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Krefeld: Jeck united will Spaß fürs ganze Jahr

Musik : Jeck united schlägt sich durch die Krise

Die Krefelder Band stellte sich in der Corona-Zwangspause neu auf.

Auf dem Konzertplan stehen viele Städte und für die kommende Karnevalszeit alleine rund 50 Auftritte in Düsseldorf und Umgebung. Die Homepage der Band besagt: „Jeck united unterwegs“. Doch kaum etwas davon findet statt in dieser Pandemie-Zeit. Während es wohl Künstler und Freischaffende gibt, die die Corona-Zwangspause in Schockstarre verbrachten, haben die Mitglieder der selbst ernannten Ganzjahresspaßband seit März hinter den Kulissen hart gearbeitet.

Sie stellen sich im fünften Jahr ihres Bestehens neu und größer auf und möchten künftig nicht nur „in der Karnevalszeit und im Winter“ auftreten, sondern im ganzen Jahr, wie ihr Untertitel besagt. „Wir wollen größer, bekannter und vor allem professioneller werden. Wir sind heiß auf Neues“, fasst Bandmitglied und Frontmann Volker Diefes die musikalische Marschrichtung zusammen. Dass dies durchaus Berechtigung hat, zeigte schon der zweite Platz beim „WDR4 Jeck Duell“ mit dem eigenen Lied „Höppe Höppe“. Die Beschreibung dieser Bewegungsform von „Jeck united“ sei bereits Kult geworden.

Musiklehrer Joachim Froebe verstärkt die Band

Um professioneller zu werden, haben sich „Jeck united“, Hilfe geholt. Diefes: „In der Agentur hieß es: ,Euer Sound ist klasse. Aufrüsten schadet nicht. Wenn ihr nach Köln auf die Bühne wollt, braucht ihr wettbewerbstaugliche Aufnahmen`.“ Als erstes haben die fünf Musiker ihren sechsten Mann gesucht und gefunden. Er heißt Joachim Froebe, ist 53 Jahre alt, der E-Gitarre verfallen und im richtigen Leben Musiklehrer. Er passt gut in die Spaßband, die sich an diesem Morgen im Probenraum trifft. „Außerdem haben wir zwei neue Techniker eingewiesen und das Equipment, die gesamte Technik, erweitert“, berichtet Bandmitglied Peter Schüren.

Dann begann die Zusammenarbeit mit dem Produzententeam Michael Schüren — kein Geringerer als der Keyboarder von Blind Guardian — und Toningenieur Carsten Schmidt.  „Es war mächtig viel Arbeit. Jetzt sind neue Lieder fertig“, sagt Diefes. Die Titel verrät er: „Bütz mich“, „Amor, Erich und Dieda“ und „Leider wieder geil“. „Du bis das Geilste auf der Welt“ könnte wohl Kultstatus erreichen. Erstes Fazit der umfassenden Aufrüstung: „Wir haben unser bisher erspieltes Geld genommen und aufgebraucht.“

Es sind immer Gemeinschaftsproduktionen von „Jeck united“. Wenn alle Mitglieder ihre Kommentare zu einem neuen Lied abgegeben hätten und es dann passe, dann sei es in Ordnung, lautet die einhellige Meinung der Musiker, die sich selbst nicht so ernst nehmen. Bei ersten Testläufen, sprich: privat gebuchten Gartenkonzerten vor kleinem Publikum, haben sie die eigenen Songs bereits vorgestellt. Damit folgen sie der neuen Ausrichtung, nicht nur eine reine Karnevalsband sein zu wollen. „Wir wollen das ganze Jahr auftreten, die Menschen runter von der Couch holen und Titel schreiben, die ins Tanzbein gehen. Wir legen Wert auf Eigenkompositionen, die vor keinem Genre halt machen.“