Krefeld: Baubeginn für Freibad in Hüls könnte 2020 sein

Nachgehakt : „Badenotstand“ in Hüls kann frühestens 2021 beendet werden

Bis Ende des Jahres soll die Machbarkeitsstudie für den Um- oder Neubau des Freibads vorliegen.

Wann wird der „Badenotstand“ in Hüls beendet? Diese Frage schwebt im Raum, seit Experten von der Gesellschaft für das Badewesen erklärt hatten, das Naturbad könne aus strafrechtlichen wie haftungsrechtlichen Gründen nicht weiter betrieben werden. Im vergangenen April hatte Sportdezernent Markus Schön noch gehofft, schon 2020 nach einem Umbau das Bad wieder öffnen zu können. Doch dieser ehrgeizige Zeitplan wird nicht zu halten sein. „Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir im nächsten Jahr zumindest mit der Umsetzung der Pläne beginnen werden“, berichtet Schön auf Anfrage. Frühestens 2021 könnte besagter „Notstand“ dann vorbei sein.

Obwohl das Bad in den vergangenen Monaten etwas aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit geraten ist (wer interessiert sich im Herbst schon fürs Schwimmen unter freiem Himmel?), wird hinter den Kulissen an seiner Zukunft gearbeitet. Nach einem Workshop im August, bei dem auch Bürger und Vereine ihre Wünsche äußern durften, ist die renommierte Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft (DSPG) aus Herne mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt worden. Ein erster Entwurf liegt schon vor und ist mit Fragen und Ergänzungswünschen zurück an die DSPG gegangen. Details daraus möchte die Verwaltung noch nicht nennen. „Bis zum Jahresende soll die abgestimmte Studie aber vorliegen, damit sie Anfang 2020 in die politischen Beratungen gehen kann“, berichtet der zuständige Fachbereichsleiter Oliver Klostermann.

Hülser Bad soll den Nordwesten der Stadt versorgen

Wichtige Aspekte müssen durch die Fachleute berücksichtigt werden. Ihr Konzept darf sich zunächst nicht nur mit Hüls befassen, sondern muss in eine Bäderleitplanung der Stadt eingepasst werden. Denn derzeit gibt es in Krefeld kein Freibad mehr, wenn auch noch Bockum ausfällt – was im Sommer 2019 wochenlang wegen Legionellenproblemen der Fall war.

Eine Entscheidung über die Zukunft des maroden Badezentrums kann nicht mehr lange hinausgeschoben werden. Möglicherweise wird bereits im nächsten Frühjahr über einen Neubau oder eine Sanierung entschieden. Kosten von mehr als 60 Millionen Euro wurden dafür in einer Studie genannt.

Das Bad in Hüls könnte nach seiner Fertigstellung als Ersatz zur Verfügung stehen – nicht nur für den Bedarf des Stadtteils, sondern für den im gesamten Nordwesten Krefelds, berichtet Klostermann.

Die wohl wichtigste Frage für Hüls: Reicht eine Generalsanierung oder muss ein Neubau her? Möglicherweise sogar an einem anderen Ort? Bezirksvorsteher Hans Butzen betont, dass eine Sanierung am bestehenden Standort reiche, denn ihm ist klar: Ein Neubau würde ein Bebauungsplan-Verfahren mit vielen Unwägbarkeiten im Rahmen der Bürgerbeteiligung notwendig machen. „Das dauert mindestens drei Jahre“, sagt Butzen. Die Zielsetzung, spätestens 2021 mit den Bauarbeiten zu beginnen, wäre dann nicht zu halten. Die Machbarkeitsstudie soll zu dieser Fragestellung klare Hinweise geben und auch schon erste Planungsskizzen entwickeln. „Schließlich wollen wir im Anschluss keine Zeit verlieren“, so Klostermann.

Die Verwaltung hat schon Geld für die Planung bereitgestellt: 300 000 Euro für 2020 und 700 000 Euro für 2021. „Ich bin froh über diese Anfinanzierung“, sagt Hans Butzen. Die genannten Summen beruhen auf Erfahrungswerten, berichtet Markus Schön. Denn in einer groben Schätzung sei man bislang von fünf Millionen Euro Gesamtkosten für eine Sanierung ausgegangen, 20 Prozent davon seien Planungskosten, ergänzt Klostermann. „Eine seriöse Kostenschätzung wird aber erst mit der Machbarkeitsstudie möglich sein.“

Für einen kompletten Neubau des Hülser Freibads war im Rahmen des Workshops im August eine Summe von acht Millionen Euro genannt worden.

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