Krefeld: Ärger über übernachtende Lkw-Fahrer im Hafen hält an

Übernachtende Lastwagenfahrer : Lkw-Ärger im Krefelder Hafen hält an

Bewohner am Krefelder Hafen beschweren sich über LKW-Fahrer, die dort übernachten – die Bezirksvertretung erwartet Lösungen von der Stadt.

Es ist schon lange ein Thema für die Menschen rund um den Krefelder Hafen. Lastwagen, die dort parken, wo sie eigentlich gar nicht hingehören. Dazu der Müll, der am Wegesrand liegengelassen wird, wenn die Fahrer mit ihren Sattelschleppern ihre Tour fortsetzen. Es ist eben auch eine Folge des anwachsenden Güterverkehrs zur Straße und zu Wasser, eine Schattenseite des Transport-Gewerbes, auch wenn der Hafen für viele Lastwagen gar nicht das Ziel ist. Reinigungsaktionen hat es schon gegeben. Die langfristige Wirkung aber blieb nach Ansicht von Bürgern überschaubar.

Der Krefelder Hafen, der viertgrößte in Nordrhein-Westfalen mit – nach eigenen Angaben – 420 Hektar Fläche, hat bereits Initiativen unternommen: Firmen sollen die Lkw auf dem eigenen Gelände parken lassen, berichtet Bezirksvorsteher Jürgen Hengst (SPD), der außerdem im Aufsichtsrat der Hafengesellschaft sitzt. Doch grundsätzlich gelöst ist das Problem damit noch nicht.

CDU fordert Lkw-Parkplatz
im Hafengebiet

Die CDU-Fraktion hat in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung zwei Anträge gestellt: Einmal wird die Verwaltung beauftragt zu überprüfen, ob eine Umwidmung des Castellwegs im Stadtteil Gellep-Stratum in eine Anliegerstraße möglich sei, um ein andauerndes Parken der Lastwagen in dieser Straße zu verhindern. „Immer wieder parken Schwerlasttransporter über mehrere Tage hinweg unter widrigsten hygienischen Umständen auf dem Castellweg, um auf ihre Be- und Entladung zu warten. Für die Anwohner stellt dieser Umstand eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität dar“, heißt es in der Begründung von Sprecher Ulrich Lohmar. Der weitaus weitreichendere Antrag zielt auf die Errichtung eines Lkw-Parkplatzes im Hafen ab. Eine solche Fläche würde für eine „erhebliche Entspannung vor Ort“ sorgen, heißt es von CDU-Mann Lohmar.

Hoffnung gibt es auch durch Ausbau des Rasthofs Geismühle

Bis zur nächsten Sitzung im September soll die Verwaltung dazu Stellung beziehen. Eine Beratung in der Bezirksvertretung fand zu diesen Punkten noch nicht statt. Bezirksvorsteher Jürgen Hengst sagte: „An diesem Thema wird ständig gearbeitet. Aber noch keiner hat den goldenen Schlüssel gefunden.“ Einige Firmen hätten sich schon an der Initiative beteiligt, ließen die Lastwagen über Nacht auf ihre Gelände. „Die wenigen Firmen, die es noch nicht tun, wollen wir in die Pflicht nehmen. Der Hafen ist mit den Unternehmen im Gespräch.“

Ziel sei es auch, die Lastwagen aus dem Zentrum und den Wohngebieten Gellep-Stratums herauszuhalten. Doch ein großes Problem stellen die überfüllten Rastplätze entlang der Autobahnen dar. Die Fahrer müssen ihre Ruhezeiten einhalten und weichen dann auf die umliegenden Gebiete aus. Eines davon ist der Krefelder Hafen. „Die suchen sich einen Raum. Das kann man ihnen nicht verbieten“, sagt Hengst. Bis es Entspannung rund um den Hafen geben wird, kann es also noch dauern. Ab 2022, so hoffen sie in Uerdingen und Gellep-Stratum, soll der Rasthof Geismühle Ost fertig ausgebaut sein. Das würde zusätzliche Parkflächen an der Autobahn 57 bieten.

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