Krefeld: 2,5 Millionen Euro für neue Gastronomie im Mies-van-der-Rohe-Business-Park

Krefeld : 2,5 Millionen Euro für neue Gastronomie im Mies-van-der-Rohe-Business-Park

Frank Klix ist bekannt für seine System-Restaurants. Nun will er bald im Mies-van-der-Rohe-Businesspark in Krefeld ein neues Lokal eröffnen - und dafür Millionen investieren.

Es hat länger gedauert als ursprünglich geplant. Jetzt hat Geschäftsführer und Investor Wolf-Reinhard Leendertz vom Mies-van-der-Rohe-Businesspark aber den Partner gefunden, mit dem er sein geplantes Gastronomiekonzept umsetzen will. Frank Klix ist bekannt für seine System-Restaurants Purino und Ruhrkind. Drei Hallen und den Wasserspeicher hat er von Leendertz für seine neue Gastronomie auf dem architektonisch geschichtsträchtigen Areal gemietet. Rund zwei Millionen Euro wird der 57-jährige, der Anfang des Jahres sein achtes Restaurant im Jachthafen Stölting Harbour in Gelsenkirchen eröffnet hat, in Krefeld investieren. Leendertz bringt selber noch einmal eine Millionen Euro dafür auf. Gemeinsam habe sie am Montag die Eröffnung für den Spätherbst dieses Jahres angekündigt.

Selbst hergestellte Steaks, Fisch, Burger und Nudeln im Angebot

Soulmade lautet derzeit der Arbeitstitel, übersetzt heißt das handgemacht. Auf einer Fläche von insgesamt 1500 Quadratmetern will Klix die Besonderheiten von Purino und Ruhrkind unter einem Dach anbieten: Selbst gemachte Pasta, Saucen, Gewürzmischungen und Dressings aus Lebensmitteln aus der Region ebenwo wie selbst verarbeitetes Fleisch der deutschen Färse, Fisch in Sashimi-Qualität und saftige Burger (frisch gewolft) aus der eigenen Fleischmanufaktur in Mönchengladbach und für jeden Gast sichtbar offen zubereitet in der großen Küche oder an der Frische-Theke. Allein die 180 Quadratmeter große Küche sei eine besondere technische Herausforderung, sagt er. „In der Größe haben wir noch keine gemacht.“

Als er vor 16 Jahren in Schloss Rheydt die Gastronomie übernommen und unter dem Namen „Nierskind“ weiterentwickelt hat, gab es laut seiner Aussage viele, die ihm dort keinen langjährigen Betrieb voraussagten. Klix als gelernter Fleischer wollte hochwertige Fleischverarbeitung mit Gastronomie verbinden und nicht auf vorgefertigte, eingefrorene Stücke zurückgreifen. In seinen Restaurants trocknet und reift das Fleisch nach alter Handwerkskunst am Knochen. Der Kunde kann sich aussuchen, welches Stück er haben möchte, das dann für ihn raus geschnitten und zubereitet wird. „16 Jahre später sind wir immer noch im Schloss Rheydt und haben den Standort belebt“, sagt Klix mit Stolz in der Stimme. Diesen Effekt sieht er genauso für Krefeld möglich.

Das Purino in Gelsenkirchen könnte gestalterisch Vorbild für das neue Lokal in Krefeld werden. Foto: Purino

Eigene Schulungsakademie für
die jungen Mitarbeiter

Drei ineinander übergehende Hallen und den Wasserspeicher hat er deshalb im Mies-van-der-Rohe-Park gemietet. Auf den Zwischenwänden prangen große rote Striche, die die künftigen Durchbrüche in den nächsten Raum markieren. Der freie Übergang aus einer Halle zum alten Wasserspeicher wird zugebaut und künftig die Gin-Bar sein, in der Gäste auch auf einen freien Tisch warten können. Im Innenraum ist Platz für 300 bis 350, im Außenbereich für 250 bis 300 Plätze und in der Gin-Bar für 30 Gäste.

In den unterschiedlich gestalteten Sitzbereichen stehen Familienfreundlichkeit, Gemütlichkeit und ein gestalterisch ansprechendes Ambiente im Industrielook mit viel Holz und Fliesen hoch im Kurs. Das Gestaltungskonzept von GKAD, Spezialist für innovative Verkehrs- und Individualgastronomie, und erstmals verwirklicht für Ruhrkind in Gelsenkirchen, soll auch streckenweise als Anregung für das Krefelder Lokal dienen.

100 Mitarbeiter, das Gros in Teilzeit, wird künftig im Mies-van-der-Rohe-Businesspark arbeiten. „Ein Teil davon wird bereits angelernt“, sagt Klix. Er legt auf Ausbildung viel Wert und baut derzeit in Mönchengladbach eine Schulungsakademie. Damit bietet er auch jungen Menschen ohne Schulabschluss oder mit Down Syndrom eine Berufschance. „Die beschäftige ich ohne irgendwelche Subventionen“, sagt er.

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