Stadtgeflüster Krefelder Kuriositäten und der Osterhase

Krefeld · Auch in dieser Woche war der Flüsterer wieder in der Stadt unterwegs. Er berichtet von Baustellen, überflüssigen Straßenschildern und vielem mehr.

 Auch wenn davon wenig zu sehen ist: Hinter der Plane läuft der Abriss der Häuser an der Gerberstraße.

Auch wenn davon wenig zu sehen ist: Hinter der Plane läuft der Abriss der Häuser an der Gerberstraße.

Foto: WZ/Werner Dohmen

Die Fastenzeit hat begonnen. Doch der Stadtflüsterer verzichtet trotzdem nicht darauf, Dinge, die ihm beim Bummel durch Krefeld aufgefallen sind, brandheiß zu servieren. Lesen Sie, was ihm in dieser Woche alles aufgefallen ist.

Bistrowagen an der Baustelle

Ein Bistrowagen zu Füßen des „Mississippi-Dampfers“ hat vor wenigen Tagen das Interesse seiner Bewohner geweckt. An dem kleinen Fahrzeug wurden heiße Getränke und belegte Brötchen ausgegeben. Leider kein neuer Service für die hungrigen Hausbewohner mussten diese erfahren: Die Ingenieurgesellschaft Aarsleff Rohrsanierung hatte vielmehr Experten für Entwässerung aus mehreren Städten Nordrhein-Westfalens sowie des Landesumweltministeriums auf der Baustelle Philadelphiastraße zu Gast. Im Auftrag des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK) hat die Firma dort mit der Sanierung der ersten rund 600 Meter des Kanals begonnen. Das angewendete innovative Verfahren, bei dem die Straße nicht aufgegraben werden muss, stieß auf großes Interesse – so wie auch Speisen und Getränke, die ausschließlich für die illustren Gäste am Bistrowagen angeboten wurden.

An einer Ladentür am Bismarckplatz hängt seit der Demo gegen rechts dieses farbenfrohe Banner der Seebrücke.

An einer Ladentür am Bismarckplatz hängt seit der Demo gegen rechts dieses farbenfrohe Banner der Seebrücke.

Foto: Yvonne Brandt

„Technische Pause“ im Gericht

Möglicherweise hätte sich der eine oder andere Mitarbeiter am Landgericht in dieser Woche auch über eine Stulle gefreut, als ein Prozess aufgrund der langen Zeugenbefragung dann doch etwas länger als zunächst gedacht lief. Der Stadtflüsterer hatte auf der Besucherbank Platz genommen und sich an einer Stelle gewundert, als die Richterin mit den Worten „Wir machen zwei Minuten technische Pause“ mit ihren Kollegen und den Schöffen den Saal verließ. Staats- und Rechtsanwalt taten es ihr gleich, nahmen aber einen anderen Ausgang. Weil die Technik ganz normal lief, fragte sich der Flüsterer, was der Begriff „technische Pause“ nun genau meinte. Die Justizvollzugsbeamten, die im Saal auf den Angeklagten aufpassten, gaben einen Tipp. „Technische Pause“ ist demnach nur eine Umschreibung dafür, dass jemand aufs stille Örtchen muss.

Abriss an der Gerberstraße

Kommen wir zurück zum Thema Baustellen. Lange Zeit ist über den Abriss von zwei alten Häusern an der Rückseite des ehemaligen Krefelder Stadtbads gestritten worden. Sie bildeten früher den Eingang zum Freibad an der Gerberstraße, sind aber seit Jahren unbewohnt und immer stärker verfallen. Im Dezember hat der Abriss begonnen – und der kommt langsam, aber sicher voran. Wie der Stadtflüsterer vor Ort durch die schützende Plane erkennen konnte, sind Teile des Daches schon abgetragen. Auch zum Nachbarhaus, dessen Eigentümer sich gegen den Abriss lange gewehrt hatten, klafft bereits eine Lücke. Das ehemalige Eingangstor zu Freibad ist aber immer noch erhalten.

Bei Rot hier halten

Ein rätselhaftes Schild steht am Fußgängerüberweg Ostwall zur Haltestelle Rheinstraße.

Ein rätselhaftes Schild steht am Fußgängerüberweg Ostwall zur Haltestelle Rheinstraße.

Foto: Werner Dohmen

Ein rätselhaftes Schild irritiert Fußgänger am Ostwall-Übergang zur Haltestelle Rheinstraße. „Bei Rot hier halten“ ist darauf für Personen zu lesen, die aus Richtung Eiscafé den Fußgängerüberweg nutzen wollen. Welches Fahrzeug aber ausgerechnet an dieser Stelle zum Halten aufgefordert wird, bleibt unklar. Eigentlich dürften sich dort nur Fußgänger befinden.

Schild vergessen

Apropos Verkehrsschild: Wegen der Großbaustelle am Hauptbahnhof ist in diesem Jahr der große Rosenmontagszug in Teilen eine andere Strecke gezogen. Vom Sprödentalplatz aus ging es über Uerdinger Straße rechts in die Viktoriastraße bis Bismarckplatz und von dort links weiter über die Cracauer Straße. Dementsprechend musste auf der Friedrichstraße und im Bismarckviertel der Autoverkehr umgelenkt werden. Wer über die Bismarckstraße Richtung Süden fuhr, konnte deshalb ab dem Morgen nicht mehr nach rechts auf den Bismarckplatz einbiegen. Spätestens am Abend hätte diese vorübergehende Verkehrsführung wieder aufgehoben werden sollen. Doch die Stadt hatte wohl schlichtweg das Schild vergessen. Und so fragten sich jetzt tagelang Verkehrsteilnehmer: Dürfen wir dennoch rechts abbiegen oder müssen wir auch nach Karnevalsende weiter die Umleitung fahren?

Banner gegen rechts

Nachahmenswert. Mit diesem Wort endete eine Meldung über das Banner „Kein Quartier für Rassismus“ an einer Geschäftstür im Bismarckviertel in der letzten Folge. Sehr zur Freude von Seebrücke, Flüchtlingsrat und Frauencafé. Gemeinsam hatten sie das Banner gestaltet, 30 mal 60 Zentimeter groß, aus Kunststoff mit vier Ösen und wasserfestem Statement: „Farbe bekennen gegen Rassismus, AfD und Rechtsextremismus!“ Wer ein solches Banner haben möchte, kann es unter [email protected] bestellen. Gerne gegen eine kleine Spende.

Osterhasen schon im Fenster

Karneval und der Valentinstag mit Pappnasen, Clownsmasken und roten Herzen sind gerade erst vorbei, da grüßt schon das nächste große Fest in den Schaufenstern der Krefelder Innenstadt. Denn egal, ob in der Konditorei Heinemann, bei Lechner und Heyn an der Rheinstraße oder einige Schritte weiter bei Kodi: Allüberall hat die Oster-Deko Einzug gehalten. Die Kunden wissen es zu schätzen. „Schau mal, wie hübsch“, hörte der Flüsterer vor wenigen Tagen von einer Dame, die mit ihrem Mann die an Häschen reiche Auslage der Konditorei bewunderte.

Hübsche Oster-Deko wie hier im Schaufenster von Café Heinemann in Krefeld findet sich vielfach in der Innenstadt.

Hübsche Oster-Deko wie hier im Schaufenster von Café Heinemann in Krefeld findet sich vielfach in der Innenstadt.

Foto: WZ/Werner Dohmen
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