1. NRW
  2. Krefeld

Krefeld: Die Schulanmeldungen hinken hinterher

Unparetiisch : Die Schulanmeldungen hinken hinterher

Un-Parteiisch Die Liberalen sehen keine Notwendigkeit für eine weitere Gesamtschule, viele Plätze seien schließlich unbesetzt. Dabei sind noch gar nicht alle Schüler angemeldet.

Die Forderung Kürzlich hat die Stadt die vorläufigen Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen in Krefeld bekannt gegeben. Die FDP-Fraktion teilte daraufhin mit, sie lehne die Gründung einer weiteren Gesamtschule in Krefeld ab und fordere die Erstellung eines neuen Raumprogramms für die Gymnasien. Die Aufnahmekapazität der Krefelder Gesamtschulen liege bei 783 Schülern, heißt es in einer Mitteilung der Liberalen, jedoch seien zum kommenden Schuljahr nur 643 Plätze besetzt. „Daraus ergeben sich noch 140 unbesetzte Schulplätze an den Gesamtschulen“, so der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Alexander Schmitz. „Eine Gesamtschule muss immer in der Lage sein, aus den eigenen Schülerreihen hinaus eine Oberstufe bilden zu können. Wenn man sich die Anmeldezahlen anschaut, besteht definitiv kein Bedarf an einer weiteren Gesamtschule.“

Der Zusammenhang Im Januar wurde im Schulausschuss der Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufe I bis zum Schuljahr 2025/26 fortgeschrieben. Der sieht einen einmalig höheren Bedarf an Eingangsklassen im kommenden Schuljahr vor. 2017 Schüler in den 5. Klassen wurden für 2020/21 vorhergesagt, 2019 waren es noch 1950. Langfristig rechnet die Verwaltung zudem mit einem starken Anstieg der Schülerzahlen ab 2025: 2138 Fünftklässler werden für das Schuljahr 2025/26 prognostiziert, ein Jahr später sollen es sogar über 2300 werden. Dies erfordere eine frühzeitige Planung einer zusätzlichen Schule. Fachbereichsleiter Jürgen Maas sprach im Januar von einer „ersten Idee“ zu einer neuen Gesamtschule in Fischeln.

Ende Februar fand nun das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen in Krefeld statt. Insgesamt 1649 Anmeldungen für die städtischen Schulen gingen laut Verwaltung ein, plus 217 für die nicht-städtische Marienschule und die Maria-Montessori-Gesamtschule. Das macht 1866 Anmeldungen, also rund 150 weniger als im Schulentwicklungsplan prognostiziert. Entsprechend sind auch an den Gesamtschulen nicht alle Plätze vergeben.

Die Bewertung Auf den ersten Blick scheint die Schlussfolgerung der Liberalen plausibel: Wenn noch 140 Plätze an den Gesamtschulen frei sind, warum sollte es dann einer weiteren Gesamtschule bedürfen? Diese Überlegung setzt voraus, dass die Anmeldezahlen auch die finalen sind. Dies ist aber mitnichten der Fall. Die Verwaltung hat sich bei ihrer Prognose für das kommende Schuljahr nicht um 150 Neuanmeldungen verkalkuliert. Vielmehr ist es so, dass noch nicht alle Eltern ihre Kinder an einer weiterführenden Schule angemeldet haben – auch wenn das Anmeldeverfahren eigentlich abgeschlossen ist. Dies sei leider nicht außergewöhnlich, sondern in jedem Jahr so, sagt Stadtsprecherin Angelika Peters. Rund 90 Anmeldungen sollen noch fehlen. Die betreffenden Eltern würden nun an die Anmeldung ihrer Kinder erinnert. Damit blieben noch 60 Anmeldungen weniger als vorausgesagt. Dies liege daran, dass sich die Prognosen aus Durchschnittrechnungen der vergangenen Jahre ergeben, aber auch aus Unwägbarkeiten, die man vorher nicht absehen könne, so Fachbereichsleiter Maas. Beispielsweise gebe es auch aufgrund von Corona weniger Zuwanderung. Zudem bezieht sich die Idee, eine zusätzliche Gesamtschule zu gründen, vor allem auf die zu erwartenden steigenden Schülerzahlen ab 2025. Dann spielen die aktuellen keine Rolle mehr.