Krefeld: Freier Eintritt für Kinder in Museen und Mediothek gefordert

Finanzausschuss stimmt für Idee : Kinder sollen 2020 für Museen und Mediothek in Krefeld nichts zahlen müssen

Der Finanzausschuss hat sich am Dienstagabend einstimmung dafür ausgesprochen, Kindern freien Eintritt in Museen und eine kostenlose Nutzung der Mediothek zu gewähren. Ob es so kommt, ist aber noch offen.

Die Stadt möchte auf Einnahmen in Höhe von rund 85.000 Euro verzichten, um mehr Kindern und Jugendlichen Zugang zu den Bildungsangeboten der Stadt zu ermöglichen. Der Finanzausschuss hat am Dienstag über die Idee beraten, dass junge Menschen die Museen kostenfrei besuchen und die Mediothek ohne Jahresgebühr nutzen können. Der Vorschlag wurde im Ausschuss einstimmig angenommen. Der Stadtrat entscheidet nächste Woche über den Plan. Dieser soll dann 2020 zunächst für ein Jahr umgesetzt und dabei evaluiert werden. Auf der Basis dieses Berichts entscheiden dann die Politiker, ob Museen und Mediothek dauerhaft kostenfrei für Menschen unter 18 Jahren sein sollen. Wichtige Fragen und Ideen zur Idee im Überblick:

Welche Häuser sind Teil der Idee? Das Archäologische Museum an Burg Linn, das Textil- und das Kaiser-Wilhelm-Museum sowie Haus Lange und Haus Esters. Und eben die Mediothek.

Welches Ziel verfolgt die Stadt dabei? Mit der Idee will die Stadt Hemmschwellen senken und Hindernisse beseitigen. In der Vorlage für den Ausschuss heißt es, dass von jungen Menschen heute ein hohes Maß an Flexibilität und Kreativität erwartet würde, die dazu passenden Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten aber nicht ausreichend eröffnet würden. Kulturellen Angeboten komme dabei eine besondere Bedeutung zu: Bibilotheken (in Krefeld der Mediothek) helfen dabei, dass mehr Kinder besser lesen lernen und Freude am Lesen entwickeln oder vertiefen. Die Museen verfeinerten das Interesse an Kunst und Kultur, sowohl mit Programmen für junge Menschen als auch im Austausch der Generationen. Fielen Eintritt oder Nutzungsgebühr weg, stünden die beschriebenen Möglichkeiten unabhängig vom Einkommen der Eltern zur Verfügung, heißt es in der Vorlage für den Finanzauschuss.

Warum kostet die Idee 85.000 Euro? Die Kosten für die Idee ergeben sich aus den bisherigen Besucherzahlen und Eintrittspreisen. Der Rechnung zugrunde liegen rund 20.500 Mädchen und Jungen, die im vergangenen Jahr die genannten Einrichtungen besucht haben. Die damit verbundenen Preise lagen zwischen zwei und fünf Euro, so dass ein Einnahmeverlust von rund 85 000 Euro angenommen wird. Zugleich hofft die Verwaltung, dass das Angebot dazu führt, dass mehr zahlende Erwachsene die Kinder begleiten, so dass die Einnahmen auf der anderen Seite wieder steigen.

Welche Erfahrungen mit ähnlichen Projekten gibt es? In Düsseldorf können alle Besucher sonntags in sieben der städtischen Museen, ohne Eintritt zu zahlen. Diese Möglichkeit gibt es seit Anfang des Jahres. Eine offizielle Auswertung der Idee steht noch aus. Die Erfahrungen bisher zeigen, dass die meisten Menschen, die davon profitieren, vorher nicht von dem Angebot wissen, also nicht gezielt die Häuser besuchen. Das führt zu freudigen Momenten an der Kasse – und könnte, wenn es sich rumspricht, mittelfristig auch das erhoffte Ziel erreichen, neue Zielgruppe für die Museen zu interessieren.

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