Krefeld: Keksfabrik Gruyters muss erneut Insolvenz anmelden

Wirtschaft : Keksfabrik Gruyters muss erneut Insolvenz anmelden

2016 musste das Unternehmen an der Tannenstraße schon einmal saniert werden.

Vor zweieinhalb Jahren sah alles noch ganz gut aus: Die Keksfabrik Gruyters hatte Insolvenz angemeldet, konnte aber saniert und die damals rund 50 Jobs des Unternehmens an der Tannenstraße gerettet werden. Vor wenigen Tagen musste der Backwarenfabrikant allerdings erneut Insolvenz anmelden.

Wie beim ersten Mal hat das Amtsgericht Krefeld den Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Claus-Peter Kurth als Insolvenzverwalter bestellt. Wie es zu der erneuten Schieflage im Unternehmen kam, muss dieser nun erst einmal analysieren: „Momentan ist er dabei, sich vor Ort einen Überblick über die wirtschaftliche Ausgangssituation zu verschaffen“, teilte Thomas Feldmann, Sprecher von Kurths Kanzlei, mit. Alle Sanierungsoptionen würden geprüft, um das Unternehmen zu erhalten.

Das Unternehmen hat
derzeit 55 Mitarbeiter

Die 55 Mitarbeiter der Wilhelm Gruyters GmbH wurden bereits in der vergangenen Woche über das Verfahren informiert. Sie erhalten in den kommenden drei Monaten anstelle ihrer Gehälter Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit.

Der Geschäftsbetrieb soll vorerst ohne Einschränkungen weiter laufen. Die Conrad Schulte Feingebäck GmbH & Co. KG aus Rietberg, seit 2016 ist sie Partner der Keksfabrik Gruyters, sei von der Insolvenz nicht betroffen, sagt Thomas Feldmann.

1863 gründete Johann Wilhelm Gruyters das Krefelder Unternehmen, das sich im Laufe der Zeit auf die Produktion von Back- und Schokoladenwaren spezialisiert. Seit 1970 leitete ein Urenkel des Firmengründers, Helwig Gruyters, die Geschäfte. 1994 übernahm das Unternehmen Wilhelm Gruyters die Rechte an der Hamburgischen Traditionsmarke Kemm. 150 Kekssorten hat das Unternehmen nach eigenen Angaben im Sortiment.

 Im Februar 2016 hatte Gruyters schon einmal Probleme, damals konnte Insolvenzverwalter Kruth alle Arbeitsplätze sichern. „Das Unternehmen ist jetzt positiv aufgestellt. Die Kunden, die der Betrieb vorher hatte, konnten im Wesentlichen gehalten werden“, hieß es damals. Die Keksfabrik Gruyters sei „final saniert“.

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