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Kraftwerk Berlin: Wohin mit dem verflüssigten Kohlendioxid?

Kraftwerk Berlin: Wohin mit dem verflüssigten Kohlendioxid?

CO2-Abscheidung: Vattenfall testet ab 2008 in einem Pilotprojekt das Oxyfuel-Verfahren.

Krefeld. Mitte 2008 soll die Zukunft beginnen: Dann soll eine Pilotanlage (30 Megawatt) zur CO2-Abscheidung im Vattenfall-Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe in der Lausitz bei Cottbus in Betrieb gehen. Rund 70 Millionen Euro investiert Vattenfall in die Pilotanlage. Mit dem sogenannten Oxyfuel-Verfahren soll Kohlendioxid abgeschieden und verflüssigt werden. "Vattenfall steht dafür, dass die Technologie zur CO2-Abscheidung funktioniert - und zwar so schnell wie möglich", so Hans-Jürgen Cramer, Sprecher des Vorstandes der Vattenfall Europe AG Ende September. Nach einer dreijährigen Testphase plant das Unternehmen in Jänschwalde den Bau eines Demonstrationskraftwerkes. Die etwa 300 Megawatt starke Anlage soll voraussichtlich 2015 in Betrieb gehen. Sie ist die Vorstufe zur kommerziellen Serienreife.

Beim Oxyfuel-Verfahren, einem von drei möglichen Verfahren der CO2-Abscheidung, wird das CO2 immer wieder in den Kessel zurückgeführt. Dort wird es mit reinem Sauerstoff und Kohle verbrannt, bis es sich stark konzentriert hat. So lässt es sich leicht abscheiden, und unter Druck verflüssigt sich das Gas. So können mehr als 90 Prozent CO2 gebunden werden. "Wir werden Tests mit unterschiedlichen Brennstoffen machen, auch mit Steinkohle", sagt Damian Müller, Projektleiter Kommunikation für ein CO2-freies Kraftwerk. Details werde man sicherlich anpassen müssen. "Das wollen wir mit der Pilotanlage herausfinden."

Weniger die Abscheidung als vielmehr die Lagerung und der Transport zu möglichen Endlagern stellen derzeit ein Problem dar. Daran wird geforscht unter anderem bei einer von der EU beim Geoforschungszentrum Potsdam geförderten Pilotanlage (Pilotprojekt CO2sink) im brandenburgischen Ketzin. Mitte Juni begann dort der Betrieb, insgesamt 60 000 Tonnen CO2 in 800 Meter Tiefe in poröse und salzwassergesättigte Sandsteine zu pumpen. Die Untersuchung an anderen Speicherformen soll laut Bundesministerium für Bildung und Forschung 2008 beginnen.

Wann und zu welchen politischen, rechtlichen und finanziellen Bedingungen die neuen Techniken für den Großbetrieb in Europa einsetzbar sind, diese Frage ist trotz allem Forscherdrangs noch längst nicht beantwortet.

www.gfz-potsdam.de