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Krefeld: Anlaufpunkt für Spiele-Liebhaber

Wirtschaft : Anlaufpunkt für Spiele-Liebhaber

Vor 25 Jahren eröffnete Volker Hesselmann sein Fachgeschäft für analoge Unterhaltung am Ostwall.

Im Oktober wird Volker Hesselmann 50. Den Spaß am Spielen aber hat der Familienvater noch längst nicht verloren. Im Gegenteil. Er will, dass der Funke überspringt. Er möchte Menschen glücklich machen, die Wünsche erfüllen, mit denen die Kunden in seinen kleinen Laden am Ostwall kommen. „Es ist ein besonderer Reiz, für die verschiedenen Töpfe den richtigen Deckel zu finden“, sagt er. Nicht Videospiele stehen in seinen Regalen, sondern Brett- und Gesellschaftsspiele sowie Comics. Alles ganz analog, aber dennoch hoch im Kurs. In diesem Jahr feiert das Geschäft „Spielzeit“ am Ostwall das 25. Jubiläum.

„Ich mag die Branche. Es ist
nicht viel Geld im Umlauf“

Hesselmann, ein gebürtiger Kölner, war schon zu Jugendzeiten ein großer Freund des Gesellschaftsspiels. Er besuchte Spezialgeschäfte in seiner Heimatstadt und in Berlin, war angetan, fasziniert. So sehr, dass er später sogar sein Studium der Betriebswirtschaftslehre sowie Geografie und Geschichte aufgab, um sich 1995 mit 24 Jahren und den Spielen selbstständig zu machen. „Ein Lebenstraum“, wie er heute sagt. Und das in Krefeld, weil er mit seinem damaligen Kumpel keine Konkurrenz in der Domstadt schaffen wollte. Am Ostwall eröffnete er daher ein Fachgeschäft für Spiele-Liebhaber und analoge Unterhaltung. „Ich mag die Branche. Es ist nicht viel Geld im Umlauf. Es ist eine sehr sympathische Mischpoke“, sagt Inhaber Volker Hesselmann.

Ob Brett-, Karten-, Rollen-, Sammelkartenspiele oder Jonglierartikel, aber auch Comics und Manga-Ware bietet Hesselmann zusammen mit Hamid Rassouli an. Der Krefelder ist ein Fachmann auf dem Gebiet dieser Literatur. 2007 übernahm „Spielzeit“ die Sparte des „Papierplanet.“ Rassouli brachte bei seinem Wechsel zu Hesselmann die Ware gleich mit an den Ostwall. Heute verfügt der Laden geschätzt über bis zu 10 000 Artikel. Vor allem im Bereich Comics und Mangas gäbe es jeden Monat etwa 100 Neuerscheinungen. Das gute, alte Brettspiel sei längst keine deutsche Eigentümlichkeit mehr. „Es ist alles viel internationaler geworden als früher. Die Impulse werden nun auch nach Deutschland zurückgetragen. Es gibt eine Masse an Neuigkeiten.“

Spiele seien heute noch besser ausgestattet, hochwertiger, aber damit auch etwas teurer geworden. Vor allem aber sei es nicht dieser eine Geschmack, der bei den Kunden vorherrsche. „Das Tolle ist die Vielfalt“, sagt Hesselmann. Gruppenspiele, wo Kooperation und Geselligkeit gefördert werden und Kommunikation gefragt ist – das Spektrum ist breit. Aber auch Kenner- oder Expertenspiele seien im Kommen, Mangas ohnehin nicht mehr nur ein Ding der Jugendlichen.

Der 49-Jährige und seine vier Mitarbeiter arbeiten auch mit anderen Krefelder Einrichtungen zusammen: Burg Linn, die Mediothek, auf Straßenfesten, mit Take-TV, in Jugendhäusern, in Schulen. Unterhaltung, aber auch die Förderung der Sozialkompetenz ist bei den Pennälern das Ziel.

Hesselmann will mit seinem Geschäft auch in Zukunft in Krefeld bleiben, den Weg weitergehen, den Schwung mitnehmen: „Wir wollen uns in Krefeld verankern und das analoge Spielen weiter kultivieren“, sagt der Laden-Inhaber. Kunden begrüßt er auch von weit außerhalb der Stadtgrenze. Spiele-Liebhaber wie er nehmen mitunter große Entfernungen auf sich, um ihre Wünsche zu erfüllen. Oder wie es Volker Hesselmann sagt: Um für jeden Topf einen Deckel zu finden.