Krefeld: Alkoholverbote könnten bald kommen

Stadt erarbeitet Konzept : Alkohol zu trinken könnte in Krefeld bald an einigen Stellen verboten sein

Der Konsum von Alkohol könnte bald an einigen Stellen in Krefeld verboten sein - unter anderem auf dem Theaterplatz. Auch an einem Konzept für einen Drogenkonsumraum in der Innenstadt wird gearbeitet.

Auf dem Theaterplatz soll der Konsum von Alkohol bald verboten sein. Gleiches gilt auch an Eingangsbereichen von Kitas, Schulen, Sportanlagen, Bolzplätze und Freizeiteinrichtungen. Das Thema soll im Rat am Dienstag, 17. September, von der Kommunalpolitik behandelt werden. „Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll, das Verbot auch für den Theaterplatz festzulegen“, betont Oberbürgermeister (OB) Frank Meyer. Dezidiert werde der Platz in der Vorlage, die noch nicht auf dem Tisch liegt, nämlich nicht genannt.

Der Punkt gehört zu dem Maßnahmenkatalog „Handeln und Helfen“ mit 16 weiteren, um die Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit insbesondere in der Innenstadt besser in den Griff zu bekommen. Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Politik dazu nach anhaltender öffentlicher Debatte einen Beschluss gefasst. 13 Punkte sind laut Verwaltung bereits umgesetzt, vier sollen noch folgen. Darunter auch die konzeptionelle Planung eines Drogenkonsumraums und das Alkoholverbot in „unmittelbarer Nähe“ von öffentlichen Institutionen, in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten.

Doch noch wird im Rathaus an der genauen Formulierung der Verordnung gearbeitet. „Das muss natürlich belastbar sein“, erklärt der OB. Schon die Formulierung „in unmittelbare Nähe“ beispielsweise von Kitas werde dabei überprüft.

Es gehe nicht darum, Menschen an den Pranger zu stellen, „die im öffentlichen Raum ein Bier trinken“. Vielmehr habe die Stadt die Folgen im Blick: Aggressionen gegenüber anderen Bürgern, Lärm und Urinieren an Hauswände. Und es gehe darum, das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken. „Es gibt eine statistisch nicht nachvollziehbare Angst.“ Obwohl Krefeld nach den Zahlen so sicher wie seit 25 Jahren nicht mehr sei. „Es ist aber auch entscheidend, wie sich die Bürger fühlen“, sagt der Verwaltungschef. Und die Stadt arbeite daran, das „subjektive Empfinden“ einer höheren Sicherheit im öffentlichen Raum zu verbessern.

Dazu gehöre auch die Sichtbarkeit einer stärkeren Präsenz von Ordnungskräften und Polizei an bestimmten Punkten der Stadt. Meyer: „Wir fegen hier nicht mit dem Stahlbesen durch. Aber wir müssen konsequent sein.“

Ordnungsdienst wurde bislang um acht Stellen aufgestockt

Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian ergänzt: „Die Präsenz ist mit das Wichtigste.“ Hierzu wurde der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) um bislang acht zusätzliche Stellen aufgestockt. Drei weitere Mitarbeiter werden noch eingestellt, derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren. Dann sind insgesamt 25 Kräfte der Stadt im Einsatz – mit schnitt- und stichfesten Westen.

Die Präsenz wird auch gezeigt mit der mobilen Wache auf dem Theaterplatz. In der Wintermonaten wird sie von 8 bis 20 Uhr erreichbar sein, derzeit sind die Mitarbeiter dort noch bis Mitternacht von 7.30 Uhr an vor Ort. Möglich ist laut Cyprian auch eine „fixe Wache“ im Seidenweberhaus. An so genannten Dialog-Tagen ein bis zweimal wöchentlich gibt es gemischte Streifen von Mitarbeitern des Ordnungsdienstes und Beamten der Polizei.

Geplant ist laut Cyprian auch, so genannte Angsträume anders zu gestalten. „Die Zugänge der Rathaustiefgarage sollen eingehaust werden.“ Hellere Beleuchtungen an den Treppen und Zugängen gehören ebenfalls zu dem Konzept. Und geschlossene Türen an den Zugängen, die sich nur mit den Karten zum Befahren des Parkhauses öffnen lassen. Ein Notrufsystem mit Buzzern alle 50 bis 80 Meter gehört ebenfalls zu dem Konzept. Zusätzliche Dienstleister sollen in dem Bereich zweimal die Woche für Sauberkeit sorgen.

Im Blick hat die Stadt nach eigenen Angaben auch Schrottimmobilien. Bei bislang neun Kontrollen in 17 Gebäuden wurden erschlichene Sozialleistungen und illegale Aufenthalte überprüft. Ziel ist laut Cyprian, derartige Häuser kaufen zu können. Hierzu wird ein Förderprogramm angezapft, bei dem bis zum Jahr 2022 1,2 Millionen Euro jährlich fließen. Eigenleistung: nur fünf Prozent.

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