Krefeld hat ein neues Altbier - das Schlüffken

Malzig: Krefeld hat ein neues Altbier - das Schlüffken

Die Brauerei am Nordbahnhof hat geöffnet. Erstmal gibt es dort nur Altbier, demnächst aber auch Pils.

Rund 230 000 Einwohner hat die Stadt Krefeld, statistisch gesehen trinkt jeder von ihnen 101 Liter Bier pro Jahr. „Das sind beinahe 24 Millionen Liter jährlich“, rechnet Viktor Furth. Daher – so ist der Inhaber des Restaurants Nordbahnhof überzeugt – ist auf jeden Fall Platz in der Stadt für eine neue Brauerei. Eröffnet hat diese am Dienstag direkt neben dem Nordbahnhof am Preußenring. Schlüffken heißt sie, Regie führen Furths Kinder Anne (29) und Johannes (31).

Etwa ein Jahr lang hat die Bauphase gedauert, nun ist die Brauerei zu 97 Prozent fertig, wie Architekt Wilfried Berger bei der Eröffnungsfeier sagte. „Die Restarbeiten und eine Parkplatzerweiterung folgen, dann sind es 99 Prozent.“ Und das letzte Prozent? „Das wird vermutlich nie erreicht werden“, glaubt Berger. Denn die Furth-Geschwister haben Entwicklungen und Trends immer im Blick und wollen sich und ihren Betrieb immer wieder neu erfinden und an den Markt anpassen.

Malzig und mit deutlicher Hopfennote

Mit einem Altbier sind Anne und Johannes Furth nun an den Start gegangen. Ab sofort wird das Bier im Nordbahnhof angeboten, der Flaschenverkauf soll Mitte des Monats starten. Kräftig schmeckt es, das neue Krefelder Alt. Malzig und röstig, mit einer deutlichen Hopfennote. Weniger süß, dafür herb.

In ganz kleinen Nuancen kann sich der Geschmack noch verändern, sagt Johannes Furth. Denn das offene Gärungssystem, mit dem in der Schlüffken-Brauerei künftig gearbeitet wird, ist technisch bei der ersten Produktion noch nicht möglich gewesen. „Das Grundgerüst steht aber. Das ist unser Bier.“ In der kommenden Woche läuft die Produktion mit offener Gärung an.

Lange wird das Alt nicht das einzige Produkt der Schlüffken-Brauerei bleiben. Braumeister Mario Röhm hat bereits ein Pils angesetzt. Der Sud ist im Tank, voraussichtlich ab Ende Dezember kann das Pils probiert werden.

Mit der Eröffnung ihrer eigenen Brauerei geht für die Furth-Geschwister ein Traum in Erfüllung, den sie bereits seit drei Jahren träumen. „Wir wollten in den Familienbetrieb einsteigen, aber dennoch etwas Neues und Eigenes machen“, erklärt Anne Furth. Ein Jahr lang hat sie nach ihrem Studium in einer Münchener Brauerei gearbeitet und sich so auf die Eröffnung vorbereitet. Ihr Bruder Johannes Furth hat sich zum Biersommelier ausbilden lassen, auch er hat vorher studiert.

Die Brauerei-Eröffnung passt zum Umschwung, der rund um den Kaiser-Wilhelm-Park eingeleitet werden soll. Im neuen Haushalt sind 200 000 Euro veranschlagt, um den Park zu entwickeln. Die Stadt möchte das Gelände für Besucher besser zugänglich machen und neue Nutzungsmöglichkeiten sollen geschaffen werden.