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Krefeld: Ein Garten, der immer blüht

Engagement : Ein Garten, der immer blüht

Der Gartens des Hospizes am Blumenplatz ist für eine fünfstellige Summe aus Spenden der Krefelder Bürgerschaft und Industrie umgestaltet worden war.

In der einen Ecke eine überdachte Sitzgruppe vor einer Klinkermauer. Daneben ein rundes Pflanzenbeet, umfasst mit einem Weg, von dem mehrere Pfade abführen. Betonsteinplatten bilden den Boden der Strecken innerhalb des etwa 400 Quadratmeter großen Gartens des Hospiz am Blumenplatz, der bis ins den Frühsommer für eine fünfstellige Summe an Spenden aus der Krefelder Bürgerschaft und Industrie umgestaltet worden war. Jede Menge Natursteine in den Randbereichen, ein paar Skulpturen, Hochbeete, ein Brunnen und ein Abschnitt, der den Namen „Garten der Erinnerung“ trägt, runden das grüne Gesamtbild ab.

Neben der „Himmelstreppe“, einem Wasserspiel des Bildhauers Franz-Josef Vanck, finden sich Sitzbänke und Stahlsockel, in denen Gedenksteine der im Heim Verstorbenen aufbewahrt werden, die nicht von den Angehörigen abgeholt wurden. Niemand soll vergessen werden. Das war auch ein Anliegen des Hospiz-Leiters Alexander Henes gewesen. Eine Sonnenuhr im Garten hat eigens der Mann einer Verstorbenen als Andenken gewidmet. Eine Holzbank spendete eine Frau aus Amerika als Dankeschön.

Der Erholungsort auf dem Grundstück des Hospiz war seit 2005 entstanden und 2008 fertiggestellt, musste im vergangenen Jahr renoviert werden. Schäden in der unterirdisch verlegten Elektrik und Unebenheiten in den gepflasterten Wegen waren der Auslöser. Das Befahren mit Rollbett- und Stuhl war erschwert. Heute bietet der Garten noch mehr Nutzungsmöglichkeiten. „Unsere Gäste und Angehörigen genießen die Zeit an der Luft. Wir haben den hinteren Bereich deutlich aufwerten können“, sagt Henes. „Sterben ist ein Teil des Lebens“, steht auf einer Werbefahne der Einrichtung.

Diesem Leitspruch hat sich das Konzept verpflichtet. Die Menschen sollen an ihrem Lebensabend so viel Freude wie möglich verspüren. Im Grünen, in einem Garten, der das ganze Jahr über blüht und duftet – auch das war im Entwurf festgehalten worden. Bis zu 300 Pflanzenarten sind daher dort zu sehen, sagt Landschaftsarchitekt Pieter Schwarze. So das Mönchskraut, das sich erst im Spätherbst richtig entfaltet. Jedoch auch Dauerblüter wie Rosen, nebst Lavendel, Zaubernuss, Schnee-Heide, Magnolien oder Azaleen, an anderen Stellen Rittersporn, Geranien oder Schwertlilien. „Wir wollten unseren Gästen schöne Momente im Garten schaffen“, sagt Henes, „mehr Wertschätzung für das letzte Zuhause zukommen lassen.“ Viele Pflanzen waren schon im alten Garten zu sehen gewesen, der seit Herbst 2019 umgebaut wurde. Der Schnurbaum wie auch die Hainbuchenhecke wurden erhalten, die vom Künstler Caco einst gestifteten Apfelbäume umgepflanzt.

Das Wasser im Garten als „Lebensbrunnen“, wie es Bürgermeisterin Karin Meincke ausdrückte, stand auch ganz oben auf der Wunschliste. Einen Wasseranschluss gibt es nun an der Gartenmauer. Und an der „Himmelstreppe“, einer Kaskade, plätschert es ruhig dahin und sorgt für ein Gefühl der Ruhe und Frische. Eine Figur steht auf der obersten Treppenstufe. Bildhauer Vanck: „Die Treppe ist ein verbindendes Element. Es geht um Lebenswege, es kann auch die Karriereleiter sein. Es gibt aber auch Wege, die geht man immer allein. Aber hier ist eine Begleitung, die die Menschen stützt.“

In der Mauer sind nun auch Scheiben eingebaut, die für Durchblick, Transparenz, stehen. „Die Blicke sind nach innen und außen möglich“, sagt Karin Meincke: „Es ist ein Ort der Bürgerschaft. Viele sagen dazu auch ‚unser Hospiz‘. Der Sterbende ist mitten in Krefeld noch eingebunden ins Leben.“ Roland Besser, Vorsitzender der Hospiz-Stiftung, nennt die Umgestaltung einen großen Erfolg: „Er wird von den Gästen voll und ganz angenommen.“