Krefeld: Ersatz fürs Seidenweberhaus soll Anfang 2023 stehen

Veranstaltungshalle : Ersatz fürs Seidenweberhaus soll Anfang 2023 stehen

Das Seidenweberhaus soll abgerissen werden. Ein Ersatz soll schnellstmöglich gefunden werden. Dem Vernehmen nach haben sich schon mehrere private Investoren gemeldet.

Bis Herbst/Winter 2020 soll das Vergabeverfahren für eine neue Krefelder Veranstaltungshalle abgeschlossen sein. Deren Bau und Betriebnahme sind ab dem Zeitpunkt bis Frühjahr 2023 vorgesehen. Dies sieht die Zeitplanung der Verwaltung vor, die am Donnerstag dem Stadtrat vorgelegt wird. Denn dieser soll einen Grundsatzbeschluss dazu fassen, wie schnellstmöglich ein Ersatz für das Seidenweberhaus gefunden werden kann.

Zum Hintergrund: Bis Ende 2022 soll das Seidenweberhaus laut Ratsbeschluss aufgegeben und im Anschluss abgerissen werden. Ein Neubau für die Stadtverwaltung soll an der Stelle entstehen. Deshalb muss möglichst zeitnah ein moderner und zukunftsfähiger Ersatz für Krefelds traditionsreiche, aber in die Jahre gekommene Veranstaltungsstätte an anderer Stelle im Stadtgebiet gefunden werden.

Der Ablauf sieht zunächst ein Interessenbekundungsverfahren „mit den Optionen der Sanierung eines Bestandsgebäudes oder aber dem Neubau einer Veranstaltungshalle auf privatem oder städtischem Grundstück“ vor. So steht es im Beschlussentwurf für die Ratssitzung. In einem zweiten Schritt sollen die Bewerber aufgefordert werden, ihr Interesse zu bestätigen. Das entspricht formal einem Teilnahmewettbewerb. Im Rahmen des Verfahrens muss eine Leistungsbeschreibung der neuen Halle erfolgen.

In der dritten Stufe geht die Aufforderung an die ausgewählten Bieter, auf dieser Basis konkrete Angebote abzugeben, über die dann verhandelt wird. Der Bieter, der am Ende von der Politik den Zuschlag erhält, soll eine Veranstaltungshalle bauen bzw. sanieren, die für mindestens 20 bis 30 Jahre an die Stadt oder die Seidenweberhaus GmbH vermietet wird. Denn nach derzeitigem Stand ist die Stadt-Tochter auch als Betreiber der neuen Halle vorgesehen.

Dem Vernehmen nach haben sich schon mehrere private Investoren gemeldet, die Interesse an der Aufgabe haben. Zum Punkt „Sanierung eines Bestandsgebäudes“ würde zudem das Kesselhaus im Mies-von-der-Rohe-Business-Park passen, aus dem Eigentümer Wolf-Reinhard Leendertz einen attraktiven Standort für Veranstaltungen machen möchte. Er hatte dazu einen Wettbewerb ausgerufen, der Siegerentwurf sieht einen multifunktionalen Veranstaltungsstandort mit sechs Hallen vor.

Würde dies zu den Anforderungen passen, die an das neue Haus gerichtet werden? Von der Stadt verlangt wird ein großer Saal (mehr als 1000 Plätze) mit Eignung für Orchester- und Chorkonzerte. Außerdem ein kleiner Saal  mit 350 Plätzen. Beide sollen über eine Bühne und einen eigenständigen Gastronomiebereich, Raumakustik, Beleuchtungstechnik und Lüftung verfügen. Hinzu kommt ein Foyer in „angemessener Größe“ als abgeschlossen zu nutzende Einheit.

Weiterhin soll der Ersatz für das Seidenweberhaus mindestens sechs Tagungsräume, einen leistungsstarken Backstage-Bereich mit Außenanlieferung und Büros für mindestens 20 Mitarbeiter haben.

Weitere Anforderungen: ausreichend Parkplätze (mindestens ein Stellplatz pro 6/7 Sitzplätze) sowie eine gute Anbindung an Bus und Bahn. Die Entfernung zu City/Hauptbahnhof soll Luftlinie drei bis vier Kilometer betragen. Das Kesselhaus liegt vom Hauptbahnhof etwa drei Kilometer entfernt.

Projektbegleitend soll ein externes Büro das Verfahren begleiten. Dafür sollen 70 000 Euro bereitgestellt werden.

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