Krefeld: Campus Fichtenhain bekommt 17 Hektar neue Gewerbeflächen

Krefeld : 17 Hektar neue Gewerbeflächen am Campus Fichtenhain sollen fast 700 Arbeitsplätze bringen

Die Erschließung des Gebiets entlang der Designstraße hat begonnen. Im Krefelder Businesspark sollen mindestens 680 Arbeitsplätze entstehen.

Schritt für Schritt entwickeln die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und ihre Grundstücksgesellschaft (GGK) den Businesspark Fichtenhainer Allee im Süden Krefelds. Dazu müssen vor jedem Bauabschnitt die neuen anliegenden Straßen erschlossen werden. Am Donnerstag startete mit der Einrichtung der Baustelle die Erschließung der Designstraße, die sich vor dem Campus Fichtenhain nach Osten erstreckt, um nach 320 Metern nach Süden abzubiegen. Der Beginn der Straßen- und Kanalbauarbeiten hatte sich durch einen Test auf Blindgänger sowie durch archäologische Funde monatelang verzögert. „Jetzt fällt endlich fast ein Jahr nach Rechtskraft des neuen Bebauungsplans 795 der Startschuss für die Erschließung“, atmet WFG- und GGK-Chef Eckart Preen auf, nachdem der Mangel an Gewerbeflächen in Krefeld dramatisch gestiegen war.

Durch die Verzögerung des Bebauungsplans sei eine große Chance vertan worden. „Wir hatten nur noch ein halbes Dutzend Grundstücke zur Auswahl und konnten daher die erfolgreiche Vermarktung der Vorjahre nicht mehr auf dem hohen Niveau fortsetzen.“ So konnten 2018 lediglich 22000 Quadratmeter Grundstücksfläche verkauft werden, während noch im Jahr zuvor mit 110 000 Quadratmetern ein Rekordergebnis erzielt wurde. „Jetzt kann die GGK rund 17 Hektar neue Gewerbeflächen sukzessive an den Markt bringen“, spricht Preen von „großem Fortschritt und starker Erleichterung“ durch die entspannte Lage. Gut eine Million Euro investiert die Gesellschaft in die Erschließung.

Die Wirtschaftsförderung erwartet steigende Preise

Preen fordert interessierte Unternehmer und Investoren von Gewerbeparks auf, sich schnellstmöglich zu melden. Denn die als Kaufpreis aufgerufenen 90 Euro netto pro Quadratmeter voll erschlossener Fläche gelten verbindlich nur bis zum Jahresende. Danach sei mit steigenden Preisen zu rechnen, weil die Nachfrage stärker sei als das Angebot. Entlang der Fichtenhainer Allee stehen zu beiden Seiten der Straße bereits 6,6 Hektar größtenteils erschlossene Gewerbeflächen sofort zur Verfügung. Nach dem Bau der Designstraße kommen weitere 10,7 Hektar mit individuell zugeschnittenen Grundstücken hinzu. Die Parzellierung orientiert sich an den Erfordernissen kleiner und mittlerer Unternehmen mit einem Bedarf zwischen 3000 und 15 000 Quadratmetern. Potenzielle Bewerber müssen allerdings nach den Ansiedlungskriterien der Wirtschaftsförderung mindestens 40 Beschäftigte pro Hektar nachweisen oder zumindest mittelfristig glaubhaft in Aussicht stellen. „Als städtische Tochtergesellschaft veräußern wir unsere Flächen nach wirtschaftsfördernden Kriterien. Der Arbeitsplatzeffekt steht für uns an oberster Stelle“, sagt Preen, der mindestens 680 neue Arbeitsplätze avisiert.

Mit den Straßen- und Kanalbauarbeiten sind die Baufirma Solbach und das Ingenieurbüro Jaffke beauftragt. Rüdiger Thissen vom Ingenieurbüro beschreibt die aktuellen Maßnahmen: „Zunächst verlegen wir Regen- und Schmutzwasserkanal und errichten bis Ende 2019 eine provisorische Baustraße von etwa sechs Meter Breite mit einer Asphaltschicht für die Baufahrzeuge – allerdings zunächst nur auf 320 Meter Länge.“ Die Designstraße wird erst endgültig fertiggestellt, nachdem die neuen Anlieger gebaut haben. Das verbleibende Endstück der Straße folgt erst mit dem weiteren Erschließungsfortschritt.

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