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Krefeld: Das Diagnosezentrum probt den Corona-Ernstfall

Corona-Pandemie : Das Diagnosezentrum probt den Corona-Ernstfall

Ein Stresstest soll zeigen, wie viele Abstriche möglich sind.

117 Krefelder sind mittlerweile (Stand Mittwoch, 11 Uhr) positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das sind 14 mehr als bis Dienstag gemeldet worden sind. Acht dieser Personen werden stationär im Krankenhaus behandelt, ein Mensch (nicht aus Krefeld) befindet sich auf der Intensivstation. Auch die Zahl der Abstriche hat wieder zugenommen. Am Mittwoch gab es 181 Abstriche, am Dienstag waren es nur 139. „Das ist deutlich mehr geworden“, erklärt Dr. Agnes Court, Leiterin des Krefelder Gesundheitsamtes.

Die Zahlen der positiv getesteten Personen entsprächen aber weiterhin der erwarteten Steigerung, sagt Court. Oberbürgermeister Frank Meyer gibt dennoch keine Entwarnung. „Trotzdem sind wir sehr angespannt“, erklärt er angesichts eines möglichen, künftigen Ernstfalls mit deutlich ansteigenden Zahlen. Um diesen auch personell bewältigen zu können, soll das Diagnosezentrum auf seine Leistungsfähigkeit überprüft werden. „Wir wollen heute oder am Donnerstag eine Art Stresstest machen“, erläuterte Court am Mittwoch. Dabei soll geprüft werden, wie viele Abstriche insgesamt in den Räumlichkeiten der ehemaligen Kindertagesstätte an der Schwertstraße 80 (Ecke Philadelphiastraße) gemacht werden können.

Derzeit ist die Lage laut OB Meyer allerdings sehr übersichtlich – explizit nennt der Verwaltungschef dabei die Krankenhäuser in Krefeld. „Personal ist da, Kapazitäten sind auch vorhanden.“ Auch die Disziplin der Menschen auf der Straße und der Gewerbetreibenden sei groß. „Die Vorgaben des Landes werden weitestgehend akzeptiert. Der Ernst der Lage ist offensichtlich erkannt.“

Nachdem am Dienstag über einen Ladenbesitzer berichtet worden war, der sich bei einer angeordneten Ladenschließung nicht einsichtig gezeigt habe und dessen Geschäft im weiteren Verlauf einer Amtsverfügung versiegelt wurde, ist bislang kein weiterer Fall bekannt geworden. Auch ein Bußgeld wegen des Kontaktverbots auf der Straße sei bislang in keinem Fall verhängt worden. Im Gegenteil: Der OB meint sogar aus den bislang überlieferten Beobachtungen erkannt zu haben, dass die Menschen selbst ein Interesse hätten, nicht in größeren Gruppen unterwegs zu sein und die Abstandregelung einzuhalten.

Nach der Ankündigung der Firma Schönmackers, zuständig für die gelben Tonnen in Krefeld, dass die Gefäße wegen früherer Leerungen möglichst schon am Vorabend auf die Straße gestellt werde sollen, hat sich nun auch der Kommunalbetrieb zu dem Thema geäußert. Demnach werden bei der herkömmlichen Müllentsorgung die bisherigen Rhythmen eingehalten. Auch Sperrmüll werde weiterhin abgeholt und die Wertstoffhöfe seien ebenfalls noch geöffnet.