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Krefeld: In den Sparkassen-Filialen gilt jetzt Maskenpflicht

Krefeld : In den Sparkassen-Filialen gilt jetzt Maskenpflicht

Ab Montag gilt die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase auch für die Kunden in den Filialen der Sparkasse in Krefeld. Deutlich verstärkten Zuspruch gibt es für die digitalen Angebote.

Vermummungen werden in Geldinstituten aus naheliegenden Gründen nicht gerne gesehen. Doch in Zeiten von Corona ist alles anders. Ab Montag gilt die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase auch für die Kunden in den Filialen der Sparkasse Krefeld. Das Personal hingegen werde weiter auf Masken verzichten, erläuterte die Vorstandsvorsitzende Birgit Roos am Freitag.

Als Teil der „systemrelevanten Infrastruktur“ habe die Sparkasse alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Versorgung der Kunden mit Bankdienstleistungen sicherzustellen und den Schutz der Gesundheit zu gewährleisten, versichert Roos. So wurden Teams gesplittet und an verschiedenen Standorten untergebracht sowie das mobile Arbeiten ausgebaut. Besprechungen und Seminare wurden abgesagt. Stattdessen finden Telefon- und Videokonferenzen statt. Derzeit können etwa 250 Mitarbeitende das mobile Arbeiten nutzen.

Seit Donnerstag sind die insgesamt 15 Sparkassenfilialen, die wegen der Pandemie geschlossen worden waren, wieder offen. Sieben davon befinden sich in Krefeld. Da sich die Anzahl der Beratungen über Telefon und Internet verdoppelt hatte, waren die Filialen für die Übergangszeit als Telefoneinheiten genutzt worden.

Deutlich verstärkten Zuspruch gibt es für die digitalen Angebote. So wurde die Internet-Filiale seit dem 1. Februar drei Millionen Mal besucht. Allein am 30. März nutzten knapp 63 000 Kunden das Angebot. Die eigens eingerichtete Corona-Service-Seite wurde bisher von knapp 30 000 Privat- und 1719 Firmenkunden besucht.

Die Beratung von Gewerbe- und Firmenkunden nimmt derzeit sehr viel Raum ein. Seit dem 2. April seien mehr als 3000 Zuschüsse vom Land NRW eingegangen: 2500 über 9000 Euro, gut 300 über 15 000 Euro sowie rund 170 über 25 000 Euro. Insgesamt seien auf diesem Weg mehr als 32 Millionen Euro an Liquidität weitergegeben worden, berichtet Roos. Weitere Auszahlungen folgten. Seitens der Sparkasse habe man 182 Zuschüsse vorfinanziert.

Die Förderprogramme seien Kredite, die irgendwann zurückgezahlt werden müssten. Hilfen seien aber auch auf andere Weise möglich. So seien zum 30. März insgesamt 1142 Tilgungen bei bestehenden Darlehen ausgesetzt worden. „Den Unternehmen wurde angeboten, die vereinbarte Tilgung bis einschließlich Juni auszusetzen. Die Vereinbarung kann unbürokratisch per E-Mail oder Telefon erfolgen.“

Von Tag zu Tag steige die Zahl der Gewerbekunden, die zur Sparkasse in Kontakt treten. Dauerhaft sind es derzeit mehr als 2000. Bisher wurden 300 Anträge für die KfW-Förderprogramme gestellt. Laut Roos rate man den Kunden manchmal dazu, mit einem Antrag noch abzuwarten. So sei in den ersten Förderprogrammen noch eine schnelle Tilgung vorgesehen gewesen. Das habe sich mittlerweile geändert.

Zum Angebot für Kunden und Nichtkunden gehört mittlerweile die Einrichtung eines kostenlosen E-Commerce-Shops. Mehr als 200 Händler nutzten dies schon.

Die Digitalisierung habe bei der Sparkasse durch die Corona-Krise nochmals einen Schub bekommen, sagt Roos. Zusätzliche Schulungen für Mitarbeitende würden angeboten. Auch sie selbst arbeitet derzeit am „Führerschein“ für digitales Arbeiten.

Die Linke hatte jüngst die Sparkasse aufgefordert, in der Corona-Krise Gewinne an die Stadt auszuschütten. Zu helfen sei wichtig, sagt Birgit Roos. Doch die Sparkasse benötige dafür ein starkes Eigenkapital und müsse selbst mit dem Ausfall von Krediten kalkulieren. Die Bankenaufsicht lege deshalb Wert darauf, dass nichts ausgeschüttet werde.