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Krefeld: Marketing arbeitet an Konzept für "Made-in-Krefeld-Markt"

Corona und Weihnachtsmärkte : Pläne für Weihnachtsmärkte – doch finden sie auch statt?

Krefelder Stadtmarketing arbeitet an Konzept für "Made-in-Krefeld-Weihnachtsmarkt" im Corona-Jahr.

An den heißesten Tagen des Jahres über einen Weihnachtsmarkt nachzudenken, mutet vielleicht etwas seltsam an. Doch die Mitarbeiter des Krefelder Stadtmarketings machen derzeit genau das. „Wir arbeiten an einem Konzept, wie in diesem Jahr ein ,Made-in-Krefeld-Special-Markt’ realisiert werden könnte. Ende August/Anfang September will man entscheiden“, berichtet die stellvertretende Marketing-Leiterin Claire Neidhardt. Vor allem die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie, die in diesem Sommer schon sämtliche Volksfeste verhindert hat, bereitet ihr große Sorgen.

Rückblick: Im vergangenen Februar legte die Stadtverwaltung ein neues Konzept für die Krefelder Weihnachtsmärkte vor. Dessen Kernpunkte sind eine Ausweitung des erfolgreichen „Made in Krefeld“-Marktes auf große Teile des Dionysiusplatzes, die Einrichtung eines neuen Wintermarktes mit traditionellen und gastronomischen Angeboten auf dem Platz an der Alten Kirche sowie der Umzug des Besonderen Weihnachtsmarktes auf den Dr.-Hirschfelder-Platz. „Wir möchten eine dauerhafte Perspektive für schöne, lebendige und atmosphärisch dichte Adventsmärkte in der Innenstadt schaffen“, sagte damals Oberbürgermeister Frank Meyer.

Doch die Pandemie hat hinter dieses neue Konzept ein großes Fragezeichen gesetzt. Die 32. Ausgabe des Besonderen Weihnachtsmarktes ist von den Organisatoren schon schweren Herzens abgesagt worden. An seiner statt wird am 5. Dezember „nur“ ein Online-Markt stattfinden, um den teilnehmenden Vereinen eine Plattform zu bieten.

Für den Ausbau von „Made in Krefeld“ in diesem Jahr waren vom Stadtrat 170 000 Euro im Haushalt dieses Jahres zur Verfügung gestellt worden. Erstmals war das Stadtmarketing 2017 damit an den Start gegangen. Von Anfang an standen regionale Warenangebote im Fokus. Zuletzt nahmen rund 40 Aussteller  am Markt teil.

Am neuen Standort auf der südlichen Seite des Dionysiusplatzes soll das Angebot, so der Plan, nochmals erweitert werden und mehr Gastronomie umfassen. Wobei Qualitätskriterien wie Nachhaltigkeit und Regionalität erhalten bleiben sollen. Was sogar für Pommes und Glühwein gilt, bei denen die Rohware aus nachhaltigem und ökologischem Anbau kommen soll. Auch überdachte Aufenthaltsbereiche sind vorgesehen.

Aber lässt sich dies alles unter Corona-Bedingungen überhaupt umsetzen? Wie könnten zum Beispiel Hygienevorschriften an den Weihnachtsmarkt-Buden und Glühwein-Ständen eingehalten werden? Müsste es Einlass-Vorschriften und entsprechende Absperrungen für das Gelände geben? Oder muss der Markt komplett abgesagt werden, wenn die Pandemie das Land weiter im Griff hat? Diese Fragen sind derzeit offen – zumal die Zahlen wieder nach oben gehen (siehe Seite 18).

Wintermarkt: Konzession bis einschließlich 2024 vergeben

Geklärt ist auf jeden Fall schon, dass es in der Weihnachtszeit weiter Reibekuchen in Krefeld geben wird: Das Verfahren zur Vergabe der Dienstleistungskonzession für den geplanten Wintermarkt auf dem Platz an der Alten Kirche ist nach Auskunft von Claire Neidhardt abgeschlossen. „Die Dienstleistungskonzession für die Durchführung wurde an das Günter-Thommessen-Christmas Event-Management für die Jahre 2020 bis einschließlich 2024 vergeben.“

Thommessen und seine Frau Alice sind seit vielen Jahren mit ihren Imbiss- und Getränkebuden fester Bestandteil des „traditionellen“ Weihnachtsmarktes an der Dionysiuskirche. Sie hatten von 2015 bis 2019 mit ihrer Firma die Konzession zur Ausrichtung dieses Marktes erhalten.

Der neue Vertrag, der mit ihnen abgeschlossen wurde, enthält übrigens eine Besonderheit: Er verlängert sich automatisch um ein Jahr, falls coronabedingt der Wintermarkt abgesagt werden müsste.  Auch hierüber ist aber noch keine Entscheidung gefallen.