„Krefeld ist schäbig“ – heftige Kritik an Stadt

Kritik: „Krefeld ist schäbig“ – So heftig kritisiert ein Einzelhändler die Stadt

Der Krefelder Einzelhändler Christoph Borgmann nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit deutlichen Worten kritisiert er die Stadtverwaltung für die Zustände in der Innenstadt.

Diese Worte waren wohl überlegt gewählt. Einzelhändler Christoph Borgmann nahm bei seinem Bericht zur Innenstadtentwicklung in der Bezirksvertretung Mitte wahrlich kein Blatt vor den Mund. „Die Innenstadt ist dreckig, vermüllt und auch gefährlich“, ist sich Borgmann sicher und kommt deshalb zu dem Urteil: „Krefeld ist schäbig.“ Adressiert waren diese Worte in der Sitzung vor allem an die Verwaltung. Aber auch anwesende Politiker und Polizei bedachte Borgmann bei seinem Rundumschlag mit reichlich Kritik. „Krefeld ist für mich der Inbegriff des Stillstandes. Bis hier Sachen entschieden werden, dauert es Jahre. Immer wieder wird noch mal eine Schleife eingebaut oder ein anderer Aspekt vorgetragen, um bloß keine Entscheidung zu treffen.“

Viel Applaus für einen emotionalen Vortrag

An die Mitglieder der Bezirksvertretung gerichtet, forderte Borgmann: „Seien Sie doch mal mutig, treffen Sie Entscheidungen. Warten Sie bitte nicht immer auf noch ein weiteres Konzept, sondern handeln Sie endlich.“ Die Innenstadt sei längst nicht mehr so sicher wie noch vor einigen Jahren. „Aber es kann nicht alleine Aufgabe des Kommunalen Ordnungsdienstes sein, in der Innenstadt für die Sicherheit zur sorgen. Da muss auch die Polizei ran, irgendwie habe ich zur Zeit aber das Gefühl, die Polizisten sind ganz froh, nicht noch mehr Aufgaben zu übernehmen.“

Borgmann, der auch Vorsitzender der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) ist, will, dass die Dinge bis zum 650. Stadtjubiläum in 2023 anders werden in der Innenstadt. Denn: „Krefeld hat so viel Potential.“ Als Beispiel nannte Borgmann die vier Wälle, die man entwickeln müsste, um sie zu einem herausragendem Wahrzeichen der Stadt werden zu lassen. Die Bürger zollten dem Vortrag Applaus und unterstützten die Forderungen des Einzelhändlers in weiten Teilen.

Ähnlich viel Zustimmung hatte Borgmann bereits Ende Mai erhalten, als er seinen jetzt erneut vorgestellten Zehn-Punkte-Plan für eine attraktivere Innenstadt erstmals vorgestellt hatte.

Westwallmarkt könnte an die Dio-Kirche verlegt werden

Neben der Verschönerung der Wälle könne sich Borgmann beispielsweise auch vorstellen, den Westwallmarkt an den Dionysiusplatz zu verlagern. „Für gute Beispiele müssen wir doch nur mal in andere Städte schauen. Die Innenstadt muss wieder das Herzstück von Krefeld werden.“

Die Politk wollte die Kritik Borgmanns nicht ganz unwidersprochen stehen lassen, teilte aber beispielsweise in Person von Monika Brinner (Grüne) auch mit, dass von dem Gremium ähnlich lautende Forderungen längst gestellt worden seien und zahlreiche Projekte bereits umgesetzt wurden.

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