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Krefeld: Fieberscans an den Chempark-Werkstoren

Wirtschaft : Fieberscans an den Chemiepark-Werkstoren

Alle Mitarbeiter von Currenta und anderen Firmen auf dem Werksgelände in Uerdingen sowie Besucher werden kontrolliert.

Das Unternehmen Currenta setzt unter anderem auf Fieberscans, um die Produktionsprozesse im Chemiepark aufrecht zu erhalten. Der Scan erfolgt berührungslos durch Messung der Wärmestrahlung des Körpers aus einer Distanz von rund zwei Metern. Sollte bei diesem ersten Screening eine erhöhte Temperatur festgestellt werden, misst ein Werkschutz-Mitarbeiter mit einem zweiten Messgerät nach. Dabei wird der Abstand auf ein paar Zentimeter verkürzt. Wer die Kontrolle ablehnt, darf den Chemiepark nicht betreten.

In der vergangenen Woche fanden bereits erste Testläufe der Fieberscans statt. Jetzt laufen sie flächendeckend und lückenlos an den Eingängen zum Chemiepark. Die Anzahl der geöffneten Torstellen und Drehkreuze ist reduziert worden, um die Kontrollabläufe organisieren zu können. Zum Start hatten sich an einigen Eingängen längere Schlangen gebildet. Wartezeiten seien aber durch zwischenzeitliche Verstärkung von Personal und Technik deutlich reduziert worden. „Insbesondere haben wir die Torkapazitäten zu Stoßzeiten, mit Schwerpunkt in den frühen Morgenstunden, erhöht“, erklärt Sprecherin Karoline Gellrich, die derzeit selbst aus dem Homeoffice arbeitet. Wie an den Kassen im Supermarkt müssen auch die Currenta-Mitarbeiter nun an den Werkstoren Abstand halten - mindestens zwei Meter voneinander. Auch werden die Mitarbeiter derzeit von dem Unternehmen aufgefordert, auf Fahrgemeinschaften zu verzichten. Denn sollte schon bei einer Person im Fahrzeug Fieber festgestellt werden, werden die Chemieparkausweise aller Fahrzeuginsassen vorläufig deaktiviert.

Entsprechende Notfällpläne werden bei Currenta nicht erst durchgedacht, wenn ein Szenario droht – sie liegen nach eigener Angabe in der Schublade. „Unsere Aufgabe ist, für die größtmögliche Sicherheit für die gesamte Belegschaft und ihre Familien sowie den Betrieb der Anlagen zu sorgen“, erklärt Chemiepark-Leiter Lars Friedrich. „Wir können hier im Chemiepark auf Pläne zurückgreifen, die extra für solche Ausnahmesituationen entwickelt wurden. Nicht zuletzt deshalb haben wir in Absprache mit den Chemiepark-Unternehmen bereits Anfang des Jahres mit ersten Maßnahmen zum gegenseitigen Gesundheitsschutz auf die Entwicklung reagiert.“ In den ersten Tagen der Corona-Epidemie, die längst zu einer Pandemie geworden ist, seien zum Beispiel die Chemiepark-Mitarbeiter aller Firmen über detaillierte Hygienemaßnahmen informiert worden. Auch die ärztliche Abteilung habe sich zu dem Zeitpunkt bereits auf mögliche Corona-Fälle vorbereitet. Friedrich: „Wir haben einen Krisenstab eingerichtet und passen seit Beginn der Entwicklung die Pläne und unsere Schritte regelmäßig auf diese außergewöhnliche Situation an.“

Viele Bereiche werden
mehrmals am Tag gereinigt

Das habe zu verschiedenen Maßnahmen der Chemiepark-Unternehmen in ganz unterschiedlichen Bereichen geführt. Dienstreisen seien eingeschränkt, Treffen der Mitarbeiter digitalisiert und Arbeitsprozesse angepasst worden. So werden zum Beispiel nach Angabe des Unternehmens seit einiger Zeit viele Bereiche im Chemiepark mehrfach pro Tag gereinigt, vor allem dort, wo sich viele unterschiedliche Menschen aufhalten. Das gelte für den Besucherempfang, die Verwaltungsgebäude und die Sanitäranlagen. Auch alle Handläufe in den Treppenhäusern würden mehrfach am Tag gesäubert.

Und natürlich werde, wo möglich, auf Homeoffice gesetzt. Ein Drittel der Mitarbeiter arbeiten demnach von zu Hause beziehungsweise von auswärts (mobil), zwei Drittel müssten aber weiter in den Produktionsprozess und die Versorgung der anderen Betriebe und im Werk eingebunden werden. Allerdings nicht alle gleichzeitig, da die meisten im Schichtbetrieb arbeiten. Die Schichten selbst hätten keinen Kontakt zueinander. Diese Zahlen können sich aber von Tag zu Tag ändern. Für die Mitarbeiter gelten ähnliche Regeln wie in der Öffentlichkeit: räumliche Trennung und die Einhaltung eines Mindestabstands. Hierzu sei die Raumplanung geändert worden.

Und auch für die Kantinen bei Bayer gilt: Speisen und Getränke gibt es nur noch zum Mitnehmen.