Krefeld: Altes Stadtbad könnte Heimat für Gründerzentrum werden

Denkmal : Krefelder SPD diskutiert Gründerzentrum in ehemaliger Badeanstalt

Nach Wunsch der SPD soll sich der Rat der Stadt Krefeld mit der Idee eines Gründerzentrums in der ehemaligen Badeanstalt befassen.

Vor wenigen Tagen erst hat Eckart Preen, Chef der Krefelder Wirtschaftsförderung, im Gespräch mit unserer Zeitung ein Gründerzentrum für die Stadt gefordert. Was die Örtlichkeit dafür angeht, könnte er sich diese Einrichtung im alten Stadtbad an der Neusser Straße vorstellen. Die SPD-Fraktion unterstützt diese Idee und hat deshalb für die Ratssitzung am 4. Juli ein entsprechendes Antragspaket auf den Weg gebracht. „Wir möchten, dass die Diskussion Fahrt aufnimmt“, sagt Björn Rüssing, Geschäftsführer der Fraktion.

Nicht nur für die SPD ist die unter Denkmalschutz stehende städtische Badeanstalt „ein Juwel“. Diese ist zwar schon seit 2003 geschlossen. Doch seit dem vergangenen Jahr gibt es Anstrengungen, für das leer stehende und allmähliche verfallenden Gebäude eine neue Nutzung zu finden.

Schon 2018 war von der Stadtverwaltung nach Ratsbeschluss ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, das Nutzungskonzepte- und -formen für den aus dem Jahr 1890 stammenden Gebäudekomplex prüfen soll. Laut Ausschreibung sollen drei verschiedene Nutzungsvarianten unter Berücksichtigung der städtebaulichen Situation und der Bedarfslage erarbeitet werden. Auch die Reaktivierung der Schwimmbadanlage ist zu prüfen.

Die SPD rechnet damit, dass Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte vorliegen. Diese sollen dann von der Verwaltung als Grundlage dienen, entsprechende Ergebnisse zusammenzufassen, lautet ein Teil des SPD-Antrags. „Damit das nicht erst nach Vorlage des Gutachtens geschieht, haben wir jetzt schon den Antrag gestellt“, sagt Rüsing.

Das Stadtbad und das gesamte Areal hätten es verdient, verantwortungsvoll entwickelt zu werden, heißt es im Antrag der Fraktion an den Oberbürgermeister. Das Gebäude könne „wichtiger Impulsgeber für die zukünftige Entwicklung der südlichen Innenstadt werden“.

Das sehen auch die Akteure des Vereins „Freischwimmer“ so, die im Vorjahr damit begonnen haben, Ideen aus der Bürgerschaft für eine künftige Nutzung der ehemaligen Badeanstalt zu sammeln. Auch eine Zwischennutzung streben die „Freischwimmer“ an und haben damit begonnen, szenische Führungen durch das alte Stadtbad anzubieten. Die Nutzung eines Teils des Gebäudes als Gründerzentrum kann sich der Verein vorstellen. Ende des Jahres will er die gesammelten Ideen der Stadt vorlegen.

„Wie die Diskussionen zeigen, gewinnt das Stadtbad zunehmend an Beachtung, die Bürgerinnen und Bürger interessieren sich für dieses Kleinod. Gleichzeitig drängt sich der Gedanke auf, dass dies eine nahezu perfekte Umgebung für kreative, mutige und leidenschaftliche Köpfe werden kann“, sagt die SPD dazu.

Auch aus ihrer Sicht bietet sich das Bad für eine (Teil-)Nutzung durch ein Gründerzentrum an. Daraus könnten sich für den südlichen Teil der Hochstraße Impulse für eine Belebung und Neuausrichtung ergeben. Dieser werde in einem Innenstadtkonzept des Büros Junker & Kruse als „Experimentierbereich“ bezeichnet.

In die Überlegungen sollten aus Sicht der SPD die Vorstellungen und Ideen der unterschiedlichen Akteure (darunter „Freischwimmer“ und Wirtschaftsförderungsgesellschaft) eingebunden werden. „Mit Eckhard Preen haben wir schon Gespräche geführt“, berichtet Björn Rüsing. Die Möglichkeit zur Teilnutzung des Areals für ein Gründerzentrum soll die Verwaltung prüfen und die erzielten Kenntnisse in einer Vorlage zur Beratung und Beschlussfassung zusammenfassen.

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