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Krefeld: Gesundheitsamt gibt Trinkwasser in Hüls wieder frei

Enterokokken-Befund : Krefelder Gesundheitsamt gibt Trinkwasser in Hüls wieder frei

Nachdem bei einer Probe des Trinkwassers in Krefeld-Hüls Enterokokken gefunden wurden, hatte das Gesundheitsamt eine Warnung ausgegeben. Diese konnte nach weiteren Tests nun aufgehoben werden.

Von Stefanie Keisers

Die Erleichterung war den beiden Vorsitzenden der Netzgesellschaft Niederrhein (NGN) und dem Vertreter des Krefelder Gesundheitsamtes schon ein wenig anzusehen, als sie bei einer Pressekonferenz am Sonntagmittag verkündeten: „Wir können erfreulicherweise Entwarnung geben.“ Man habe „intensiv geprobt“, so NGN-Geschäftsführer Christof Epe, und das Trinkwasser in Hüls könne ab sofort wieder unbedenklich genutzt werden.

Am Mittwoch war bei einer routinemäßigen Untersuchung des Trinkwassers in Hüls eine Belastung mit Enterokokken (Milchsäurebakterien) festgestellt worden. Da diese bei immungeschwächten Personen beispielsweise zu Durchfall führen könnten, riet das Gesundheitsamt dazu, in Hüls vorsorglich kein Leitungswasser zu verwenden oder es abzukochen. In der Bevölkerung hatte dies zu Verunsicherung und Wasser-Hamsterkäufen bei den umliegenden Nahversorgern gesorgt.

Nachdem sich der Befund im Trinkwasser in einer Zweitprobe aber nicht bestätigt habe, seien auch die Ergebnisse des engmaschigen Monitorings unauffällig, hieß es nun am Sonntag. Daher gab das Gesundheitsamt die uneingeschränkte Nutzung des Trinkwassers in Hüls wieder frei.

Wie die Enterokokken in die Druckerhöhungsanlage – wo sie festgestellt wurden – gelangen konnten, ist unklar. Möglicherweise seien sie über wirbellose Kleinstlebewesen ins Wasser gelangt, so Dirk Hagenräke, Experte des Krefelder Gesundheitsamtes. Aber ob man diese Frage jemals abschließend klären könne, sei fraglich.

Insgesamt wurden in den vergangenen beiden Tagen an zwölf Punkten im Hülser Trinkwassernetz Proben entnommen und im Labor untersucht. Alle Proben waren ohne Befund. Hüls wird durch eine zentrale Einspeisung über eine Trinkwasserversorgungsleitung versorgt. Schiebersysteme schotten das Leitungssystem vom übrigen Teil Krefelds ab. Somit sei sichergestellt, dass der potenziell betroffene Bereich sich ausschließlich auf das Stadtgebiet Hüls bezog.

Insgesamt verlaufen rund 800 Kilometer Trinkwasserleitungen unterhalb Krefelds. Jährlich werden circa zwölf Millionen Kubikmeter Wasser gefördert – aufbereitet und gewonnen in zwei Wasserwerken, sieben Wassergewinnungsanlagen und 41 Brunnen.

Enterokokken gehören zu den Fäkalkeimen und sind überall in der Natur sowie im menschlichen Darm nachweisbar. „Im Allgemeinen gelten sie als bedingt krankheitserregend und nicht besonders ansteckend. Eine akute Gesundheitsgefahr für die Hülser Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt“, so Hagenräke.

Unter besonders ungünstigen Umständen oder bei stark immungeschwächten Personen seien zu Beginn gesundheitliche Beeinträchtigungen theoretisch denkbar gewesen. Aus rein präventiven Gründen sei daher der betroffene Stadtteil informiert worden. Die Entscheidung, dabei nicht auf auf Lautsprecher-Durchsagen oder die Notfall-App „Nina“ zurückzugreifen sei „Bewusst und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt“ gefällt worden, so Epe. „Dies hätte zu Panik führen können, das wäre unverhältnismäßig gewesen.“

Epe und sein Kollege Uwe Linder zeigten sich zufrieden: „Der vorliegende Fall zeigt, dass die Überwachung der Trinkwasserqualität und die Zusammenarbeit der NGN mit dem Gesundheitsamt funktioniert.“ Man danke auch den Bürgern in Hüls für ihr Verständnis und ihr umsichtiges Verhalten.