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Krefeld: Der neue Karlsplatz nimmt immer mehr Gestalt an

Stadtsanierung : Der neue Karlsplatz nimmt immer mehr Gestalt an

Bis auf eine zweiwöchige Weihnachtspause wird jetzt bis zur Fertigstellung im September 2020 durchgearbeitet. Die Schließung einer Fahrspur sorgt bis heute für Unmut.

Das nass-kalte Wetter der vergangenen Wochen hat das Aufbringen der Asphaltschicht auf der südlichen Seite des Karlsplatzes zeitlich leicht verzögert. Dennoch geht die Umgestaltung zügig voran. „Die Bauarbeiten rund ums Kaiser-Wilhelm-Museum bewegen sich zeitlich und finanziell im geplanten Rahmen“, erklärt Monika Blum vom Kommunalbetrieb Krefeld. Der Verkehr über die Marktstraße soll noch in diesem Monat wieder in beide Richtungen fahren können. Im September des kommenden Jahres soll der Platz nach rund 16 Monaten Bauzeit fertiggestellt sein. Die Baukosten betragen rund 2,5 Millionen Euro.

Fünf Mitarbeiter der beauftragten Firma Loock Erd- und Tiefbau GmbH aus Kleve sind seit vergangenem Juni auf der Baustelle. In dem Mittelstreifen vor dem Museumseingang des KWM stapeln sich Bordsteine und moderne Pflastersteine, türmen sich verschiedene Erd-, Kies- und Sandhaufen auf. Die Fahrbahn in diesem Teilabschnitt ist als Lagerfläche gesperrt.

Die Schließung einer Fahrspur sorgt bis heute für Unmut

Künftig wird nur noch die östliche Seite des in diesem Bereich in Joseph-Beuys-Platz umbenannten Teils des Karlsplatzes für den Verkehr befahrbar sein. Eine Entscheidung, die bei einem Teil der Anwohner bis heute auf Ablehnung stößt, während der andere Teil diese Verkehrsberuhigung begrüßt. Geduld wird dennoch in diesen Monaten allen abverlangt. Wegen der Bauarbeiten biegen die meisten von der St.-Anton-Straße kommenden Autofahrer vor dem KWM rechts in die Blumenstraße ab, um dann links weiter über die Hubertusstraße Richtung Innenstadt zu fahren. Wer sich nicht auskennt, irrt zunächst einmal durch die Südstadt.

Das große Bauvorhaben ist in fünf Bauabschnitte untergliedert. Im Ersten sind Strom- und Schaltkästen „aus der Sichtachse des Platzes entfernt“ und versetzt und neue Senken für die Straßenentwässerung gebaut worden. Das sogenannte Kupferschlackenpflaster auf dem Karlsplatz 18-34 (das ist der Abschnitt an der Rückseite des Museums mit Innenhof) ist wieder hergestellt worden.

 Auf der Rückseite des Kaiser-Wilhelm-Museums ist der Karlsplatz schon saniert und das Pflaster gelegt.
Auf der Rückseite des Kaiser-Wilhelm-Museums ist der Karlsplatz schon saniert und das Pflaster gelegt. Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Im zweiten und dritten Bauabschnitt ist der südliche Teil des Karlsplatzes zur Marktstraße hin dran. Bis zu den zweiwöchigen Weihnachtsferien der Baufirma soll der Abschnitt fertig sein. Die Rinn- und Bordsteine sind fast alle schon gesetzt. „Die Fläche wird noch komplett gepflastert, die Sitzbänke und neuen Straßenlampen montiert und die Beleuchtung fürs Museum installiert“, erzählt der Polier mit Blick auf die Kollegen, die mit der Flex die Bordsteine zuschneiden.

Fertiggestellt ist bereits die neue Fahrbahn, mit barrierefreien Fußgänger-Inseln, Blindenspur und auf Null abgesenkte Straßenflächen für Rollstuhl- und Rollatorfahrer. Ampeln wird es künftig in diesem auf 30 Kilometer pro Stunde reduziertem Verkehrsbereich nicht mehr geben.

Direkt im neuen Jahr geht es weiter mit der Umgestaltung des südlichen Platzhälfte als vierter Bauabschnitt. „In der Summe müssen etwa 6500 Quadratmeter Fläche umgestaltet und zum größten Teil neu gepflastert werden“, sagt Blum. Das Wetter könne dabei schon eine wichtige Rolle spielen. „Sollten wir im Januar Minusgrade haben, beginnen wir mit den Kanalbauarbeiten vor dem Museum anstatt weiter zu pflastern“, so der Polier. Anschließend wird die südliche Platzhälfte umgestaltet.

Auf der Fläche vor dem Museum wird ein ebenerdiger Brunnen mit Fontänenfeld angelegt. Neben der zu erhaltenen großen Platane werden zur Blumenstraße ebenso wie zur Marktstraße hin einzelne neue Bäume gepflanzt. Und das neue Pflaster wird mithilfe von GPS-Koordinaten in Form eines Seidenteppichs verlegt.

„Voraussichtlich im Mai 2020 werden diese Arbeiten erledigt sein“, sagt Blum. Der Zugang zu den Wohnhäusern und Geschäften bleibe während der gesamten Bauphase gewährleistet. Ebenso wie der Zugang zum Kaiser-Wilhelm-Museum. Pinkfarbene Quadrate auf dem Bürgersteigen von Marktstraße und Westwall weisen den Besuchern den Weg zum Haupteingang.

Im letzten Bauabschnitt wird dann bis September 2020 die nördliche Seite des Karlsplatzes umgestaltet. „Dazu muss dann die Blumenstraße für den Verkehr gesperrt werden“, erklärt die Vertreterin des Kommunalbetriebs. Solange bleibt auch die marmorne weiße Kaiser-Wilhelm-Statue eingehaust, die entgegen erster Planung nun doch an der bisherigen Stelle stehen bleiben wird.