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Krefeld-Inrath: Kampf um den Erhalt der Bezirkssportanlage Schroersdyk

Unparteiisch : Kampf um den Erhalt der Bezirkssportanlage Schroersdyk

Un-Parteiisch In einem gemeinsamen Antrag fordern die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen in der Bezirksvertretung Nord eine öffentliche Diskussion über die geplante Schließung des Sportplatzes.

. In unserer Rubrik „Un-Parteiisch“ beschäftigen wir uns mit Anträgen und Anfragen der Fraktionen für politische Gremien sowie Pressemitteilungen der Parteien. Wir stellen das politische Anliegen vor, erläutern den Zusammenhang und geben eine Einschätzung dazu ab.

Der Antrag Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen in der Bezirksvertretung Krefeld-Nord beantragen, das Thema „Schließung von Bezirkssportanlagen im Krefelder Norden“ für die BV-Sitzung am Dienstag, 10. März, auf die Tagesordnung zu nehmen, um das Thema öffentlich in der Bezirksvertretung zu diskutieren. Insbesondere sollen die Kriterien zur Bewertung der Bezirkssportanlage am Schroersdyk erläutert werden. Der Beigeordnete Markus Schön und Sportamtsleiter Oliver Klostermann sind eingeladen, um ihnen die Gelegenheit für eine Stellungnahme zu geben. Auch der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Pro Erhalt der Bezirkssportanlage“ und Vorsitzende des Bürgervereines Krefeld-Inrath, Rolf Hirschegger, soll am Dienstag die Bedeutung der Bezirkssportanlage für die Inrather Bevölkerung aus Sicht der Bürgerschaft darlegen. Die CDU fordert außerdem, den Erhalt des Sportplatzes zu beantragen.

Der Zusammenhang Krefeld hat zu viele Sportanlagen – sogar mehr als beispielsweise Düsseldorf – und das verursacht immense Kosten. Zu dieser Erkenntnis kam im vergangenen Dezember die Sportstättenkommission. Gemeinsam mit Prof. Dr. Lutz Thieme und seinem Team des Rhein-Ahr-Campus hatte sie über ein Jahr lang eine Prioritätenliste entwickelt, die anhand eines errechneten Index die Notwendigkeit der einzelnen Sportanlagen bewertete. Dabei wurden die Kriterien Schulsport, Vereinssport und die im Quartier vorhandene Sozialstruktur berücksichtigt. Die Anlagen Schroersdyk, Randstraße, Kaiser-Wilhelm-Park und Gellep standen am Ende der Liste und sollen in Zukunft nicht mehr genutzt werden. Im Gegenzug sollen andere Sportanlagen saniert und modernisiert werden – darunter die Hubert-Houben-Kampfbahn. Von den Schließungen der Anlagen betroffene Vereinen sollen Trainings- und Spielzeiten auf alternativen Anlagen bekommen. Bei der Bezirkssportanlage Schroersdyk wäre besonders der SC Viktoria Krefeld betroffen. Entsprechend kamen im Januar rund 120 Inrather zu einer Bürgerversammlung zusammen und beschlossen, für die Sportanlage zu kämpfen. Auch Oliver Klostermann und Markus Schön waren zu dieser Versammlung eingeladen, blieben aber fern.

Die Bewertung Der Aufschrei beim SC Viktoria Krefeld, dem ebenfalls betroffenen Turnverein und den Inrather Bürgern ist nachvollziehbar. Die Wege für die Vereinsmitglieder zu anderen Sportplätzen würden erheblich weiter, die Mitgliederzahlen in der Folge vermutlich kleiner. Das Vereinsleben im Inrath würde unter der Schließung der Sportanlage Schroersdyk mit Sicherheit leiden. Insofern sind die Anträge der Fraktionen gut gemeint – aber auch Rolf Hirschegger wird der Verwaltung vermutlich nichts erzählen können, was diese nicht schon in ihrer Bewertung einkalkuliert hat. Es bleibt die Einschätzung, dass Krefeld zu viele Sportanlagen hat und der Erhalt aller zu teuer wäre. Und entscheiden wird am Ende der Sportausschuss, nicht die Bezirksvertretung Nord.