Krefeld: Die neue Kita am Appelweg bekommt ein Bistro für alle

Kinderbetreuung : Die neue Kita am Appellweg bekommt ein Bistro für alle

100 Kinder werden in der Einrichtung aufgenommen, es fehlen dennoch 181 Plätze im Nordbezirk.

Wenn der Baugrund für die neue Kita am Appellweg grünlich schimmert, ist dies kein schlechtes Zeichen. Ganz im Gegenteil: Die bisherige belastete Schlacke wurde 60 Zentimeter tief ausgegraben. An ihrer Stelle wurde mit einem mehrere Millionen Jahre altem Sandgemisch, so genannten Tertiärquarziten, wieder aufgefüllt. „Der Grünschimmer ist ein Qualitätsmerkmal“, sagen die Fachleute.

Der Bagger steht schon parat. Am Freitag erfolgte der erste Spatenstich für die neue Kita, die sechs Gruppen mit rund 100 Kindern aufnehmen wird. „Als Bürgermeisterin begrüße ich das Projekt“, sagt Gisela Klaer. „Als Bezirksvertreterin in Nord weiß ich, dass wir schon lange darauf warten; genau seitdem die Kita ,Kinderzeit’ 2015 an die Nordstraße gezogen ist, ohne dass eine neue dagewesen ist.“

Klaer: „Wir haben im Stadtteil deutlich zu wenig Kindergarten-Plätze.“ Es sei ein Gewinn für den Norden. Die Bürgermeisterin spricht auch die Bedenken der Anlieger hinsichtlich des Bauvorhabens an: „Wegen der befürchteten Fahrzeugströme werden wir Bezirksvertreter den Ausbau des Appellwegs fordern, vielleicht als Spielstraße.“ Den Platz, direkt gegenüber der Hubert-Houben-Kampfbahn, halte sie für sehr geeignet.

Dezernent Markus Schön freut sich, dass nicht nur diskutiert werde, sondern sich etwas bewege auf dem Bildungssektor. Auch er befürworte den Standort, gegenüber der Kampfbahn, die jetzt aus einem 14,5-Millionen-Euro-Topf ertüchtigt werde. Dann folgen die nüchternen Zahlen: „1660 Kita-Plätze fehlen, wir müssen jeden Quadratmeter nutzen. Im Norden besitzen wir die zweitschlechteste Deckungsrate. Für Kinder unter drei Jahren haben wir 28,3 Prozent und wollen 46 erreichen. Die Rate für über Dreijährige liegt bei 87,5 Prozent — wir wollen 100 haben.“ Wenn diese Kita im August 2020 fertig sei, fehlten im Nordbezirk immer noch 181 Plätze, weiß Schön.

In dieser knapp 6,5 Millionen teuren Kita wird auch ein Familienzentrum eingerichtet, in dem es Informationen zu allen Fragen von Bildung und Erziehung gibt. Außerdem entsteht ein Bistro, das abends auch den Bürgern für ihre Treffen zugänglich ist.

Die Kita wird „deckungsgleich“ wie jene an der Cäcilienstraße in Hüls gebaut. Auch die Kita an der Randstraße soll nach diesem Muster entstehen. Schön: „Im Herbst werden wir, nachdem das Bodengutachten vorliegt, über die Kita Randstraße diskutieren. Ich bin optimistisch.“

Die Mädchen und Jungen werden eine große moderne Kita besuchen, die wie ein kleines Dorf erscheint und aus drei Baukörpern besteht. Davon ist ein zweigeschossiger Gebäudetrakt mit einem eingeschossigen Trakt durch einen Gang verbunden sind. „So entstehen zwei Innenhöfe, die abgeschirmt sind.