Krefeld: Die Musiker von "Blind Guardian" zu Gast in ihrer Heimat.

Autogrammstunde : Fans stehen Schlange für Krefelder Metal-Stars

Die Musiker von „Blind Guardian“ haben weltweit Erfolg. Mit ihrem neuen Album waren sie zu Gast in der Heimat.

In der Handyabteilung des Elektronikmarkts sieht der Betrieb wie an einem normalen Freitagnachmittag aus. Doch wer weiter in den Saturn geht, entdeckt etwa 100 zumeist in schwarz gekleidete Musikfans. In einer Schlange von den PC-Mäusen, vorbei an den Antennen hin zu den CDs stehen sie für ihre Stars: die Musiker von Blind Guardian.

Die Heavy-Metal-Band aus Krefeld, die in der Szene weltweit bekannt ist, stellt an diesem Tag ihr neues Album vor. Sänger Hansi Kürsch und Gitarrist André Olbrich sind deshalb zur Autogrammstunde gekommen. „Es ist die richtige Stadt, das richtige Publikum und der richtige Anlass“, sagt Kürsch. Mit breitem Lächeln tritt er an den kleinen Stehtisch vor die Wartenden. Er sei auf die ersten Eindrücke vom neuen Album, die die Fans schildern, gespannt. Denn „Legacy Of The Dark Lands“ ist kein Metalalbum im klassischen Sinne. Die Band hat es mit dem Prager Philharmonie Orchester aufgenommen. Die Idee für ein reines Orchesteralbum reicht bis ins Jahr 1996 zurück. Die Fans sind entsprechend gespannt.

Bianca Braun bekommt ihr Foto und ihr Autogramm mit ihren beiden Idolen als erste. Schon eineinhalb Stunden vor dem Start hat sie sich, passend gekleidet im Fan-Shirt, angestellt. Seit Wochen habe sie sich auf den Tag gefreut. „Für Sänger Hansi habe ich eine Schwäche“, sagt Braun. Entsprechend froh ist sie über das Foto mit dem Musiker. Auf dem Weg aus dem Kreis Mettmann nach Krefeld habe sie schon ins Album gehört. „Es ist etwas komplett anderes, aber bombastisch.“

Die Musiker sind mehr
Kumpels als Stars

Während viele noch mit CD oder Schallplatte in der Hand auf ihr Autogramm warten, sichten die ersten zwischen den angrenzenden Regalen schon ihre Fotos auf dem Smartphone. Kürsch und Olbrich nehmen sich für alle Fans einen Moment Zeit und quatschen kurz. Ein junger Mann erzählt, dass er öfter in der ersten Reihe stehe. „Zumindest in den nächsten fünf Jahren, dann wirst du auch ruhiger“, sagt Sänger Kürsch. Schon stellt er sich fürs nächste Foto auf, Daumen hoch und weiter.

Daniela und Thomas Walters aus Dortmund haben etliche Fanartikel fürs Autogramm mitgebracht – und ein Six-Pack Pils für die Band. Er habe extra seine Spätschicht weggetauscht, um kommen zu können, sagt Walters. Schließlich ist seine emotionale Bindung zur Band stark. „Ich höre BIind Guardian seit 1993“, sagt Walters. Das erste Date mit seiner Frau habe er bei einem Fantreffen gehabt.

Während die Musiker ihrem Publikum zuhören, wirken sie nicht wie Stars, die auf der ganzen Welt unterwegs sind, sondern wie Kumpels. Das betonen auch die Fans. Gerade jene, die rund um die Autogrammstunde mit der Band noch einen kurzen Plausch vor dem Laden halten.

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