus mit den Spezialgebieten Kommunikation, Beschallung und Notruf-Alarmierung unter dem Namen Neumann Elektronik GmbH firmieren. Alvino kauft den Hersteller für Informations-, Beschallungs- und Sicherheitstechnik mit den zwei Gründern der Communications Ltd. mit Sitz in St. Petersburg.

Produktpalette bleibt erhalten, Standort ist unklar

In der Branche sei die Unternehmensgruppe aus Oberhausen bereits „äußerst erfolgreich tätig“, sagt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Jan-Philipp Hoos zum Abschluss der Verhandlungen. Damit sei sichergestellt, dass die gesamte Produktpalette bei Neumann Elektronik erhalten bleibe.

Hoos hatte JM Neumann Elektronik als sogenannter Sachwalter seit der Anmeldung der Insolvenz und Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Krefelder Amtsgericht im Oktober betreut. Sachwalter überwachen eine Firma in der Insolvenz, agieren anders als Insolvenzverwalter. Während der ganzen Suche nach einem Investor hatte JM-Geschäftsführer Jörg Michhöfer das Unternehmen weiter in Eigenverwaltung geleitet.

Bei Anmeldung der Insolvenz waren bei dem 56 Mitarbeiter beschäftigt. Der Investor will die Hälfte der Belegschaft übernehmen. Unklar ist noch, ob der Standort Krefeld erhalten bleiben wird.

Der Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten habe bei der Auftragslage im internationalen Geschäft gelegen, sagt Hoos. Sie habe sich „nicht so entwickelt wie erforderlich“. Deswegen habe das Unternehmen frisches Kapital gebraucht und es seien „auf personeller Ebene Anpassungen nötig gewesen“, die über die entsprechende Sanierung per Insolvenzantrag geplant worden seien. Das Ziel sei gewesen, „so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten“, hatte Hoos angekündigt.

Das Unternehmen blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Nach der Gründung der Gottfried Neumann Hochfrequenztechnik Ende des 19. Jahrhunderts folgte 1948 die Gründung der Neumann Elektronik GmbH. 2019 kam es zum Management Buy-Out, wie es heißt, wenn eine Firma durch die eigene Geschäftsleitung übernommen wird. Der Name wurde bei diesem Schritt in JM Neumann Elektronik GmbH geändert. 2018 wurde der Standort von Mülheim an der Ruhr in den Europark Fichtenhain A verlegt. Mit der Technik des Unternehmens arbeiten Kunden in der Schwerindustrie, in Öl-, Gas- und Kohlebergbau, Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen.