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Krefeld: Einige Keller und Straßen standen unter Wasser

Wieder Dauerregen : In Krefeld stehen Keller und Straßen unter Wasser

Die Feuerwehr rückte bis 19 Uhr im Stadtgebiet zu 13 Einsätzen aus – in Kellern und Tiefgaragen musste Wasser abgepumpt werden. In der Nacht soll es weiterregnen.

Praktisch den ganzen Mittwoch hat es in Krefeld geregnet, am Abend wurde der Regen noch einmal kräftiger. Dennoch konnte die Feuerwehr um 19 Uhr ein undramatisches Zwischenfazit ziehen: Es gab nur 13 Einsätze. Damit ist Krefeld diesmal glimpflicher davon gekommen als andere Städte in NRW. Und auch bei weitem glimpflicher als vor gut zwei Wochen, als extremer Starkregen größere Wasserschäden in den südlichen Stadtteilen hinterließ.

Der neue, am Dienstagabend einsetzende und dann den gesamten Mittwoch anhaltende Dauerregen konnte zunächst vom Kanalnetz gut bewältigt werden. Allerdings stand auf etlichen Straßen das Wasser zentimeterhoch. Am Mittag sprach ein Feuerwehrsprecher  von vier „unspektakulären Einsätzen“, bis zum Nachmittag rückte die Wehr elf Mal aus wegen vollgelaufener Keller.

 Aufgrund von Hochwasser  sperrte die Polizei am Mittag Zufahrten wie hier am Breiten Dyk in Höhe Dahlerdyk.
Aufgrund von Hochwasser  sperrte die Polizei am Mittag Zufahrten wie hier am Breiten Dyk in Höhe Dahlerdyk. Foto: Alexander Forstreuter

Diesmal half die Krefelder Feuerwehr auswärts aus

 Die Krefelder Feuerwehr musste am Mittwoch Wasser aus einigen Gebäudekellern und Tiefgaragen abpumpen.
Die Krefelder Feuerwehr musste am Mittwoch Wasser aus einigen Gebäudekellern und Tiefgaragen abpumpen. Foto: Alexander Forstreuter

Eine Tiefgarage an der Sprödentalstraße bildete laut Feuerwehr „aufgrund der Größe des Objektes“ einen Einsatzschwerpunkt. Dort mussten Anwohner informiert werden, mehrere Fahrzeuge aus der Garage geschafft und Wasser abgepumpt werden, teilte der Feuerwehrsprecher mit. Die Autos wurden auch entfernt, um Umweltverschmutzungen zu vermeiden.

Am 29. Juni hatte ein Unwetter mit Starkregen Krefeld erfasst und für einen Dauereinsatz der Feuerwehr gesorgt. Dabei hatte die Krefelder  Feuerwehr tatkräftige Hilfe von Kollegen aus Nachbarstädten bekommen. Am Mittwoch nun war es umgekehrt: Weil Kommunen wie Erkrath im Kreis Mettmann oder Düsseldorf bei weitem schlimmer vom Regen betroffen waren, wurde die hiesige Wehr  bereits um 10.30 Uhr von der landesweiten Alarmierungsstelle zur überregionalen Hilfe angefordert. Die Einsatzkräfte aus Krefeld wurden dann mit Kollegen aus Viersen und Mönchengladbach am Nachmittag  in den Kreis Mettmann entsandt. Und so rückten gegen 16.30 Uhr 25 Fahrzeuge mit 120 Feuerwehreinsatzkräften vom gemeinsamen Sammelpunkt, der Hauptfeuer- und Rettungswache an der Neuen Ritterstraße, im Verband unter Führung der Feuerwehr Krefeld in Richtung Erkrath ab. „Wir gehen davon aus, dass der Einsatz dort die gesamte Nacht andauert“, sagte der Einsatzleiter in Krefeld. 

In Krefeld selbst hat die Feuerwehr  am Mittwoch alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr in der Stadt in Alarmbereitschaft versetzt. Die Gerätehäuser wurden somit vorsorglich von den Kräften besetzt, um bei entsprechender Lage durch fortdauernden Regen sofort innerhalb des Stadtgebietes entsendet werden zu können. Damit solle der größtmögliche Schutz für das Krefelder Stadtgebiet und die Bevölkerung erzielt werden, hieß es von der Feuerwehr.

Unterdessen fordert die FDP schnelleres und konzeptionelles Handeln von der Stadt. Ihr Fraktionsvorsitzender Joachim Heitmann erinnerte daran, dass die Liberalen schon im April 2015 im Stadtrat beantragt hatten, eine Handlungsstrategie zum Umgang mit Starkregen zu entwicklen, die unter anderem die Implementierung einer nachhaltigen Niederschlagswasserbewirtschaftung im Bebauungsplanverfahren enthalten sollte. Doch dann sei das Thema auf die lange Bank beziehungsweise zum Kommunalbetrieb (KBK)  geschoben worden: „Seitdem wechseln sich Perioden mit Hitze ab mit Perioden mit hohem Niederschlag. Zurzeit laufen in Krefeld wieder Keller und Grundstücke mit Wasser voll. Wir regen deshalb noch einmal an, sich bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne mit diesem Thema zu befassen und Vorkehrungen vorzunehmen“, sagt Heitmann.