"Krefeld Klima 2030" heißt ein Konzept, das bis Ende 2019 erarbeitet wird

Klimaschutz in Krefeld : Klimaschutz beginnt schon im Heizungskeller

Bis Ende des Jahres soll das Konzept „Krefeld Klima 2030“ erarbeitet sein. Darin werden konkrete Maßnahmen der Stadt, aber auch für jeden Bürger stehen.

Eine Kooperation mit der Bewegung „Fridays for Future“ gibt es zwar nicht, sagt Umweltdezernent Thomas Visser. Doch der Termin zur Vorstellung erster Ergebnisse bei der Erstellung des Konzepts „Krefelder Klima 2030“ ist kurz vor der Mahnwache vor dem Krefelder Rathaus gut gewählt. Und für besagte Mahnwache lässt Visser auch klare Sympathien erkennen. „Den Schülern jetzt zu sagen, ihr dürft während der Unterrichtszeit nicht demonstrieren, das geht gar nicht“, sagt er.

Was kann die Stadt Krefeld tun, um die CO2-Emissionen zu senken? Wie können sich private Haushalte, Verwaltungen, Industrie und Handwerk, aber auch Vereine, Schulen und Kindergärten einbringen? Dies soll „Krefeld Klima 2030“, das mit Bundesmitteln gefördert wird, aufzeigen.  „Wobei wir uns auch nach Fertigstellung des Konzepts nicht zurücklegen und sagen können: Das war es dann“, so Visser. Klimaschutz sei eine dauerhafte Aufgabe, zu der die ganze Bürgerschaft etwas beitragen könne.

Dass der Klimawandel längst begonnen hat, macht André Möller von der Firma Wert-Sicht, die an der Erarbeitung des Konzepts beteiligt ist, anhand von einigen Zahlen klar. Die Zahl der Sommertag mit mehr als 25 Grad hat in NRW seit 1951 um 17 zugenommen, bei Hitzetagen mit mehr als 30 Grad gab es  sechs mehr. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Frosttage um 17, die Zahl der Eistage um sieben gesunken. Gleichzeitig fällt im Sommer immer weniger Regen, was 2018 Folgen für die Rheinschifffahrt hatte – und zum Austrocknen der Niepkuhlen führte.

Das Klimaschutzkonzept für Krefeld will zweierlei: Nach einer Analyse des Ist-Zustandes sollen Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen erarbeitet werden. Darüber hinaus will es aber auch die Frage beantworten, wie die Folgen des Klimawandels abgemildert werden können. „Krefeld geht hier einen Schritt weiter als andere“, so Möller.

Die bisher beispielhaft aufgezeigten Maßnahmen sind keine Überraschung. Um weniger Strom und Wärmenergie zu verbrauchen, können Fassaden gedämmt, neue Fenster eingebaut und fossile Energieträger vermieden werden. Die Senkung der Raumtemperatur im Winter (Faustformel: ein Grad spart sechs Prozent Heizenergie) kann jeder Bürger zuhause umsetzen.

Splitt statt Grün ist
schlecht fürs Klima

„Wenn ich die Heizung runter stelle, dann rette ich doch nicht das Klima der Welt.“ Von solchen Gedanken müsse man sich verabschieden, sagt Visser. Splitt statt Grün im Vorgarten sei  „klimaökologisch sehr ungünstig“, ergänzt André Möller. Zu einer „grünen“ Stadtgestaltung mit vielen Freiflächen und Fassadenbegrünungen kann jeder Bürger beitragen.

Die Stadt wiederum schafft den Ausbau des Radwegenetzes und die Stärkung des ÖPNV im Rahmen des Mobilitätskonzeptes. Die energetische Sanierung der Schulen habe längst begonnen. „Wir sind nicht bei Null“, sagt dazu der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Verbraucherschutz, Bernhard Plenker.

„Krefeld Klima 2030“ will weitere Maßnahmen aufzeigen. Und auch nicht verschweigen, was dies alles kostet. Als mögliches Projekt nennt Thomas Visser das neue Verwaltungsgebäude, das am Theaterplatz entstehen soll. Venlo könnte mit seinem Rathaus hier ein Vorbild sein.

Nicht durch Verordnungen, sondern durch Überzeugung sollen die Bürger gewonnen werden, betont Irina Blaszczyk vom Fachbereich Umwelt. Wenn der Bürger sich berührt fühle, dann werde er auch aktiv. Eine Online-Befragung, die am 9. April beginnt, ist eine Möglichkeit dazu, Maßnahmen vorzuschlagen oder eigene Aktivitäten auf dem Gebiet des Klimaschutzes vorzustellen.

Der Endbericht für „Krefeld Klima 2030“ soll bis Dezember 2019 fertig sein.