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Krefeld: Die nächsten Abschnitte der Promenade sind fertig

Krefelder Promenade : Die grüne Promenade durch die Stadt

Die nächsten beiden Abschnitte des Radwegs „Krefelder Promenade“ sind fast fertig und werden im Mai eröffnet.

Radwege gibt es viele in Nordrhein-Westfalen – doch eine innerstädtische Trasse wie die „Krefelder Promenade“ findet sich im ganzen Land kein zweites Mal. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal für Krefeld“, betont Stadtplaner Norbert Hudde. Im Vorfeld der Sitzung des Planungsausschusses am Mittwoch informierte er darüber, wie die weitere Realisierung der 14,5 Kilometer langen Freizeitroute vom Bahnhof Forsthaus bis zum Bahnhof Uerdingen vorangehen soll. Beschlüsse dazu soll der Ausschuss nach Vorberatungen in den Bezirksvertretungen am 10. Juni fassen.

16 Abschnitte umfasst die Promenade, die laut Hudde ein wichtiger Teil des neuen Krefelder Mobilitätskonzepts ist. 2020 bereits freigegeben worden sind die Bauabschnitte acht (zwischen Oberdießemer Straße und Dießemer Bruch) und neun (östlich Dießemer Bruch - Weiden). Die Verbindung zur Straße Trift/Weiden ist durch eine Rampe geplant, im Moment aber noch unterbrochen, was eine Umfahrung nötig macht. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Die Rampe wird von der Bahn zur Aufweitung der bestehenden Eisenbahnüberführungen Trift und Hochfelderstraße errichtet. 2024 soll der Rampen- und Straßenbau erfolgen. Gesamtkosten: 3,8 Millionen Euro.

Schon im Mai sollen die nun fertiggestellten Abschnitte zehn (Weiden - Glindholzstr.) und elf (östlich Glindholzstraße - südlich Rheinbabenstraße) eröffnet werden. Es handelt sich hier um weitere 2,1 Kilometer, die 3,5 Millionen Euro gekostet haben. Damit erhöht sich die Investition für die fertiggestellten Abschnitte (rund 3,9 Kilometer) auf 7,3 Millionen Euro.

Einwände gegen die Routenführung an dieser Stelle gab es im Vorjahr von der Schulpflegschaft der Gesamtschule Oppum. Daher sind drei Varianten geprüft worden. Ergebnis: Der bereits umgesetzten Trassenführung wird die höchste Akzeptanz eingeräumt, auch wenn es Konflikte mit den querenden Schülern auf der Schmiedestraße geben könne.

Verwaltung wagt derzeit keine Aussage zur Fertigstellung

Eine zeitliche Aussage zur weiteren Realisierung wagt die Verwaltung laut Hudde derzeit nicht. Grund: Zunächst müsse eine Entwurfsplanung mit Kostenschätzung für die Bauabschnitte vorliegen, auf deren Grundlage Förderanträge gestellt und Haushaltsmittel bereitgestellt werden könnten. Auch seien in einigen Teilstücken Grundstückankäufe nötig.

Der Planungsausschuss soll deshalb im Juni die Verwaltung mit der Weiterentwicklung der Promenade beauftragen. Dazu gehört auch, dass für die Teilabschnitte eins bis sieben sowie zwölf bis 16 der notwendige Flächenankauf und – ergänzt um den angestrebten Anschluss zum Großmarkt – die Erstellung einer Entwurfsplanung samt Kostenschätzung vorangetrieben werden sollen.

„Es gibt Abschnitte, bei denen der technische Aufwand nicht ganz so hoch ist und daher eine Realisierung möglicherweise prioritär in Angriff genommen werden könnte“, sagt Norbert Hudde. So gilt etwa der Aufwand zwischen Hückelsmay- und Forstwaldstraße als gering, da vorhandene Wege genutzt werden sollen, die nur erweitert werden. Auch dafür sind aber Grundstückskäufe notwendig. Denn die festgelegte Breite der Promenade an dieser Stelle beträgt 13 Meter (einschließlich Grünfläche), die vorhandenen Radwege sind aber maximal sieben Meter breit.

 Die größten Herausforderungen warten indes auf den Abschnitten fünf bis sieben (Alte Gladbacher Straße bis Oberdießemer Straße). Der technische und finanzielle Aufwand sei hier sehr hoch – unter anderem durch drei neue Brücken, die gebaut werden müssen (Alte Gladbacher Straße, Deutscher Ring/Gladbacher Straße und Kölner Straße). In Hochlage soll die Promenade dann vom Südausgang des Hauptbahnhofs bis über den Voltaplatz führen. Abstimmungsbedarf ergibt sich zudem mit der Ditib-Gemeinde, die in Höhe Gladbacher Straße derzeit ihre neue Moschee errichtet. Die Promenade soll über eine Rampe einen direkten Zugang zum Moschee-Gelände bekommen. Generell sind Anschlüsse (etwa zum Großmarkt oder zur Rheinpromenade in Uerdingen) ein wichtiger Bestandteil der Planungen.

„Die Realisierung ist greifbar nah“, sagt Hudde, der das Projekt seit 1999 kennt. Hoffnungsvoll zeigt er sich, „leichte“ Abschnitte – etwa die 900 Meter von der Bahnbrücke Vorster Straße über Alte Gladbacher bis zur Roßstraße – „zeitlich stringent“ umsetzen zu können.

Grün ist die Hoffnung – dies könnte auch das Motto des Leit- und Informationssystems für die Promenade sein. Es soll vom Planungsausschuss ebenfalls beschlossen werden und sieht neben einem leuchtend grünen Logo fünf Systemelemente vor, darunter Infosäulen und touristische Hinweisschilder.

Kritik kommt von der CDU-Fraktion. Bisher gebe es nur zwei Teilstücke, „von denen eins im Nirgendwo endet“, so Peter Vermeulen, planungspolitischer Sprecher. Gebraucht werde aber eine durchgängige Verbindung, die einen hohen verkehrlichen Nutzen hat. Daher beantragt die CDU, die weiteren Abschnitte als Radschnellweg zu planen. Den Bau eines Leit- und Informationssystems zum jetzigen Zeitpunkt lehne die CDU ab. „Für Sackgassen gibt es Verkehrsschilder.“