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Krefeld: Elke von Harpe verabschiedet sich nach 25 Jahren von Unicef

Ehrenamt : Von Harpe verabschiedet sich nach 25 Jahren von Unicef

Elke von Harpe hat sich ein Vierteljahrhundert ehrenamtlich engagiert, eine Nachfolge gibt es noch nicht.

Sie hat viele lange und anstrengende Tage auf den Weihnachtsmärkten dieser Stadt verbracht und Grußkarten verkauft. Mit ihren tatkräftigen Mitarbeitern war die heute 77-Jährige stets bei der Kinderexpo im Freizeitzentrum Süd und beim Weltkindertag im Stadtwald zu finden.

Nach 25 Jahren engagierter Arbeit hat sich Elke von Harpe als Arbeitsgruppenleiterin der Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Krefeld, verabschiedet. Mit einem Empfang wurde sie für ihren Einsatz geehrt. Vieles hat sie auf den Weg gebracht, um den Kindern dieser Welt zu helfen. Eine Nachfolgerin für die Leitung und das Büro am Westwall ist noch nicht in Sicht.

„Es war 1988, als ich mit der Familie aus Texas zurückkam und eine befreundete Tennisspielerin fragte, ob ich nicht ehrenamtlich bei Unicef tätig sein wollte“, berichtet von Harpe. „Ich fing mit der Hilfe zu den Weihnachtskampagnen an, bei denen wir die bekannten Grußkarten verkauften.“ 1994 übernahm sie die Leitung, „mit einem tatkräftigen Team“, wie sie berichtet.

An die Kinder-Expo denkt
sie besonders gern zurück

„Uns hat das Schicksal vieler Kinder dieser Welt bedrückt“, berichtet die jetzt scheidende Unicef-Mitarbeiterin. „Unseren geht es gut. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir – gemeinsam mit anderen Organisationen – weltweit viel geschafft. Die Kindersterblichkeit wurde mehr als halbiert, Durchimpfung gegen Polio durchgeführt und wir haben Schulen gebaut. Ein Hamburger Reeder hat uns für jeden Euro, den wir erwirtschaftet haben, einen dazu gezahlt. Das war eine große Hilfe.“ Bei allen Katastrophen ist Unicef vor Ort. Es geht um Essen, Trinken, Hygiene und Bildung, es geht um die Kinderrechte. Wenn die Mädchen und Jungen in Kriegsgebieten ihre gesamten Angehörigen verloren haben, gibt ihnen die Schule einen geschützten Raum und Normalität.

„Wir achten stets darauf, dass die Bevölkerung bei Wasserleitungs- und Schulbau mitmacht. Dann achtet sie die Einrichtungen auch und können sie reparieren.“ Bei einer Projektreise nach Vietnam hat sie vor Ort gesehen, wie das Geld genutzt wird.

An den Beginn ihrer Tätigkeit vor 25 Jahren erinnert sich die aktive und engagierte Frau genau: „Ich hatte einen Jazz-Frühschoppen im Stadtwald in der Konzertmuschel organisiert. Die Bands spielten ohne Gage, den Gegenwert hat uns dann Stadtwaldhaus-Pächter Helmut Lang spendiert“, berichtet sie.

An die stets „vier Tage volles Programm bei der Kinder-Expo“, denkt sie gerne zurück. Einmal haben wir aus Zeitungspapier Hüte gebastelt, um zu verdeutlichen, dass jedes Kind gut behütet sein muss. Sie gingen weg wie nichts.“

Ein anderes Mal hat sie Schraubgläser als kleine Aquarien gestalten lassen unter dem Motto: „Fische brauchen sauberes Wasser, Kinder auch.“ Die Unicef-Mitarbeiterinnen haben Gläser aus der ganzen Region beschaffen müssen, weil der Andrang so groß war, dazu Sand, Muscheln, kleines Grünzeug und Papierfische. „Wir haben hunderte Gläser zusammengesucht.“ Dann haben sie mit Kindern einen Teppich geknüpft, den es noch im Büro gibt. „Die Kinder fanden das toll. Aber als wir erklärten, dass es Mädchen und Jungen gibt, die diese Arbeit zwölf Stunden am Tag in ungelüfteten Räumen verrichten müssen, wurden sie nachdenklich.“

Durch viele Infostände habe man den Gedanken von Unicef bekannt gemacht, durch Vorträge und Interviews. Geld kommt auch durch Spender und den Grußkartenverkauf herein. Letztere werden zweimal im Jahr neu aufgelegt. Elke von Harpe wird  der Organisation auch weiterhin in Notfällen zur Verfügung stehen, versichert sie.