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Krefeld: Multifunktions-Einrichtung für Verkehr am Hauptbahnhof geplant

Verkehrswende : Mobilstation hinterm Hauptbahnhof wird ein „Leuchtturmprojekt“

Radstation, Verknüpfungspunkt verschiedener Verkehrsarten, Gastronomie, Carsharing und E-Mobilitäts-Angebote – dies und mehr soll eine neue Einrichtung am Südausgang bieten. Vorarbeiten haben begonnen.

Bei der Krefelder Stadtverwaltung haben die Vorarbeiten zum Bau einer „Mobilstation“ am Südausgang des Hauptbahnhofs begonnen. „Aktuell ist ein Gutachten in Arbeit, das potentielle Standorte mit multimodalen Angeboten im VRR-Raum unter die Lupe nimmt und Potentiale aufzeigen soll. Ergebnisse werden im Juni erwartet.“ Dies berichtet Manuel Kölker vom Presseteam der Stadt.

Mobilstationen sind Verknüpfungspunkte für völlig unterschiedliche Verkehrsarten. Der Verkehrsclub Deutschland (VCR) nennt für sie als Kriterien unter anderem eine zentrale Lage in der Innenstadt – besser noch seien mehrere Stationen über eine Stadt verteilt. Es muss eine gute Anbindung an Busse und Bahnen geben, Carsharing-Angebote und Leihfahrräder, Fahrrad-Abstellmöglichkeiten, Informationstafeln zu den verschiedenen Verkehrsangeboten und einen barrierefreien Zugang. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Zukunftsnetz Mobilität NRW einen Gestaltungsleitfaden entwickelt. Dieser nennt zusätzlich eine gute Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit sowie eine intuitive Orientierung.

Unterschiedliche Angebote werden miteinander kombiniert

Die Philosophie dahinter: Damit Wege nicht immer nur mit dem eigenen Auto zurückgelegt werden, sollen an solchen Stationen unterschiedliche Angebote  miteinander kombiniert werden. Mit dem Rad geht es zu einem Vorort-Bahnhof wie Forstwald, dann weiter mit dem Zug zum Hauptbahnhof im Zentrum, darauf mit Bus, Straßenbahn oder dem Leih-E-Bike zum Arbeitsplatz, zum Einkauf oder zum Arzttermin.

Oberbürgermeister Frank Meyer erklärt dazu: „Leuchtturmprojekte wie die Mobilstation oder die Promenade sind enorm wichtig, wenn die Verkehrswende in Krefeld gelingen soll. Die Verbindung aus Werkstatt, Carsharing, Radverleih, Angeboten für E-Mobilität und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, die hinter dem Hauptbahnhof an zentraler Stelle entstehen soll, wäre eine praktische Hilfe für Pendler und Radfahrer, aber auch ein sichtbares Signal: Mobilität ist ein Schlüssel für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt – hier müssen wir zu Lösungen kommen.“ Das Mobilitätskonzept, das gerade zusammen mit den Bürgern entstehe, zeige dafür Mittel und Wege auf.

Konkret ist für Krefeld nach Auskunft von Manuel Kölker angedacht, im Zuge der neuen Konzeption die auf der Nordseite vorhandene Radstation, welche in die Jahre gekommen ist, inklusive Stellflächen und Werkstatt an den Südausgang zu verlagern. „Planungskosten sind bereits im Haushalt berücksichtigt. Zudem sollen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden“, berichtet Kölker.

Die durch die Diakonie betriebene Radstation hat derzeit rund 350 Plätze. Die neue Mobilstation am Südausgang könnte größer werden und erheblich mehr bieten. Als weitere Ausstattungs-Ideen für sie nennt Kölker Ladestationen, Stellflächen für Taxis und E-Bikes, Rad-, E-Bike und Lastenrad-Verleih, Anbindung an Buslinien sowie Gepäckschließfächer, WLAN, Gastronomie und Witterungsschutz. Vorhanden sein könnten außerdem Aufenthaltsräume, Sitzgelegenheiten und Informationsangebote. Auch Parkplätze für Pendler sollen sich in der Nähe befinden.

Finanzielle Fördermöglichkeiten für solche Angebote sind zum Beispiel als Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums vorhanden. Erst im vergangenen Dezember stellten das Land NRW und die Europäische Union der Stadt Bonn Fördermittel in Höhe von 11,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld dort ist im Rahmen des Programms „Aktivraum E-Mobilität“ für den Bau von 36 Mobilstationen eingeplant. Auch diese sollen mit Fahrradboxen und Ladestationen für E-Bikes und E-Autos ausgerüstet werden. Die Bewilligungsbescheide für die Fördergelder hatte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart höchstselbst an die Stadt Bonn und die dortigen Stadtwerke übergeben.

Ganz so weit ist Krefeld noch nicht. Nach Auskunft von Manuel Kölker wird ab 2021 das Vorhaben hinter dem Hauptbahnhof vom Eigenbetrieb Zentrales Gebäudemanagement konkret geplant und schließlich auch realisiert. Im Haushalt 2021 seien dafür 500 000 Euro vorgesehen, 2022 zwei Millionen Euro und 2023 weitere vier Millionen Euro. „Darin enthalten sind auch die Planungskosten. Details liegen noch nicht vor, das Vorhaben befindet sich noch nicht in der Planungsphase“, sagt der Stadtsprecher.