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Krefeld: Kaesmacher sorgt sich um „Das tägliche Brot“

Hilfsorganisation : Kaesmacher sorgt sich um „Das tägliche Brot“

Der Gemeindereferent der Katholischen Kirchengemende geht in den Ruhestand.

Wenn man Abschied nimmt, möchte man das Haus gerne bestellt haben. Das gilt auch für Bernd Kaesmacher. In vier Monaten geht er kurz vor Weihnachten in den Vorruhestand. Und gerade deshalb umtreibt den Gemeindereferenten von St. Dionysius die Sorge um die Zukunft – und jener um die diakonische Initiative „Das tägliche Brot“. Jeder Katholik kennt die Textstelle im Vater-unser-Gebet. Unser tägliches Brot gib‘ uns heute, heißt es dort. Und für die Bedürftigen soll es dieses Angebot weiter geben. Denn es sei eine Verpflichtung, sich um Menschen, die einem anvertraut sind, zu sorgen. Kaesmacher: „Wir machen unsere Arbeit nicht alleine nur in der Kirche.“ Die Initiative sei eine Verbindung, die eucharistische und tägliche Arbeit deutlich zu machen.

Vor 13 Jahren hatte sich
die Initiative gegründet

Christ-Sein erschöpfe sich nicht alleine in Gottesdienst und Gebet. Neben dem geistlichen Tun gehöre die Verantwortung für die Armen und Bedürftigen zu den elementaren Aufgaben der christlichen Gemeinde. Die Verbindung von Gottesdienst, Sakrament und karitativem Tun wird am Wochenende in der Dionysiuskirche im Engagement der Initiative anschaulich. Ein weiterer Gesichtspunkt sei die Sorge und der Dienst an den Menschen, die nicht dem Christentum angehören. „Viele unserer Gäste sind in der islamischen Religionsgemeinschaft“, sagt Kaesmacher.

Vor 13 Jahren hat der damalige Cityseelsorger und Pastoralreferent Karl-Heinz Hermanns die Initiative ins Leben gerufen. Im Mai 2007 begann die Ausgabe von Lebensmitteln an der Rückseite des Papst-Johannes-Hauses des Bistums Aachen am Dionysiusplatzes. Heute steht dort das Gebäude der Volksbank. Samstags kamen um die 100 Menschen, zehn Jahre später, 2017, erhöhte sich die Zahl auf über 400 potenziell bedürftige. Am vergangenen Samstag waren 180 Gäste zur Lebensmittelausgabe zwischen 13 und 17 Uhr gekommen, hat Kaesmacher gezählt. „Es sind aber auch schon bis zu 250 gekommen. Corona hat vieles verändert“, sagt Kaesmacher.

Anzahl der Spender geht zurück, die Kosten aber steigen stetig

Kaesmacher sorgt sich, weil die Spenden, auf die die Initiative angewiesen ist, zurückgehen, gleichzeitig die Kosten aber steigen. Gerade in Zeiten von Corona. „Wir müssen Desinfektionsmittel kaufen, Gegenstände, um die Abstandregeln einzuhalten, Tüten um Lebensmittel zu verpacken. Rund 30 000 Euro benötigt er pro Jahr, 20 000 um Lebensmittel zuzukaufen, neben denen, die in der Kooperation mit der Krefelder Tafel ausgegeben werden. 3000 Euro verschlucken Verpackungs- und Arbeitsmittel, 6500 Euro kostet jährlich der Unterhalt des eigenen Lieferfahrzeugs.

Finanziell und personell ist die Zukunft noch ungewiss

Um all das weiter für die Bedürftigen aufrechtzuerhalten, braucht es Geld. Die Alarmsirenen sind bei Kaesmacher jetzt aber angesprungen, „weil der vierte Dauerspender gerade verstorben ist“. 17 Dauerspender hatte die Initiative einst. Dazu kamen Einnahmen von bis zu drei Einzelspendern monatlich und das Geld aus dem Opferstock der Kirchengänger.

Entwickelt hatte sich die Initiative 2007. Kaesmacher: „Viele Menschen haben bei uns am Pfarrhaus geklingelt in finanzieller Not. Wir haben dann gesagt, wir können nicht ständig Geld geben, wir haben auch nicht so viel.“ So sei die Idee „Das tägliche Brot“ entstanden.

Jetzt hofft Kaesmacher, dass es nach seinem beruflichen Ausscheiden zum Jahresende weitergeht – finanziell, aber auch inhaltlich. Denn im Bistum Aachen sei noch nicht entscheiden, ob die Stelle neu besetzt werden wird. Kaesmacher: „Es wird aber eine Lösung angestrebt.“