Krefeld: Michelin-Restaurant „Chopelin“ schließt - Alles wird verkauft

Pachtvertrag nicht verlängert : Guide-Michelin-Restaurant „Chopelin“ in Krefeld schließt - Es wird alles verkauft

Das einzige Guide-Michelin-Restaurant in Krefeld ist seit Anfang 2019 geschlossen. Die Casinogesellschaft verlängert den Pachtvertrag nicht. Jetzt wird alles verkauft.

„Danke. Es war uns eine Ehre.“ Die Familie Chopelin findet knappe Worte, um sich auf ihrer Website nach 17 Jahren aus dem Gastronomie-Gewerbe in Uerdingen zu verabschieden. Am Silvesterabend hatte das einzige im Guide-Michelin geführte Restaurant in Krefeld an der Rheinpromenade zum letzten Mal geöffnet – ein glanzvolles Ende für den „frischen Franzosen“.

Bastien Chopelin ist aktuell auf der Suche nach einem Lokal

Nicht ganz: Zwar freut sich Inhaber Yves Chopelin auf den Ruhestand – „ich werde 70 dieses Jahr. Die Gastronomie ist ein harter Beruf und ich stand jahrelang in der Küche. Jetzt ist Schluss“, sagt er. Verabschieden wollten sich die Chopelins aber eigentlich nicht aus Krefelds Gastro-Szene. Der Pachtvertrag mit der Casinogesellschaft läuft laut Yves Chopelin Ende Februar aus; die Hauseigentümer lehnten eine Verlängerung aber im vergangenen Sommer ab.

„Wir haben uns gut vorbereitet, ein zukunftsfähiges Konzept präsentiert und bewiesen, dass die nächste Generation des Chopelin in den Startlöchern steht“, sagte Bastien Chopelin, Sohn von Yves Chopelin, damals der WZ. Der Servicechef im Restaurant und Kopf des Eventmarketings hatte sich für die alleinige Fortführung des Pachtvertrages beworben – ohne Erfolg. Die Absage gab es Anfang Juni vergangenen Jahres.

Der nächste Abverkauf
ist für 9. und 10. Februar geplant

Nun ist er auf der Suche nach einem neuen Lokal in der Stadt – gefunden hat er nach Angaben seines Vaters bisher aber nichts. „Etwas Kleines, Überschaubares soll es sein“, sagt Yves Chopelin. Ein Großteil des ehemaligen Chopelin-Personals wäre gerne bei seinem Sohn geblieben, habe aber inzwischen neue Jobs gefunden, „jetzt steht er ganz alleine da“, sagt der Vater. „Die Zukunft ist ungewiss.“

Derweil ist vor wenigen Tagen der Abverkauf des Inventars im Casinogebäude gestartet. Gläser, Teller, Besteck, Tischwäsche, Deko, Wein – „Alles muss raus“, heißt es auf der Website. Die Nachfrage sei besonders am vergangenen Sonntag groß gewesen, sagt Yves Chopelin. Weg ist aber trotzdem nicht alles. Das restliche Inventar soll am Wochenende, 9. und 10. Februar, verkauft werden: 11 bis 16 Uhr, Casinogasse 1, an der Uerdinger Rheinpromenade.

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