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Krefeld: BUND-Gruppe befragte ältere Fußgänger

Frabebogen-Aktion : Senioren ärgern sich über unebene Bürgersteige

Gehwegschäden, Unebenheiten auf den Bürgersteigen und die dort parkenden Autos stören die älteren Fußgänger am meisten. Dann sind es die, wie sie finden, zu kurzen Grün-Zeiten, wenn sie über die Straße gehen möchten.

Außerdem hätten abbiegende Fahrzeuge für sie Gefahrpotenzial. Das sind Ergebnisse einer Fragebogen-Aktion des BUND.

Karin Mast, Vorstand in der Krefelder Kreisgruppe, sagt: „Zu Fuß gehen ist die umweltschonendste und sozialste Art der Fortbewegung. Auf der anderen Seite sind Fußgänger die am meisten vernachlässigte Gruppe der Verkehrsteilnehmer.“ Mast will, dass sich daran etwas ändert. Die Bedenken und Anregungen der Senioren wurden jetzt ermittelt.

Die Fußgänger, sagt Mast, würden nicht als eigenständige Verkehrsteilnehmer angesehen, sondern vernachlässigt. „Ihre Sorgen sind in Krefelds Politik und Verwaltung nicht angekommen. Wir haben umgehend eine Gruppe gegründet, die sich darum kümmert.“ Zur Europäischen Mobilitätswoche im vergangenen September startete Mast mit dem BUND deshalb die Fragebogen-Aktion: „Schüler befragen Senioren zu ihrem Verkehrsverhalten.“ 26 jüngere und 57 ältere Menschen haben sich daran beteiligt. „Wir finden die Ergebnisse der Senioren zwischen 60 und 90 Jahren, und das Stimmungsbild, das wir erhalten haben, bemerkenswert“, sagt Mast.

Der Fragebogen hat ergeben, dass die meisten Senioren zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs sind. Dann folgt das Auto – und mit großem Abstand der ÖPNV. 21 Personen fanden die Preise zu teuer und nur zwei hielten sie für „gerade richtig“. 19 erklärten auch, es sei zu umständlich, ein Rad mitzunehmen. Mast findet, es müsste viel mehr auf die Langsamsten Rücksicht genommen werden. Nicht von ungefähr stehe der Senioren-Wunsch nach „Disziplin aller Verkehrsteilnehmer im gemeinsamen Raum“ und „Rücksicht“ oben auf der Agenda, ebenso wie „mehr Kontrollen bei Parkverstößen“ und „ausreichende Beleuchtung“. Die älteren Verkehrsteilnehmer wünschen sich auch „mehr Zebrastreifen“.

Die Ergebnisse wurden an Politiker und Verwaltungsmitglieder verschickt. Mast findet, dass die Erkenntnisse auch für die geplanten Parkraum-, Klima- und Mobilitätskonzepte bedeutsam seien. Dass viele öffentliche Straßen, Plätze und Wege extrem einseitig zu Gunsten einer autogerechten Infrastruktur gestaltet seien, müsse sich ändern.