Krefeld 35-Jähriger soll Kokain an Minderjährigen verkauft haben

Auch auf dem Theaterplatz in Krefeld soll der Angeklagte Drogen angeboten haben.

 Ein Mann soll in Krefeld und Kempen Kokain verkauft haben.

Ein Mann soll in Krefeld und Kempen Kokain verkauft haben.

Foto: dpa/Christian Charisius

Der Theaterplatz in Krefeld ist trotz aller Kontrollen ein beliebter Drogenumschlagsplatz. Das weiß allerdings auch die Polizei, darum kontrolliert sie dort regelmäßig. So war es auch im Mai 2019, als den Zivilfahndern ein 35-jähriger Mann ins Netz gegangen sein soll, der zehn verkaufsfertige Packungen Kokain bei sich geführt haben soll. Dafür muss er sich seit Dienstag vor dem Landgericht verantworten.

Die Vorwürfe aus Mai sind nur die letzten aus einer längeren Reihe von mutmaßlichen Straftaten des Mannes ohne festen Wohnsitz in Deutschland. An Heiligabend 2018 wurde er von der Polizei in einem Parkhaus am Westwall kontrolliert. Dabei sollen die Beamten bei ihm 21 verkaufsfertige Einheiten Kokain sowie 18 Einheiten Heroin und eine kleinere Menge Marihuana gefunden haben – ein Drogengemischtwarenladen sozusagen.

Da so viel Rauschgift auch einigen Wert hat, soll der Mann auch einige Mittel zur Verteidigung dabei gehabt haben. In seiner Jackentasche sollen ein Taschenmesser und ein Tierabwehrspray gefunden worden sein.

Das würde nicht nur den Straftatbestand des Handelns mit Betäubungsmitteln erfüllen, sondern den des bewaffneten Handelns. Der sieht eine Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren vor. Nur in minder schweren Fällen darf es weniger sein. Ob hier ein solcher Fall vorliegt, wird das Gericht zu entscheiden haben.

Im März 2019 soll der Angeklagte außerdem am Kempener Bahnhof Kokain an einen Minderjährigen verkauft haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte die Drogen gewerbsmäßig verkauft hat, um davon seinen Lebensunterhalt zu decken – auch das muss das Gericht, wenn es bewiesen wird, strafschärfend berücksichtigen.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe weitgehend ein. Er habe allerdings nicht gewusst, dass sein Handelspartner in Kempen minderjährig war. Dieser habe ihn solange genervt, bis er ihm Drogen gegeben habe.

Der Prozess gegen den inhaftierten Angeklagten soll am 27. Januar fortgesetzt werden. Dann wird auch mit einem Urteil gerechnet.

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