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Krefeld: Die Umwelt fängt vor der eigenen Haustür an

Umwelt : Die Umwelt fängt vor der eigenen Haustür an

Un-parteiisch Die Grünen werben auf Wochenmärkten für Lebensraum von Bienen & Co.

Der Anlass: Mit einer Kampagne wollen die Grünen dafür werben, in Krefeld und im eigenen Umfeld mehr Lebensraum für Biene, Vogel, Igel und Co. zu ermöglichen. „Ob im kleinen Vorgarten, im Hof, Schrebergarten oder auch auf dem Balkon können wir bessere Bedingungen für die Tier- und Pflanzenwelt schaffen“, so die Auffassung der Fraktionsvorsitzenden Heidi Matthias. „Wenn wir schon die Monokulturen in der Landwirtschaft mit dem einhergehenden Einsatz von Pestiziden nicht von heute auf morgen abschaffen können, so sollten wir doch auf anderen Wegen dem dramatischen Rückgang der Insekten entgegenwirken.“ In den nächsten fünf Wochen wollen die Grünen deshalb regelmäßig auf dem Freitagsmarkt am Westwall und samstags auf dem Bauernmarkt vor der Dionysiuskirche mit ihrem Infomobil vertreten sein und Informationen in Form von Broschüren, Flyern und Sachbüchern für interessierte Bürger bereithalten. Ebenso gibt es eine Auswahl an Nistkästen für Vögel, Fledermauskästen und Bauanleitungen für Insektenhotels. Ergänzend zu dieser Kampagne greifen die Grünen auch das Thema Agrarwende und ökologische Landwirtschaft auf. Unter dem Motto „Neue Bauern braucht das Land !?“ lädt OB-Kandidat Thorsten Hansen am 10. März um 19 Uhr zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung Hüls in den Kornspeicher ein. Dort werden die Öko-Landwirtin, Autorin und Politikerin Ophelia Nick und der Hülser Bauer Werner Schleupen ihre Perspektiven auf eine zeitgemäße Landwirtschaft darstellen.


Der Zusammenhang: Die Grünen wollen die Menschen mit diesem Thema zu einer Zeit abholen, in der tatsächlich jeder sich um sein kleines Fleckchen Grün oder Natur im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon bemüht. So formuliert es auch Heide Matthias: „Jetzt im Frühjahr, wenn die Vögel mit ihrem Nestbau und die ersten Hummeln ihre Nahrung bei den Blüten der Frühlingsblüher finden, ist die Zeit günstig, um über eine naturnahe Umgestaltung des Gartens nachzudenken. Wir wollen den Menschen Anregungen geben, sie beraten und sie ermuntern, selbst aktiven Naturschutz im eigenen Umfeld zu betreiben.“


Die Bewertung: Der Auftakt der Kampagne ist gut getimt, das Thema ist so grün, wie es grüner nicht sein kann und natürlich will der OB-Kandidat Hansen somit in der ureigensten Domäne der Partei Punkte für die Wahl sammeln. Aber ist das verkehrt? Die aktuelle Diskussion über die Landwirtschaft, die Ergebnisse (übrigens ausgerechnet einer Studie aus Krefeld) über das Insektensterben und der Hang vieler Eigentümer, pflegeleichte und trendige Gärten ohne Lebensbasis für Bienen und Schmetterlinge anzulegen, zeigt Handlungsbedarf. Und tatsächlich werden Menschen für ein Umdenken in der Landwirtschaft mit Massentierhaltung und Monokulturen nur dann mitgenommen, wenn sie bereit sind, vor ihrer Haustür für den Artenschutz Hand anzulegen.